Ronald David „Ron“ Wood (* 1. Juni 1947 in Hillingdon, London), auch Ronnie Wood, ist ein britischer Rockmusiker und Maler. Er ist vor allem als Gitarrist der Rolling Stones bekannt, denen er seit 1975 als festes Mitglied angehört. Zuvor spielte Wood unter anderem bei den Birds, Faces sowie der Jeff Beck Group. Neben seiner Karriere als Musiker ist Ronnie Wood auch ein erfolgreicher bildender Künstler, dessen Gemälde, Zeichnungen und Drucke weltweit ausgestellt werden.
Ron Wood stammt aus Yiewsley (Borough of Hillingdon), einem Vorort im äußersten Westen Londons. Seine Kindheit verbrachte er auf Schleppkähnen und in Sozialbausiedlungen. Er ist der jüngste von drei Söhnen einer Roma-Familie, die seit Generationen auf Schleppkähnen lebte und in England als „bargees“ oder „water gypsys“ bezeichnet werden. Wood wuchs in einfachen Verhältnissen auf, Musik, Besuche in Pubs oder der Pferderennbahn spielten in der Familie eine große Rolle. Der künstlerisch talentierte Ronnie erhoffte sich als Kind eine Karriere als Maler und Musiker. Als 12-Jähriger bekam er von seinen älteren Brüdern Art (1937–2006) und Ted (1939–2003), die beide als Amateurmusiker auftraten, eine Gitarre geschenkt.
Auf Anraten von Lehrern, denen seine künstlerische Begabung aufgefallen war, besuchte Wood wie seine älteren Brüder das Ealing Art College, eine ehemalige Kunsthochschule im Stadtteil Ealing. Als Jugendlicher gewann er den Hauptpreis in einem Malwettbewerb der BBC-Fernsehsendung Sketch Club – ein Moment der öffentlichen Anerkennung, den er rückblickend als seinen Eintritt in die Welt der Kunst bezeichnet.
Jeff Beck Group, The Faces und weitere Bands
Ron Wood begann seine Karriere als Musiker in den 1960er Jahren als Mitglied der englischen Band The Birds. Nach einem kurzen Intermezzo im Jahre 1967 bei Santa Barbara Machine Head spielte er bei der Jeff Beck Group und zeitweise parallel auch bei der Band The Creation.
Nachdem sich die Jeff Beck Group 1969 aufgelöst hatte, stieß er zusammen mit Rod Stewart, dem Sänger der Gruppe, zu den Small-Faces-Mitgliedern Ronnie Lane (Bass), Ian McLagan (Keyboard) und Kenney Jones (Schlagzeug), die nach Steve Marriotts (Gesang/Gitarre) Austritt aus der Band auf der Suche nach Ersatz waren. Die neue Formation benannte sich wenig später in The Faces um. Bei den Faces bildete Ron Wood zusammen mit Rod Stewart ein ähnliches Duo wie Mick Jagger und Keith Richards bei den Rolling Stones. Er schrieb viele Stücke der Faces und war auch an den ersten Soloalben von Rod Stewart als Gitarrist beteiligt. Die Faces trennten sich 1975.
Als die Rolling Stones einen Nachfolger für den im Dezember 1974 ausgeschiedenen Gitarristen Mick Taylor suchten, erinnerten sie sich an Ron Wood, den Mick Jagger und Keith Richards bereits bei seinem Soloalbum unterstützten und der am Stones-Song It’s Only Rock ’n’ Roll des im Oktober erschienenen gleichnamigen Albums beteiligt war. Im April 1975 wurde seitens des Managements verkündet, dass Wood die Stones vorübergehend als Gitarrist auf der vom 1. Juni bis 8. August 1975 andauernden Tournee durch die Vereinigten Staaten von Amerika begleiten werde. Ende 1975 wurde er zwar festes Mitglied der Band, war finanziell allerdings nur ein Angestellter mit einem monatlichen Gehalt. Vollwertiges Mitglied, also inklusive der entsprechenden Gewinnbeteiligungen am Unternehmen, wurde er erst 1993. Das erste Stones-Album, auf dem er zu hören ist, war Black and Blue (1976).
Während der Rolling-Stones-Konzerte 1976 (dokumentiert auf dem Album Love You Live) hinterließ er nach Ansicht des Managements durchaus einen positiven Eindruck. Auch zum Gelingen des Albums Some Girls trug er bei.
