Rudi Spring (* 17. März 1962 in Lindau am Bodensee; † 28. Dezember 2025) war ein deutscher Komponist, Pianist und Musikpädagoge.
Rudi Spring erhielt ab 1971 ersten Klavier- und Kompositionsunterricht bei Alfred Kuppelmayer (1918–1977). Während seines Studiums am Konservatorium Bregenz (1976–1980) erhielt er Unterricht in Kammermusik bei Heinrich Schiff, mit dem er auch als Duo-Partner und Komponist zusammenarbeitete. An der Musikhochschule München studierte er von 1981 bis 1986 Komposition bei Wilhelm Killmayer und Heinz Winbeck sowie Klavier bei Karl-Hermann Mrongovius. 1987 wurde er Lehrbeauftragter der Hochschule, zunächst für Korrepetition, später für Gehörbildung, Analyse und Tonsystematik.
Seit 1999 hatte er an der Musikhochschule München einen Lehrauftrag in Liedgestaltung inne, seit 2020 im Rahmen einer Honorarprofessur. Von 2008 bis 2015 wirkte er parallel dazu als Lehrbeauftragter für Liedgestaltung am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg.
Von 1975 bis 1986 wirkte Spring als Kirchenorganist, seit 1985 auch als Dirigent. Als Pianist spielte er von 1985 bis 2003 im Duo mit dem Geiger Erich Höbarth. Weitere Duo-Partner waren unter anderem Hariolf Schlichtig (Viola), Maria Reiter (Akkordeon), Jessica Kuhn (Cello) und die Sängerin Salome Kammer, die er zum Beispiel 2009 beim Rheingau Musik Festival in Liedern und Chansons der 1920er bis 1940er Jahre begleitete.
Weiters konzertierte er als Pianist im Gasteig im Trio mit Jens Josef (Flöte) und Graham Waterhouse (Cello). Spring setzt sich, insbesondere im Rahmen seiner Hochschultätigkeit, für charakteristisches, aber vernachlässigtes Lied-Repertoire ein, so zum Beispiel für das Schaffen von unter anderem Conrad Ansorge, Frederick Delius, Gustav Holst, Charles Koechlin, Albert Roussel, Louis Vierne, Florent Schmitt, Hans Sommer, Peter Cornelius und Robert Franz.
Kompositionsaufträge erhielt Spring zum Beispiel von der der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie, vom Bodenseefestival, vom Klavier-Festival Ruhr, vom Deutschen Musikrat, vom Land Baden-Württemberg, vom Münchener Kammerorchester sowie von Konstantin Wecker, dessen Filmmusik In der Mitte eines Lebens Spring orchestrierte.
Ab 2014 verfasste er alljährlich in der Zeitschrift Vox Humana das Jubilar-Mosaik „Im Bann der runden Zahlen“, welches ausgehend von Geburts- und Sterbejahren von Komponisten und Dichtern (in 50-Jahr-Schritten) die ganze Bandbreite des Klavierlied-Repertoires ausleuchtet, das Weltberühmte mit dem Entlegenen verknüpfend.
Rudi Spring starb unerwartet im Alter von 63 Jahren während der Rückreise von Lindau nach München, wo er seit den 1980er Jahren lebte. Er hinterlässt seine Frau und zwei gemeinsame Söhne.
1988: Bayerischer Staatlicher Förderpreis für junge Künstler
2002: Internationaler Bodenseekulturpreis
2005: Stipendiat der Villa Massimo in Rom
2012: Kulturpreis der Stadt Lindau
Lieder zum Theaterstück Maria Madlenerin von Helga Sauermann (op. 64a; 1995) für Altstimme, kleines Akkordeon (auf G) und Trommel. UA 1995 Lindau)
Er trieb einen kleinen Finsternishandel (op. 71; 1999). Kammerspiel für Sprechstimme, Klangfiguren (halb Puppe, halb Instrument), Akkordeon und Violoncello. Libretto: nach Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg. UA 1999 Schloss Seefeld
Zwei fragmentarische Szenen (op. 74e; 2000/02) für Mezzosopran und Klavier
Die Donau und ihr Geist (op. 78; 2002). Märchen-Melodram für Erzählstimme, Pantomimengruppe und Sextett: Klarinette (Es/B), Tenorhackbrett, Akkordeon, Celesta / Klavier, Violine und Kontrabass. Libretto: Andrea Haupt und Elisabeth Verhoeven. UA 2002 Stuttgart
Für Solostimme und 1–6 Instrumente
Galgenliederbuch (op. 19; 1983–2000) für Gesang und Klavier. Texte: aus den Galgenliedern (1895–1905) von Christian Morgenstern