An diesem Tag

Romário

Brasilianischer Fußballspieler und Politiker

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Romário de Souza Faria (* 29. Januar 1966 in Rio de Janeiro) ist ein ehemaliger brasilianischer Fußballspieler und heutiger Politiker. Der Stürmer gilt als einer der erfolgreichsten Torjäger der Fußballgeschichte und wurde insbesondere durch seine herausragenden Leistungen bei der WM 1994 bekannt, bei der er die brasilianische Nationalmannschaft zum Titel führte. Im selben Jahr wurde er als FIFA-Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet. Während seiner Karriere spielte Romário unter anderem für Vereine wie CR Vasco da Gama, PSV Eindhoven, FC Barcelona, Flamengo und Fluminense Rio de Janeiro.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Romário in die Politik. Seit 2015 ist er Senator im brasilianischen Nationalkongress und engagiert sich vor allem in den Bereichen Soziales, Bildung und Rechte von Menschen mit Behinderungen. Seine politische Karriere wird ebenso wie seine sportlichen Erfolge von großer öffentlicher Aufmerksamkeit begleitet. Seit Februar 2015 vertritt er seinen Heimatstaat als einer von drei Senatoren im Bundessenat Brasiliens. 2021 wechselte er zur konservativen Partido Liberal und war von Februar 2021 bis Februar 2023 Zweiter Vizepräsident des Senats. Kurz nach seinem Übertritt zu den Liberalen erklärte Romário seine Unterstützung für den rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro.

Seit dem 6. Januar 2024 ist Romário Präsident des Traditionsvereines America FC aus Rio de Janeiro, bei dem er 2009 seine Spielerlaufbahn beendete.

Romário de Souza Faria stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs in Jacarezinho, einer Favela im Norden der Millionenstadt Rio de Janeiro, auf. Mit 13 Jahren trat er in die Jugendmannschaft des Olaria Atlético Clube ein, dessen Nachwuchsabteilung als Talentschmiede galt. Aufgrund seiner geringen Körpergröße erhielt Romário früh den Spitznamen „Baixinho“ („der Kurze“). 1981 wechselte er zum traditionsreichen Klub CR Vasco da Gama und setzte seine Entwicklung zu einem der vielversprechendsten Stürmer des Landes fort. Ab 1985 gehörte Romário zum Profikader und setzte sich schnell als Stammspieler an der Seite der Vereinslegende Roberto Dinamite durch. Mit Vasco da Gama gewann Romário zweimal die Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro (1987, 1988) und wurde selbst zweimal Torschützenkönig. Aufgrund seiner explosiven Spielweise, technischen Stärke und seiner Kaltschnäutzigkeit avancierte er schnell zum Publikumsliebling. Seine Leistungen machten ihn landesweit bekannt und Romário galt als eines der größten Offensivtalente Brasiliens.

Im Oktober 1988 wechselte Romário in die niederländische Eredivisie zum Spitzenklub PSV Eindhoven. Sein Trainer war Guus Hiddink, der den Neuzugang als „den interessantesten Spieler, mit dem ich je zusammenarbeitete“ bezeichnete und vor allem dessen enorme Präsenz und Nervenstärke in wichtigen Spielen lobte. Romário entwickelte sich zu einem der torgefährlichsten Mittelstürmer Europas, der in fünf Jahren insgesamt 128 Pflichtspieltore für seinen Klub erzielte. Mit Eindhoven gewann er 1988/89, 1990/91 sowie 1991/92 die niederländische Meisterschaft und zweimal den KNVB-Pokal (1989, 1990). Romário erhielt 1989 die Auszeichnung als bester Spieler der Liga und wurde dreimal in Folge Torschützenkönig. Ebenso war Romário mit 6 bzw. 7 Treffern Torschützenkönig im Europapokal der Landesmeister (1990) und der Champions League (1993). Durch sein ausschweifendes Nachtleben und eine ausgesprochene Trainingsfaulheit geriet der eigenwillige Romário regelmäßig mit Hiddinks Nachfolger, Bobby Robson, aneinander.

