An diesem Tag

Ronnie James Dio

US-amerikanischer Metal-Sänger (1942–2010)

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Ronnie James Dio (* 10. Juli 1942 in Portsmouth, New Hampshire als Ronald James Padavona; † 16. Mai 2010 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Hard-Rock- und Heavy-Metal-Sänger der Bands Elf, Rainbow, Black Sabbath, Dio und Heaven and Hell. Er gilt in diesem Bereich der Musik als einer der bedeutendsten Sänger. Dio wird zudem oft als Erfinder der Mano-cornuta- bzw. Devil-Horns-Handgeste genannt, die sich als Gruß in der Metal-Szene weltweit etablierte. Da Dio diese sehr prominent verwendete, trug er zur Popularisierung der Geste bei.

Dio spielte ab seinem fünften Lebensjahr auf Drängen seines Vaters Trompete und Bassgitarre. 1957, im Alter von 14 Jahren, spielte er in der Schulband The Vegas Kings aus Cortland. Der Bandname wechselte über Ronnie & The Rumblers in Ronnie and the Red Caps.

Um 1960 benutzte Dio zum ersten Mal den Künstlernamen Dio (italienisch für „Gott“). Laut eigener Aussagen nutzte er das Pseudonym in Anlehnung an einen Mafioso aus Florida namens Johnny Dio, der ihn zu der Zeit beeindruckte. Dies ging so weit, dass er sich auf Konzerten auch als Neffe des Mafioso ausgab, um sich wichtig zu machen. Dass ein Angestellter einer Konzert-Venue aber tatsächlich Kontakt zu den Leuten um Johnny Dio hatte und diese dann zu einem Gig des vermeintlichen Neffen einlud, sorgte beim jungen Ronnie James Dio im Nachhinein für monatelange Angstzustände, weswegen er fortan nicht mehr diese vermeintliche familiäre Bindung vorgab. Johnny Dio ließ allerdings später Grüße an seinen „Neffen“ ausrichten und wünschte ihm für seine musikalische Karriere alles Gute.

Nach erneutem Wechsel des Bandnamens in Ronnie Dio and the Prophets erschienen diverse Singles und ein erstes Album, mit dem Titel Dio at Domino’s. Die Aufnahme entstand im Szene-Lokal Domino’s Restaurant, einem beliebten Tanztreff in Cortland, für den die Band längere Zeit spielte und so erste lokale Bekanntheit erlangte. Das Repertoire enthielt neben wenigen Eigenkompositionen hauptsächlich Chartmusik der 1950er und 60er Jahre.

Die Band Ronnie Dio & The Prophets hatte bis 1967 Bestand. Neben einigen Besetzungswechseln änderte man auch den Namen in The Electric Elves. Einer Anekdote zufolge entstand der Name aufgrund einer Hänselei des damaligen Gitarristen Dick Botoff, der sich darüber lustig machte, dass der zweite Gitarrist Nick Pantas aufgrund seiner geringen Körpergröße und seiner Schuhe wie ein Elf aussehe. Fortan trug dieser den Spitznamen „Elf“.

Das optische und akustische Erscheinungsbild der Band wandte sich allerdings mehr und mehr ab vom Pop hin zum Rock.

Im Februar 1968 wurde die Band in einen schweren Autounfall verwickelt, bei dem Gitarrist Nick Pantas ums Leben kam. Alle Insassen wurden verletzt. Dio selbst schlug mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe des Wagens und trug Verletzungen davon. Erst im Mai des Jahres spielte man wieder zusammen. Man strich das Wort „Electric“ aus dem Bandnamen und nannte sich fortan The Elves. Dieser Name hatte bis 1972 hinein Bestand.

Zu Beginn der 1970er Jahre tourte die Band durch College-Kneipen und erstellte Material für ein erstes Studioalbum, zu dem ihr jedoch ein Plattenvertrag fehlte. Eines Abends wurden Ian Paice und Roger Glover von Deep Purple Zeuge eines Auftrittes der Band und boten ihr an, die Platte zu produzieren. Das erste, schlicht Elf genannte, Album erschien auf dem bandeigenen Label Purple Records. Aufgrund der Beziehung zu Paice und Glover konnte sie, nun unter dem Namen Elf, als Vorgruppe von Deep Purple auf deren US-Tour 1972 auftreten.

Nach erneuten Besetzungswechseln gab Dio den Bass auf, um sich auf seinen Gesang zu konzentrieren. Die Band wechselte für die Produktion ihres zweiten Albums den Standort und zog nach England um. Als Produzent fungierte erneut Roger Glover, auf dessen Solo-Projekt Butterfly-Ball and the Grasshopper’s Feast Dio einige Songs interpretierte. 1974 erschien die zweite Platte von Elf. Man gab ihr zwei verschiedene Titel, Carolina County Ball in Europa und LA / 59 in den USA und Japan. In dieser Zeit wurde das Interesse von Ritchie Blackmore, dem Gitarristen von Deep Purple, an Dio geweckt. Das dritte und letzte Album der Band Elf erschien 1975 unter dem Titel Trying to Burn the Sun.

