Ronald Wilson Reagan [ˈɹeɪgən] (* 6. Februar 1911 in Tampico, Illinois; † 5. Juni 2004 in Bel Air, Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und republikanischer Politiker. Von 1967 bis 1975 war er der 33. Gouverneur von Kalifornien und von 1981 bis 1989 der 40. Präsident der Vereinigten Staaten.
Ronald Reagan stammte aus bescheidenen Verhältnissen, sein Vater Jack Reagan (1883–1941) war Nachkomme irischer Immigranten. Ronald wurde im Haus 111 Main Street in Tampico geboren, seine Mutter war Nelle Wilson Reagan (1883–1962). Nach der High School besuchte er das Eureka College in Eureka, Illinois, welches mit der Christian Church (Disciples of Christ) verbunden ist. Reagan studierte dort neben Wirtschaftswissenschaften und Soziologie auch Theaterwissenschaften und erlangte 1932 in den beiden erstgenannten Fächern den Abschluss.
Am Eureka College wurde er Vorsitzender der Studentenschaft, Footballspieler, Cheerleader für das Basketballteam und Mitglied der Tau Kappa Epsilon Fraternity.
Als Sportkommentator für die Rundfunksender WOC (AM) in Davenport und WHO (AM) in Des Moines kommentierte er in den 1930er Jahren Baseball-Spiele nur anhand von Tickermeldungen. Als er die Chicago Cubs bei einer Reise nach Kalifornien als Reporter begleitete, kam er zu einem Casting in Hollywood. 1937 erhielt Reagan von Warner Brothers einen Siebenjahresvertrag als Schauspieler. Alleine bis zum Jahre 1939 drehte er 19 Filme.
Während Reagan in kleineren Filmen Hauptrollen übernahm, spielte er in größeren Filmen meist Nebenrollen, etwa als Sidekick von Errol Flynn in Land der Gottlosen und Sabotageauftrag Berlin. Seine vielleicht beste Rolle hatte er im Filmdrama Kings Row (1942) als wohlhabendes Waisenkind, das sein Vermögen und anschließend sein Bein bei einem Arbeitsunfall verliert. Allerdings wurde er direkt nach Kings Row im Rahmen der Wehrpflicht in die Air Force berufen, sodass ein positiver Karriereschub ausblieb. Häufig verkörperte Reagan elegante und respektable Persönlichkeiten mit festen Moralvorstellungen und Prinzipien. Er erarbeitete sich Anfang der 1950er Jahre mit Hauptrollen in einigen kleineren Western einen Ruf als „James Stewart für Arme“. Daneben arbeitete er ebenfalls regelmäßig als Sprecher und Erzähler von Filmen, etwa beim oscarprämierten Kurzfilm Beyond the Line of Duty.
Ab den 1950er Jahren war Reagan auch regelmäßig im zunehmend populären Fernsehen zu sehen. Er war von 1954 bis 1962 als Gastgeber in 260 Folgen der wöchentlichen Anthologie-Serie General Electric Theater zu sehen, benannt nach dem Elektrokonzern General Electric. In einer Episode aus dem Jahre 1954 spielte er zusammen mit James Dean die Hauptrollen. Bis Mitte der 1960er Jahre wirkte er an rund 80 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Von 1947 bis 1952 und von 1959 bis 1960 war er Präsident der Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG), was als Beginn seines politischen Engagements gewertet wird.
Am 2. August 1960 bekam er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Fernsehen.
Ab 1947 war er Informant des FBI vor dem Hintergrund der McCarthy-Ära und der zweiten Roten Angst, die von einer dezidiert antikommunistischen Stimmung gekennzeichnet war. Als Zeuge vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe im November und Dezember des gleichen Jahres schilderte er zwar den aus seiner Sicht schädlichen Einfluss, den linke Kräfte auf die Filmindustrie in Hollywood ausübten, er nannte jedoch keine Namen. Zudem trat er in einer vielbeachteten Rede vor diesem Komitee gegen eine Verfolgung von Kommunisten ein. Vielmehr seien amerikanische Institutionen sehr wohl in der Lage, sich selbst erfolgreich gegen Unterwanderungsversuche zu wehren.
