An diesem Tag

Rudolf Henz

Österreichischer Schriftsteller; Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks

Anúncio

Rudolf Henz (Pseudonym: R. Miles; * 10. Mai 1897 in Göpfritz an der Wild (Niederösterreich); † 12. Februar 1987 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller und Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks.

Rudolf Henz trat 1908 gemeinsam mit Jakob Kern in das Knabenseminar Hollabrunn ein und legte 1915 die Kriegsreifeprüfung am k. k. Staatsgymnasium Hollabrunn ab. Danach besuchte er die Kadettenschule an der theresianischen Militärakademie. Während des Ersten Weltkriegs war Henz im Rang eines Leutnants der Adjutant von Stephan Duić (1877–1934).

Nachdem er seinen Kriegsdienst geleistet hatte, studierte Henz an der Universität Wien die Fächer Germanistik und Kunstgeschichte. 1923 wurde er zum Dr. phil. promoviert.

In den kommenden Jahren arbeitete er in der katholischen Volksbildung. Im Jahr 1931 wurde er Direktor der wissenschaftlichen Abteilung der RAVAG und führte 1932 den Schulfunk ein.

Im Mai 1934 wurde Henz die Leitung des Kulturreferates der Vaterländischen Front (VF) übertragen. Nach der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß im Zuge des gescheiterten Juliputsches 1934 verfasste Henz im Auftrag von dessen Nachfolger Kurt Schuschnigg den Text zum Lied der Jugend, auch Dollfußlied genannt, das als Pendant zum nationalsozialistischen Horst-Wessel-Lied zur Hymne der austrofaschistischen Bewegung wurde. Von 1934 bis 1938 gehörte er auch dem Bundeskulturrat an. Von Juli 1936 bis Oktober 1937 war er Bundesleiter des VF-Werkes Neues Leben.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich verlor er 1938 seine Posten. Henz wurde freier Schriftsteller und verdiente nebenbei als Glasmaler etwas Geld.

Im September 1938 brachte Henz einen Aufnahmeantrag an die Reichsschrifttumskammer ein und gab u. a. an, Mitglied bei der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, beim Reichsluftschutzbund und beim Deutschen Roten Kreuz zu sein. Zu einer Stellungnahme zu seinen Positionen und Tätigkeiten im Ständestaat aufgefordert, beteuerte Henz in einem mehrseitigen Schreiben die unpolitische Ausrichtung der von ihm verantworteten Rundfunksendungen, seine ‚Arisierungsbestrebungen’ und den Ausschluss emigrierter Personen. Zudem betonte er sein loyales Verhalten gegenüber (illegalen) Nationalsozialisten und der v. a. nach 1936 engen Zusammenarbeit mit verschiedenen kulturpolitischen Stellen im Deutschen Reich. In einem weiteren Schreiben an die Reichsschrifttumskammer Berlin schrieb Henz, dass er seine staatsbürgerlichen Pflichten stets erfüllt, bei der Volksabstimmung für den Führer gestimmt, von Jänner bis Mai als Oberleutnant beim Einmarsch in Mähren mitgewirkt habe und auch als Schriftsteller jederzeit bereit sei, seinen Platz auszufüllen. Im Juli 1939 wurde Henz eine rückwirkende Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer mit 1. Juli 1938 gewährt. So konnten zwischen 1938 und 1945 die Romane Begegnung im September (1939), Der große Sturm (1943), Der Kurier des Kaisers (1941) im Münchner Alber Verlag, Ein Bauer greift an die Sterne (1943) im Verlag der Buchgemeinde Bonn sowie der Erzählband Die Hundsmühle (1939) im Laumann Verlag erscheinen.

Henz war Mitglied der 1948 bis 1949 vom Unterrichtsministerium eingesetzten ‚Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur’ als Vertreter der Schriftsteller und saß damit in jenem nur kurz bestehenden Gremium, das die Entnazifizierung des Literaturmarkts und -betriebs realisieren sollte. Gleichzeitig verfasste Henz Entlastungsschreiben für ehemalige Nationalsozialisten, u. a. für Siegfried Freiberg. Auch für den schwer belasteten NS-Germanisten Josef Nadler setzte sich Henz sowohl in der Kommission als auch im neu gegründeten P.E.N.-Club ein.

In den Jahren 1945 bis 1957 war er Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks. Er gründete 1947 die Wiener und 1948 die österreichische Katholische Aktion. 1952 war er Präsident des österreichischen Katholikentages. Von 1950 bis 1952 gab er die Literaturzeitschrift Dichtung der Gegenwart, ab 1955 die Literaturzeitschrift Wort in der Zeit heraus. Von 1967 bis 1980 war Rudolf Henz Präsident des Österreichischen Kunstsenats.

Als sein Hauptwerk gilt das Vers-Epos Der Turm der Welt (1952), an dem er über viele Jahre hinweg arbeitete.

Er ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33 G, Nummer 75).

1935 Ritterkreuz des österreichischen Verdienstordens

1953 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur

1954: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

1956 Literaturpreis der Stadt Wien

1971 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

Dennoch Mensch, ein Roman von Krieg und Liebe. Salzburg 1935

Der Kurier des Kaisers. Bonn 1941, Wien 1946

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Rudolf Henz | World in Stories