An diesem Tag

Roman Polański

Französisch-polnischer Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler (geb. 1933)

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Roman Raymond Polański (* 18. August 1933 als Raymond Thierry Liebling in Paris) ist ein französisch-polnischer Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und Schauspieler. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören die Horrorkomödie Tanz der Vampire (1967), in dem er selbst die Rolle des Alfred übernahm, der Horrorfilm Rosemaries Baby (1968), der Kriminalfilm Chinatown (1974) sowie der Holocaustfilm Der Pianist (2002), der mit der Goldenen Palme von Cannes sowie dem Oscar für die beste Regie ausgezeichnet wurde.

Raymond Liebling, später Roman Raymond Polański, ist der Sohn von Mojżesz Liebling (1903–1984) und dessen Frau Bula Katz-Przedborska (1900–1943). Liebling war jüdischer Abstammung, kam aus Krakau und ging Ende der 1920er Jahre nach Paris. Polańskis Großeltern mütterlicherseits, er Jude und sie Katholikin, stammten ursprünglich aus Russland. Sie zogen zunächst nach Polen und später mit Bula nach Paris. Bulas erste Ehe, aus der sie eine Tochter namens Annette hatte, fand durch das Verhältnis mit Liebling ihr Ende. Im Herbst 1932 heirateten die beiden. Liebling, der als Kunstmaler kein Auskommen hatte, verdiente den Lebensunterhalt der Familie mit der Herstellung von Gebrauchsgegenständen aus Plastik sowie einem Job in einer Schallplattenfabrik. Nachdem er letzteren verloren hatte, kehrte die Familie Anfang 1937 wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Situation und des wachsenden Antisemitismus in Frankreich nach Polen zurück. Polański sagte selbst über seine Familie: „Sie war ganz assimiliert und befolgte keinerlei Gebote der jüdischen Religion“.

Die Familie ließ sich in Krakau nieder. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs floh die Mutter mit den beiden Kindern nach Warschau, der Vater kam später nach. Dort erlebten sie den Beginn der deutschen Besatzung, weshalb sie nach Krakau zurückkehrten, wo Polański einige Wochen lang die Schule besuchen konnte.

Die Familie Liebling war der nationalsozialistischen Judenverfolgung ausgesetzt. Sie musste in zwei Zimmer einer Etagenwohnung am Marktplatz von Podgórze ziehen, der dann Teil des Krakauer Ghettos wurde. Dort wurde Polański Zeuge willkürlicher Morde. Er konnte durch den Stacheldrahtzaun Propagandafilme der Wehrmacht ansehen und bisweilen mit anderen Kindern kurzfristig das Ghetto verlassen, das nach Massendeportationen später verkleinert wurde. Die Familie wurde umquartiert und musste sich mit einer anderen Familie sowie einer weiteren Person mit Hund ein Zimmer teilen. Kurz darauf wurde Polańskis Mutter, im vierten oder sechsten Monat schwanger, ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie 1943 ermordet wurde. Sein Vater überlebte die Haft im Konzentrationslager Mauthausen. Auch Polańskis Halbschwester und seine Großmutter wurden deportiert.

Polański selbst konnte im Morgengrauen des 13. März 1943 aus dem Ghetto fliehen und entkam der Judenverfolgung in Verstecken, zunächst gegen Bezahlung bei den katholischen Krakauer Familien Wilk und Putek und später bei einer sehr armen, antisemitisch eingestellten katholischen Bauernfamilie in Wysoka, wo er sich als katholischer Pole Roman Wilk ausgab. Im Herbst 1944 kehrte er von Wysoka zu den Puteks nach Krakau zurück. Später erzählte er, dass ein katholischer Priester ihn nach dem Krieg bedrängt habe, seine jüdische Abstammung preiszugeben. Die Erfahrung der existenziellen Bedrohung habe ihn zum Atheisten gemacht: „Seit diesem Tag gibt es keinen Glauben mehr für mich.“

Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Krakau am 19. Januar 1945 schlug sich Polański zunächst alleine durch. Später lebte er kurz bei der Familie seines Onkels Stefan, die sich in Krakau versteckt gehalten hatte, dann bei seinem aus dem KZ Auschwitz zurückgekehrten Onkel Dawid, dessen Frau Teofila und deren sechsjähriger Tochter Roma.

