Rudolf Jakob Humm (* 13. Januar 1895 in Modena, Italien; † 27. Januar 1977 in Zürich) war ein Schweizer Schriftsteller und Übersetzer.
Der älteste von drei Söhnen eines aus Kirchleerau ausgewanderten Schweizer Kaufmanns wuchs in Modena auf und schloss die Schule mit der Matura an der Kantonsschule Aarau ab. Er studierte ab 1915 Physik in München, Göttingen und Berlin; dort besuchte er im Mai 1917 Albert Einstein in dessen Berliner Wohnung, um drei seiner Arbeiten zu bekommen. Ab 1918 studierte er Nationalökonomie in Zürich. 1922 liess er sich, ohne Abschluss, als freier Journalist und Übersetzer in Zürich nieder. 1923 heiratete er die aus Schottland stammende Malerin Lily Crawford (1896–1979); sie hatten zwei Kinder. So war er der Vater des späteren Künstlers und Bühnenbildners Ambrosius Humm (1924–2018) und Grossvater des Schauspielers Imanuel Humm. Seine Schwiegertochter ist die Bildende Künstlerin Regula Humm-Rellstab und seine Schwägerin war die Architektin Flora Steiger-Crawford.
1929 konnte er mit seinem Roman Das Linsengericht – von Hermann Hesse öffentlich gelobt – ein erfolgreiches Debüt als Schriftsteller feiern. Ab 1932 engagierte er sich politisch, zusammen mit Kollegen wie Jakob Bührer oder Fritz Brupbacher, gegen Faschismus und Kriegshetze, wobei er sich nach 1936 vom Kommunismus distanzierte. Von 1933 bis 1938 nahm er eine Reihe deutscher Emigranten in seinem Zürcher «Rabenhaus» am Limmatquai, das er ab 1934 bewohnte, auf. Er veranstaltete in seinem Heim auch literarische Abende. Auf diesen waren u. a. Klaus und Erika Mann, Ignazio Silone, Friedrich Glauser und Albin Zollinger zu Gast. In den Kriegsjahren schuf er eine Reihe von Übersetzungen, insbesondere für die Büchergilde Gutenberg. 1948 gründete er mit Meine Meinung eine eigene Literaturzeitschrift, die er ab der zweiten Nummer als Unsere Meinung bis zu seinem Tod 1977 fortsetzte.
Mit seinem Theaterstück Der Pfau muss gehen errang er 1950 den ersten Preis im Zürcher Dramenwettbewerb anlässlich der 600-Jahr-Feier des Beitritts zur Eidgenossenschaft; es wurde im Mai 1951 uraufgeführt. Neben erzählerischen Werken entstanden in dieser Zeit auch ein paar Hörspiele. Sein Schaffen wurde von der Stadt Zürich 1969 mit der Verleihung des Literaturpreises gewürdigt.
Rudolf Jakob Humm verstarb 1977 im Kantonsspital Zürich an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Sein Nachlass wird in der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrt. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Nordheim.
Das Linsengericht. Analysen eines Empfindsamen. Roman. Urban, Freiburg im Breisgau 1928
Der kranke Mann aus Exotien. Novelle. WBK, Zürich 1933
Die Inseln. Roman. Oprecht, Zürich 1936
Don Quijote und der Traum vom goldenen Zeitalter. Vereinigung Oltner Bücherfreunde (VOB 5), Olten 1939
Carolin. Zwei Geschichten aus seinem Leben. Roman. Büchergilde Gutenberg, Zürich 1944
Brief über die Novelle. Bühl, Herrliberg 1945
Glimmer und Blüten. Gesammelte Novellen. Bühl, Herrliberg 1945
Der Gesellschaftsroman. Origo, Zürich 1947
Die vergoldete Nuss. Novelle. Vineta, Basel 1951
Sieben Märchen der Elisa Barbanti. Büchergilde Gutenberg (Werbegabe), Zürich 1953
Der Vogel Greif. Ein Roman. Steinberg, Zürich 1953
Springinsfeld und Sauerkloss oder Das Freudenfest. Ein Märchen. Sauerländer, Aarau 1954
Kleine Komödie. Ein heiterer Zürcher Roman. Ex Libris, Zürich 1958