Rolf Schneider (* 17. April 1932 in Chemnitz) ist ein deutscher Schriftsteller.
Rolf Schneider ist der Sohn eines Werkmeisters und einer Textilarbeiterin. Er wuchs ab 1942 in Wernigerode im Harz auf, wo er die Oberschule besuchte und in einem volkseigenen Betrieb arbeitete. Von 1952 bis 1955 studierte er Germanistik und Pädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er beendete das Studium mit dem Grad eines Diplom-Germanisten. Anschließend war er Redakteur der kulturpolitischen Zeitschrift Aufbau in Berlin. Seit 1958 ist er freier Schriftsteller.
Schneider war einerseits als Verfasser zahlreicher Hörspiele und Theaterstücke ein regimetreuer Autor, andererseits nahm er schon früh an Tagungen der Gruppe 47 teil und hatte die Möglichkeit, ins westliche Ausland (Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Frankreich) zu reisen. Ab 1976 wurde seine Haltung gegenüber den Zuständen in der DDR zunehmend kritischer. Im November 1976 gehörte er zu den Erstunterzeichnern der Protestresolution von DDR-Autoren gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, woraufhin seine Publikationsmöglichkeiten in der DDR von staatlicher Seite stark eingeschränkt wurden. Im Juni 1979 erfolgte sein Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR. Schneider, der laut eigener Aussage weiterhin an die Reformierbarkeit der DDR glaubte, arbeitete in den folgenden Jahren vorwiegend als Theaterautor und Dramaturg an den Stadttheatern in Mainz und Nürnberg. Öffentliche Auftritte in der DDR waren nur noch im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen der DDR-Protestbewegung möglich.
Nach der Wende und friedlichen Revolution wurde Rolf Schneider wieder in den Schriftstellerverband der DDR aufgenommen; er trat allerdings kurz darauf aus Protest gegen die fortwährende Präsidentschaft Hermann Kants endgültig aus dem Verband aus. Rolf Schneider ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.
Schneider lebt in Schöneiche bei Berlin.
Das Gefängnis von Pont L'Evêque. Halle (Saale) 1960
Der Mann aus England. Berlin 1962
Prozess Richard Waverly. Berlin 1963
Brücken und Gitter. Berlin 1965
Die Tage in W. Halle (Saale) 1965
Prozess in Nürnberg. Berlin 1967
Der Tod des Nibelungen. Rostock 1970
Einzug ins Schloss. Berlin 1972, Komödie, UA am 2. Oktober 1971 Deutsches Theater (Berlin)
Octavius und Kleopatra. Die Heiligung Johannas. Berlin 1972
Polens Hauptstädte. Berlin 1974 (zusammen mit Arno Fischer)
Die Reise nach Jaroslaw. Hinstorff-Verlag, Rostock 1974
Von Paris nach Frankreich. Hinstorff-Verlag, Rostock 1975
Die beiden Nachtwandler oder Das Notwendige und das Überflüssige. Berlin 1975