1946 lernte Polański in Krakau eine Hörspielregisseurin kennen und erhielt eine Rolle in einem Hörspiel. Als Kinderdarsteller machte er sich in Krakau einen Namen. Nach dem Abitur begann Polański zunächst ein Kunststudium in Krakau. Dort lernte er den damaligen Filmstudenten Andrzej Wajda kennen, der ihn überzeugen konnte, an die Filmhochschule Łódź zu wechseln, wo er schließlich seinen Abschluss machte. 1953 übernahm Polański eine kleine Rolle in Wajdas Examensfilm Pokolenie (Eine Generation). Zwischen 1953 und 1960 spielte er als Schauspieler in einigen Filmen mit und legte erste Kurzfilmarbeiten als Regisseur vor.

Im Jahr 1959 heiratete er die damals 19-jährige Schauspielerin Barbara Kwiatkowska, die damals zu den Jungstars des polnischen Kinos zählte und 1958 eine kleine Rolle in Polańskis Kurzfilm Zwei Männer und ein Schrank gespielt hatte. Sie spielte auch in seinem anderen Kurzfilm Wenn Engel fallen eine kleine Rolle. Die Ehe wurde 1962 geschieden.

Der Film Das Messer im Wasser (1962) bedeutete dann seinen Durchbruch als Regisseur. Polański erhielt für seinen Film viele Preise und wurde für einen Oscar nominiert. Doch er geriet von Seiten der Kulturbehörden unter Druck, nachdem Parteichef Władysław Gomułka den Film als „intellektuell flach“ kritisiert hatte. Zudem beobachtete ihn die Geheimpolizei SB.

1963 emigrierte Polański aus Polen. Er lebte in den darauffolgenden Jahren in Paris und England.

In England drehte er seine nächsten Filme Ekel (1965), Wenn Katelbach kommt… (1966) und Tanz der Vampire (1967). Während der Dreharbeiten zu Tanz der Vampire wurden er und die Schauspielerin Sharon Tate, die im Film eine Rolle gespielt hatte, ein Paar. Die beiden heirateten am 20. Januar 1968 in London.

Karriere als Filmregisseur und Leben in Amerika

Daraufhin übersiedelte er im selben Jahr in die Vereinigten Staaten, wo er mit seiner Frau lebte und seinen höchst erfolgreichen und stilbildenden Film Rosemaries Baby drehte. Im August 1969 wurden seine hochschwangere Frau und vier weitere Menschen, darunter sein aus Lodz stammender enger Freund Wojciech Frykowski, von Anhängern des Sektenführers Charles Manson ermordet. In einem Zustand von Trauer gab Polański 1969 ein Statement vor den Medien; deutlich gelassener gab er 1971 Dick Cavett ein Interview, das als Aufzeichnung erhalten ist. Der Vorfall stürzte ihn in Schuldgefühle.

1970 schilderte Polańskis langjähriger Autor Gérard Brach mit dem poetischen Film Le bateau sur l’herbe die Freundschaft zu Polański. Zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau machte er wieder Filme. So drehte er die Filme Macbeth (1971) und Was? (1972). 1973 folgte der Kriminalfilm Chinatown mit Jack Nicholson in der Hauptrolle, welcher von Kritikern gefeiert wurde und an den Kinokassen sehr erfolgreich war. Der Film wurde für insgesamt elf Oscars nominiert, gewann aber letztendlich nur einen. Es war Polańskis letzter in Hollywood gedrehter Film.

Flucht und neues Leben in Europa

1977 wurde Polański in Los Angeles wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen angeklagt (siehe unten). Daraufhin setzte er sich nach London ab. Kurz darauf siedelte er nach Paris über, um einer Auslieferung durch Großbritannien zu entgehen; seit 1975 oder 1976 ist er im Besitz der französischen Staatsbürgerschaft. Seitdem reiste er nicht wieder in die USA und vermied auch Reisen in Staaten, in denen eine Auslieferung zu befürchten war.

Seit 1989 ist er mit der Schauspielerin Emmanuelle Seigner verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder: Morgane (* 1993) und Elvis (* 1998), die beide als Schauspieler tätig sind.

Erstmals seit seinem Weggang aus seiner Heimat drehte er 2001 einen Film in Polen: Der Pianist. Im selben Jahr übernahm er eine Rolle in Andrzej Wajdas Verfilmung von Aleksander Fredros klassischer Komödie Die Rache. Mit Wajda war er all die Jahre hindurch befreundet geblieben.

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