1993 wechselte Romário für eine Ablösesumme von 400 Millionen Peseten (umgerechnet 6 Millionen US-Dollar) zum FC Barcelona nach Spanien. Gemeinsam mit Spielern wie Christo Stoitschkow, Michael Laudrup und José Mari Bakero bildete er die viel beachtete Offensive der Blaugrana. Romário präsentierte sich in überragender Form und wurde mit 30 Toren in 33 Spielen auf Anhieb spanischer Torschützenkönig (Pichichi-Trophäe). Damit hatte er großen Anteil am Gewinn der Meisterschaft 1993/94. Trainer Johan Cruyff charakterisierte ihn als „Genie des Strafraums.“ und als den talentiertesten Spieler, den er je trainierte. Beim El Clásico gegen Real Madrid erzielte Romário in einer denkwürdigen Partie einen Hattrick und bereitete den Treffer zum 5:0-Endstand vor. International erreichte der FC Barcelona mit Romário zudem das Champions-League-Finale, unterlag jedoch dem AC Mailand. Durch das aggressive, schnelle Pressing Mailands gerieten die langsamen Spieler – Guardiola im zentralen defensiven Mittelfeld und die beiden Innenverteidiger Koeman und Miguel Nadal – bereits im Aufbau unter Druck. Mit einem von Mailand kontrollierten Mittelfeld war Barcelona nicht in der Lage, den Spielaufbau durch die üblichen Ballstafetten zu initiieren und die Offensivspieler Romario und Stoitchkov zu bedienen, die nie ins Spiel kamen. Am Ende stand ein einseitiges 4:0 für AC Mailand. Nach seinen Leistungen im Verein und dem Gewinn des WM-Titels erhielt Romário die Auszeichnung als FIFA-Weltfußballer des Jahres 1994 sowie als Weltsportler.

Zwischen Flamengo und Valencia

Im Januar 1995 kehrte Romário nach Brasilien zurück und wechselte zunächst auf Leihbasis zum CR Flamengo nach Rio de Janeiro. Dort bildete er zusammen mit Edmundo und Sávio ein Angriffstrio, das von der Lokalpresse euphorisch als „bester Sturm der Welt“ bezeichnet wurde. 1996 gewann Flamengo die brasilianische Meisterschaft. 1996/97 und 1997/98 war Romário auf Leihbasis für den FC Valencia tätig; zuerst auf Betreiben des Trainers Jorge Valdano engagiert, geriet er mit dessen Nachfolger Claudio Ranieri aneinander und wechselte danach erneut zu Flamengo. Dort wurde er 1999 nach einem Eklat aufgrund seines Lebenswandels von Klubchef Edmundo Santos Silva entlassen.

Ab 2000 spielte Romário wieder für Vasco da Gama und gewann mit dem Klub die Copa Mercosur und den brasilianischen Meistertitel. 2000 wurde er auch zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt, zudem ehrte man ihn mit dem Bola de Ouro, der Auszeichnung für den brasilianischen Spieler des Jahres. 2001 verteidigte er seinen Titel als Topscorer der brasilianischen Liga, Vasco da Gama konnte jedoch nicht an die Erfolge anknüpfen. Von 2002 bis 2004 war er für Fluminense FC aktiv. Unterbrochen war diese Zeit durch ein kurzes Engagement bei Al-Sadd in Katar, das bereits nach zehn Wochen im April 2003 mit vorzeitiger Vertragsbeendigung endete.

Im Oktober 2004 wurde der bekannt temperamentvolle Romário nach einem Streit mit dem Trainer von Fluminense entlassen und kehrte daraufhin zu CR Vasco da Gama zurück. In der Saison 2005 erzielte der fast 40-jährige Romário 22 Treffer für Vasco und wurde damit Torschützenkönig in der brasilianischen Liga; dabei war Romário vor Beginn der Saison von kritischen Stimmen in den Medien noch das Karriereende nahegelegt worden.

Ende März 2006 wechselte er zum US-Klub Miami FC, der sich im Eigentum der brasilianischen Firma Traffic Sports befindet und am Spielbetrieb der USL First Division teilnahm. Ende September unterschrieb er einen Vertrag für vier Spiele beim australischen A-League-Verein Adelaide United.

Ab Januar 2007 stand er wieder bei Vasco da Gama unter Vertrag. Allerdings erhielt er zuerst von der FIFA keine Spielerlaubnis, da ein Spieler laut FIFA-Reglement in einer Saison nur für maximal zwei Klubs im Einsatz sein darf. Vasco wäre, nach Miami FC und Adelaide United, bereits das dritte Team gewesen. Später lenkte die FIFA jedoch ein, weil sich die Saison in Brasilien nicht am europäischen Spielkalender orientiert.

Am 20. Mai 2007 gelang Romário gegen Sport Recife sein 1000. Tor seiner Fußballkarriere, eine Leistung, die vor ihm nur seine beiden Landsmänner Pelé und Arthur Friedenreich sowie Gerd Müller und Franz Binder vollbracht hatten. Beim 3:1-Sieg seiner Mannschaft über Sport Recife traf Romário per Strafstoß in der 48. Minute zum zwischenzeitlichen 3:0. Das Spiel wurde danach für über 20 Minuten unterbrochen, um Romarios vielbeachtete Leistung feiern zu können. Die Torzählungen Romários wurden von der FIFA allerdings nicht anerkannt, denn Romário zählte auch 98 Tore aus der Jugendzeit und Tore bei Benefiz-Spielen mit, 902 Treffer fielen bis zu diesem Zeitpunkt in offiziellen Spielen inklusive Freundschaftspartien. Dennoch gratulierte die FIFA Romário zu seiner Errungenschaft.

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