Behindert durch seine jahrelange Alkoholsucht war er jedoch außerstande, eine gefestigte Leadgitarrenposition einzunehmen, wie sie zuvor Mick Taylor hatte. Diesen Part übernahm im Laufe der Jahre häufiger Keith Richards, der im Prinzip nie ernsthaft für die Rolle des Leadgitarristen vorgesehen war; galt er doch eher als Human Riff (‚Meister der Rhythmusgitarre‘).
So blieb Ron Woods Rolle bei den Rolling Stones die eines Rockgitarristen mit gelegentlichen – und auch recht ansprechenden – Einlagen an der Slide- und Pedal-Steel-Gitarre. Außerdem sorgte er als Schlichter und Vermittler zwischen den zeitweiligen Streithähnen Mick Jagger und Keith Richards für Entspannung innerhalb der Band.
Ähnlich wie Mick Taylor wird Ron Wood von einigen Rolling-Stones-Fans nicht als echtes Stones-Mitglied angesehen, obwohl er inzwischen weitaus länger bei der Band ist als seine beiden Vorgänger (Brian Jones und Mick Taylor) zusammen.
Anzumerken sind seine musikalischen Mitwirkungen an diversen Projekten, wie sein Auftritt in dem Konzertfilm The Last Waltz von Regisseur Martin Scorsese sowie eine Darbietung auf der Veranstaltung zu Bob Dylans fünfzigstem Geburtstag im New Yorker Madison Square Garden. Anlässlich des von Bob Geldof 1985 initiierten Live-Aid-Konzerts zugunsten der Hungerhilfe für Afrika begleitete er, zusammen mit Keith Richards, Bob Dylan auf der Bühne in Philadelphia. Am 13. August 1986 und am 26. Juli 1988 gastierte Wood bei zwei Aftershows von Prince in London als musikalischer Gast auf der Bühne. Erneut mit Bob Dylan trat er 1996 im Londoner Hyde Park während der Wohltätigkeitsveranstaltung Prince’s Trust auf. Hin und wieder begleitet er seinen alten musikalischen Weggefährten Rod Stewart, so ist er zum Beispiel auf dessen Unplugged And Seated vom 5. Februar 1993 mit von der Partie. Auf der 2006 erschienenen CD Last Man Standing von Jerry Lee Lewis ist Wood als Begleitmusiker zu hören. Des Weiteren wirkt er als Sänger bei den Liedern Rocking My Life Away und Trouble In My Mind mit.
Da das Songschreiben bei den Rolling Stones Jagger und Richards obliegt, veröffentlichte Ron Wood diverse Soloalben.
Von 2005 bis 2008 hatte Ron Wood in London ein eigenes Independent-Label namens Wooden Records. Das Label mit Schwerpunkt House, Pop und Rock verlegte unter anderem Tonträger von Woods Tochter Leah Wood, das Debütalbum On The Brink der Band The Thirst und bis dahin nicht offiziell veröffentlichtes Livematerial von Ron Wood aus den 1970ern (Live From Kilburn – The First Barbarians und Buried Alive – New Barbarians).
Seit seiner Kindheit widmet sich Ron Wood nicht nur der Musik, sondern ebenso der bildenden Kunst. Auch auf Anraten von Lehrern, denen seine künstlerische Begabung aufgefallen war, besuchte Ron Wood wie seine zwei älteren Brüder das Ealing Art College, eine ehemalige Kunstschule in London. Als Jugendlicher gewann er den Hauptpreis in einem Malwettbewerb der BBC-Kunstfernsehsendung Sketch Club – ein Moment der öffentlichen Anerkennung, den er rückblickend als seinen Eintritt in die Welt der Kunst nennt.
Während er in der Musik die Möglichkeit sieht, sich als Teil einer Gruppe auszudrücken, betrachtet er die bildende Kunst als persönlichere Ausdrucksform.
Woods Gemälde, Zeichnungen und Grafiken wurden weltweit auf diversen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Häufig erstellt er Porträts von Zeitgenossen, die unter anderem seine Bandkollegen, Musiker, die er kennt oder bewundert, Freunde und Familienmitglieder zeigen, sowie Selbstporträts.
Zu weiteren Motiven zählen Tiere, Landschaften und Ballettszenen.