Der MCA-Chef Lew Wasserman war ein großer Förderer der politischen Karriere von Reagan. Wasserman wurden auch Verbindungen zur Mafia nachgesagt. Während seiner Zeit als Präsident der Schauspielergewerkschaft SAG bevorzugte Reagan das damals größte Medienunternehmen MCA erheblich: Den Einrichtungen SAG der MCA 1952 erlaubte er vertraglich stillschweigend und exklusiv, zugleich als Künstleragentur tätig als auch Produzent von Unterhaltung sein zu dürfen, beispielsweise von TV-Shows. Beide Funktionen waren bis dahin strikt getrennt, da die Interessen der Schauspieler und Produzenten teilweise gegenläufig sind. Durch diesen Vertrag konnte MCA sehr erfolgreich agieren. MCA, bei der auch Reagan unter Vertrag war, bedankte sich, indem sie ihm beispielsweise durch die Vermittlung von Engagements und Werbeauftritten immer wieder aus finanziellen Engpässen heraushalf. Im Jahr 1962 kam es zu einem Gerichtsprozess, bei dem auch Reagan wegen Korruption angeklagt war. Dieser berief sich mehrfach auf Gedächtnislücken und wurde letztlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. MCA musste die Trennung wiederherstellen und verkaufte die Künstleragentur. Nach Beginn seiner Amtszeit als US-Präsident wurden laufende Verfahren gegen die MCA eingestellt.
Seine 1940 geschlossene erste Ehe mit dem Filmstar Jane Wyman (1917–2007) endete 1948 mit der Scheidung. Von 1952 bis zu seinem Tod war er rund 52 Jahre mit Nancy Davis, geborene Anne Frances Robbins, (1921–2016) verheiratet, die kurzzeitig ebenfalls als Schauspielerin arbeitete. Nancy und Ronald Reagan standen auch gemeinsam vor der Kamera, so in den Hauptrollen des Kriegsfilmes Hellcats of the Navy (1957) von Nathan Juran.
Als Reagans engster Freund galt der Schauspieler Robert Taylor, für den er 1969 die Grabrede hielt.
Reagan hat verschiedene Spitznamen erhalten und gepflegt: „The Gipper“ bezieht sich auf eine Filmrolle aus dem Jahr 1940, in der er den Football-Star George Gipp spielte. Der Spitzname „The Great Communicator“ bezog sich auf eine ihm zugeschriebene Fähigkeit, eine persönliche Beziehung zu den Bürgern aufzubauen und über sie seine politischen Anliegen zu kommunizieren. Ein persönlicher Kosename war „Dutch“, den er von seinem Vater erhielt und der später auch zum Titel von Edmund Morris‘ umstrittener Biografie „Dutch: A Memoir of Ronald Reagan“ wurde.
1985 musste sich Reagan einer Darmkrebs-Operation unterziehen.
General Electric und Hinwendung zum Konservatismus
Seine Moderation der Anthologie-Serie General Electric Theater zwischen 1953 und 1962 brachte ihm weitere Beschäftigung als Konzernrepräsentant von General Electric (GE), die die Sendung sponserten. Reagan hielt innerhalb von sechs Jahren als Konzernrepräsentant zahlreiche Reden an die Belegschaft.
Der Konzern hatte damals über 250.000 Angestellte in 40 Bundesstaaten. Reagans Vertrag beinhaltete die Pflicht, über aktuellen Klatsch und Tratsch von Hollywood zu sprechen – stattdessen aber reiste er durch die USA und sprach über freies Unternehmertum, Staatsmedizin und ein staatliches Rentensystem. Über seine Reise durch die USA sagte Reagan:
In seiner Zeit bei GE wandelte sich Reagans politisches Auftreten drastisch. Er bekundete nun öffentlich, sich von einem Linken („liberal“) zu einem Konservativen gewandelt zu haben. Er sagte dazu: