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Ruth Baumgarte

Deutsche Malerin und Galeristin

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Ruth Baumgarte (* 27. Juni 1923 in Coburg; † 7. Februar 2013 in Bielefeld) war eine deutsche Malerin und Galeristin.

Ruth Baumgarte wurde als Tochter von Margarethe Kellner-Conrady und Kurt Rupli in Coburg geboren und wuchs bei ihrer Mutter in Berlin-Tiergarten und später in Berlin-Karlshorst auf. Ihre erste künstlerische Ausbildung erhielt sie von 1939 bis 1941 bei Emmy Stalmann an der Privaten Kunstschule des Westens in Berlin.

Von 1941 bis 1944 studierte sie Malerei und Freie Grafik an der Hochschule für bildende Künste Berlin unter anderen bei Kurt Wehlte und wurde mehrfach wegen besonderer Begabung ausgezeichnet. Während des Studiums beschäftigte sie sich im Verborgenen mit der Darstellung von Verfolgung und Deportation von Roma und Sinti sowie der jüdischen Bevölkerung und war ständige Mitarbeiterin des Zeichentrick-Ateliers von Wolfgang Kaskeline, der als jüdischer Filmproduzent für die Nationalsozialisten in Walt-Disney-Manier arbeitete. Infolge der Evakuierung der Hochschule im Zweiten Weltkrieg wechselte sie im März 1944 zur Staatlichen Industrie- und Kunstgewerbeschule Sonneberg in Thüringen. Zunächst wurde sie Pressezeichnerin bei der ersten deutsch-russischen Tageszeitung Berliner Zeitung. Wegen ihrer ersten Ehe mit einem aus Bielefeld stammenden Künstler siedelte sie nach Westdeutschland um.

Tagesaktuell zeichnete sie in den Jahren 1949 bis 1953 für die Bielefelder Freie Presse und arbeitete als Buchillustratorin sowie als freie Künstlerin. 1952 heiratete sie den Industriellen Hans Baumgarte (verstorben 1999). Nach 1985 wurde sie international bekannt, überwiegend durch ihren Afrika-Zyklus.

1986 war sie Mitbegründerin der Samuelis Baumgarte Galerie, die heute von ihrem Sohn Alexander Baumgarte geführt wird.

Insgesamt umfasst ihr Werk über 1100 Zeichnungen, 700 Aquarelle und 50 Ölgemälde. Besonders mit der Aquarellmalerei hielt sie zahlreiche Reiseimpressionen und gesellschaftspolitische Themen bildlich fest.

Sie schuf zahlreiche Porträts und Bühnenkompositionen von Schauspielern, Tänzern und Artisten. Gestik und Habitus von Menschen in ihrem persönlichen Umfeld, Verarbeitungen persönlicher Erlebnisse, sozialpolitische Themen wie die Darstellung des Menschen in der Schwerindustrie sowie Eindrücke von ihren Reisen waren ihre Themen. Außerdem erhielt sie von Buchverlagen Aufträge für die Gestaltung von Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur.

Durch die Ehe mit Hans Baumgarte, Eigentümer eines Eisenwerks, kam sie mit der Stahlindustrie in Berührung und porträtierte als eine der wenigen Frauen in der Kunstgeschichte Menschen im Kontext industrieller Produktion.

Ruth Baumgarte ging ab den 1970er Jahren immer wieder den einschneidenden Veränderungen im Verhältnis von Individuum und Gesellschaft nach. Mit ihrem Porträt-Zyklus der „Nichtsesshaften“ widmete sie eine eigene siebenteilige Bildfolge mit Charakterstudien dem sozialen Ungleichgewicht in der Bundesrepublik der 1980er Jahre. In diesem Kontext entstanden um 1985 auch Milieustudien, in denen sie auf die diversen Ausdrucksformen der Jugendkultur blickte und diese neu interpretierte.

Für die Arbeiten aus dem Afrika-Zyklus bereiste Ruth Baumgarte erstmals in den 1950er Jahren und seit den frühen 1980er Jahren zahlreiche afrikanische Länder. Aus ihren Reisenotizen entstanden großformatige Ölgemälde, die sich mit afrikanischer Stammeskultur und zunehmender Industrialisierung und Zerstörung afrikanischer Riten beschäftigten. Diese Bilder zeigen im expressiven Stil Menschen vor in sich verschmelzenden Landschaftsvisionen.

1992: Frost & Reed, Ltd., London

1993: G. W. Einstein Company, Inc., New York

1994: Artfair, Kunst- und Antiquitätenmesse Hannover-Herrenhausen

1998: Stichting Fondation Veranneman, Belgien

2001: Susan Aberbach Fine Art, New York

2015: Farbrausch am Kessel. Städtische Kunstsammlungen Salzgitter, Schloss Salder

2017: Herkunft / Prägung / Zäsuren. Galerie des Kulturhauses Berlin-Karlshorst

2017: Turn of the Fire. Ludwig Museum Koblenz

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