Noch während der Arbeiten am Album entstanden in Zusammenarbeit von Dio und Blackmore zwei Songs, die auf einer Single erscheinen sollten: Black Sheep of the Family und Sixteenth Century Greensleeves. Die Single erschien jedoch nicht, vielmehr formierte Ritchie Blackmore, der Deep Purple verlassen hatte, den Rest der Band Elf zu seinem neuen Projekt Rainbow. Mit dieser Band nahm Dio mehrere erfolgreiche Alben auf, darunter auch Klassiker wie Rising und Live on Stage. Die Band ging international auf Tour.

1976 wurde das Verhältnis zwischen Dio und Blackmore zunehmend belastet, da beide zunehmend unterschiedliche musikalische Ziele verfolgen wollten. In einem Interview äußerte Dio, er sei dem gitarrenorientierten Heavy Rock zugeneigt gewesen, während Blackmore Rainbow kommerzieller ausrichten wollte. Ende 1978 trennten sich die Wege der beiden, als Blackmore sämtliche Mitglieder außer Cozy Powell entließ, obwohl die Band gerade an einem Album arbeitete.

Dio schloss sich daher ab November Black Sabbath an, die einen Ersatz für Ozzy Osbourne suchten. Trotz anfänglicher Skepsis vieler Fans wurde das erste Album Heaven and Hell (1980) zu einem der bedeutendsten Heavy-Metal-Alben. Auf der Tour zu diesem Album verwendete er zum ersten Mal die Mano cornuta, die sich daraufhin zu einem festen Bestandteil der Metal-Szene entwickelte. Das ein Jahr später veröffentlichte zweite Album Mob Rules konnte an den Erfolg des ersten Albums anknüpfen. Doch schon während des Mischens des Live-Albums Live Evil verließ Dio die Band. Gitarrist und Bandleader Tony Iommi warf ihm vor, zu sehr die Kontrolle übernehmen zu wollen und bezeichnete ihn sogar als „eine Art Hitler“.

So trennte sich der Sänger nach drei Jahren wieder von Black Sabbath und gründete im Oktober 1982 u. a. mit Appice seine eigene Band Dio. Der Stil seiner nach ihm benannten Band kann als eine Melange von Rainbow und Black Sabbath angesehen werden: Ein dynamischer Hard Rock bzw. Heavy Metal mit Texten, die meist mystisch, geheimnisvoll und voller Rätsel sind und sich durch eine expressive Bildersprache auszeichnen. Die Gruppe nahm bis 1990 die Alben Holy Diver, The Last in Line, Sacred Heart, Dream Evil und Lock Up the Wolves auf. Der Stil der Band diente vielen Musikern als Vorlage, wodurch das Subgenre Power Metal entwickelt wurde.

1991 schloss er sich erneut Black Sabbath an. Mit der Besetzung des Albums Mob Rules aus Tony Iommi, Geezer Butler und Vinnie Appice nahm er 1992 sein drittes Studioalbum, Dehumanizer, auf. Er trennte sich im selben Jahr später wieder von der Band, da Ozzy Osbourne auf den letzten beiden Konzerten in Costa Mesa seiner damaligen Abschiedstour mit Black Sabbath im Zusammenhang einer Reunion spielen wollte, Dio jedoch aufgrund seiner Differenzen mit Osbourne nicht mit diesem die Bühne teilen wollte.

Er blieb darüber hinaus weiterhin der Sänger und Bandleader von Dio. Die unmittelbar nach der Trennung von Black Sabbath entstandenen Alben Strange Highways und Angry Machines konnten nicht an seinen Erfolg in den Achtzigern anknüpfen. Die letzten Dio-Alben wurden in Teilen selbst in der Szene-Presse zwiespältig aufgenommen bzw. rezensiert.

1986 startete Dio das Projekt Hear ’n Aid. Nach dem Vorbild von Band Aid brachte er verschiedene Musiker des Hardrocks und Heavy Metals zusammen, um den Song Stars aufzunehmen. Mitwirkende Musiker an dem Projekt waren u. a. der Queensrÿche-Sänger Geoff Tate, Dave Murray und Adrian Smith von Iron Maiden, Rob Halford von Judas Priest, Yngwie J. Malmsteen, Don Dokken (Dokken), Paul Shortino (Rough Cutt), Eric Bloom und Donald „Buck Dharma“ Roeser von Blue Öyster Cult, Neal Schon.

2007 ergab sich eine zweite Reunion von Black Sabbath mit Dio. Als Black Sabbath nahmen die Musiker drei neue Songs auf, The Devil Cried, Shadow of the Wind und Ear in the Wall. Diese drei Lieder waren eigentlich für ein Studioalbum gedacht, wurden dann jedoch auf der Kompilation The Dio Years von Black Sabbath veröffentlicht.

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