Ruth ist ein überwiegend weiblicher Vorname und Familienname.
Für den hebräischen Personennamen rût gibt es verschiedene Herleitungsversuche. Johann Jakob Stamm leitet den Namen in Anlehnung an Hans Bruppacher ab von der Verbwurzel רוה rwh, deutsch ‚sich satt trinken‘ und übersetzt den Namen mit „Tränkung / Labung / Erquickung“. Diese Deutung wird auch im Gesenius vertreten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass es sich bei Ruth um einen unbekannten moabitischen Frauennamen handelt.
Die beliebteste Deutung von רְעוּת rə‘ût, deutsch ‚Freundin / Begleiterin / Freundschaft‘ ist etymologisch problematisch.
Da die Personen- und Ortsnamen im Buch Rut als sprechende Namen gewählt sind, zieht Karl-Heinrich Ostmeyer unter Bezugnahme auf Am 1,13 eine Verbindung zu הָרֶה hāræ „schwanger“, Pl. cstr. הָרוֹת hārōt. Dreht man die Buchstaben der assoziierten Wurzel הָרוֹת hārōt um, entsteht das Palindrom tôrāh. Da die Bekehrung zur Tora ein zentrales Anliegen des Buchs Rut ist, spiegelt sich auch hier eine assoziative Bedeutung wider. Dabei betont er jedoch, dass es sich um eine theologische Deutung des Namens handelt, während die etymologische Bedeutung unbekannt bleibt.
Beim männlichen Vornamen Ruth handelt es sich um eine limburgische Kurzform von Rutger.
In Deutschland erfreut sich der Name Ruth bereits seit dem 16. Jahrhundert großer Beliebtheit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann er an Popularität. Im Jahr 1921 stieg er in die Hitliste der 20 beliebtesten Mädchennamen auf und erreichte sieben Jahre später erstmals die Top-10. Im Jahr 1932 erreichte er als höchste Platzierung Rang 7 der Vornamenscharts. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre brach die Beliebtheit stark ein, um nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch einmal rasch zuzunehmen. Seit den 1950er Jahren sinkt die Popularität des Namens, in den 1970er Jahren geriet er außer Mode. Zuletzt befand sich der Name jedoch wieder im Aufwärtstrend. Im Jahr 2022 belegte er Rang 429 der Vornamenscharts.
In den USA zählte Ruth bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert zu den beliebtesten Frauennamen. Von 1892 bis 1930 fand er sich in der Top-10 der Vornamenscharts. In den folgenden Jahrzehnten sank die Beliebtheit des Namens kontinuierlich, sodass er im Jahr 1962 die Hitliste der 100 beliebtesten Mädchennamen verließ. Seit der Name im Jahr 2006 mit Rang 365 einen Tiefpunkt erreichte, nimmt er wieder an Popularität zu. Im Jahr 2022 erreichte er Rang 179 der Vornamenscharts. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Kanada.
In Neuseeland war der Name Ruth zwar bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein beliebt, jedoch konnte er nie die Top-30 erreichen. Im Jahr 1984 erreichte er seine letzte Platzierung unter den 100 beliebtesten Mädchennamen.
Ruth war in Irland bis in die 2000er Jahre hinein populär und belegte zuletzt im Jahr 2014 eine Platzierung in der Top-100 der Vornamenscharts.
Für Varianten des männlichen Namens: siehe Rüdiger#Varianten
Der katholische Namenstag ist der 1. September.
Evangelisch: 16. Juli im Kalender der Lutherischen Kirche - Missouri-Synode
Orthodox: vorletzter Sonntag im Advent
Rut, die Moabiterin, im Alten Testament der Bibel; siehe Buch Rut
Ruth Abramowitsch (1907–1974), deutsche Tänzerin und Choreografin
Ruth Achlama (* 1945), deutsch-israelische Übersetzerin
Ruth Adams (1914–2004), US-amerikanische Anglistin und Hochschullehrerin
Ruth Adler Schnee (1923–2023), US-amerikanische Textildesignerin und Innenarchitektin