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Rolf Recknagel

Deutscher Literaturwissenschaftler

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Rolf Recknagel (* 2. Februar 1918 in Steinbach-Hallenberg; † 5. April 2006 in Leipzig) war ein deutscher Literaturwissenschaftler und biografischer Schriftsteller, der als Traven-Forscher Bekanntheit erlangte.

Recknagel wurde als Sohn eines Industriekaufmanns geboren und besuchte verschiedene Fachschulen. 1939 zum Kriegsdienst in der Wehrmacht eingezogen desertierte er 1944 und kam in britische Kriegsgefangenschaft. Nach einer Internierung in England konnte er 1945 nach Thüringen zurückkehren, wo er die Pädagogische Fachschule für Russisch in Schmalkalden besuchte. Er arbeitete 1947 als Lehrer an einer Wirtschaftsschule, nahm jedoch noch im selben Jahr ein Studium der Sozialwissenschaften, neueren Sprachen und Literatur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf, wechselte 1949 an die Universität Leipzig und graduierte 1951 als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler. Ab 1954 war er Dozent für ausländische Literatur der Gegenwart an der Fachschule für Bibliothekare in Leipzig, wo Wolfgang U. Schütte zu seinen Schülern gehörte. 1973 promovierte er zum Dr. phil.

Recknagel wurde vor allem dadurch bekannt, dass er auf Grund stilistischer Vergleiche in B. Traven den Münchner Autor, Schauspieler, Räterevolutionär und Herausgeber und alleinigen Autor der Zeitschrift Der Ziegelbrenner (1917–1921) „Ret Marut“ identifizieren konnte. Außerdem veröffentlichte Recknagel Biografien zu Jack London und Oskar Maria Graf.

Rolf Recknagel starb am 5. April 2006 im Alter von 88 Jahren in Leipzig. Er war über 50 Jahre mit Ellen Recknagel verheiratet, die ihn in den letzten, von Krankheit gezeichneten Lebensjahren pflegte. Seine Tochter Amrei (1951–2019) heiratete 1972 den Liedermacher Gerulf Pannach, der 1976 ausgebürgert und nach West-Berlin ausgewiesen wurde. Der im Archiv der DDR-Opposition der Robert-Havemann-Gesellschaft verwahrte Nachlass des Ehepaars enthält 13 Bände Manuskripte, Arbeits- und persönliche Unterlagen sowie Korrespondenz von Rolf Recknagel, darunter Briefwechsel mit Diego Viga und Georg Stefan Troller.

1957: Preis der Zeitschrift World Student News der International Union of Students für die Novelle Begegnung mit Leon K. auf den VI. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Moskau

1970: Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR

1972: Wilhelm-Bracke-Medaille in Silber

1977: Kunstpreis der Stadt Leipzig

1978: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze

Mitgliedschaft des Schriftstellerverbands der DDR auf Fürsprache Anna Seghers’

Der erste Weltkrieg und die Novemberrevolution von 1918 im Werk fortschrittlicher bürgerlicher Schriftsteller. In: Die Nation. 8. Jahrgang, 1958, S. 775–800.

Ausländische Literatur der Gegenwart. ČSSR/Ungarn. Fachschule für Bibliothekare „Erich Weinert“, Leipzig 1962 (3. Aufl. 1963).

Ausländische Literatur der Gegenwart. Bulgarien, Rumänien, Albanien, Polen, Jugoslawien. Fachschule für Bibliothekare „Erich Weinert“, Leipzig 1962 (2. Aufl. 1963).

Ret Marut: Khundar. Das erste Buch; Begegnungen. Hrsg.: Max Schmid. Clou-Verlag, Egnach 1963 (Einleitung und Nachwort unter dem aus Travens Werk entlehnten Pseudonym Gerard Gale).

B. Traven. Beiträge zur Biografie. Reclam, Leipzig 1966 (3., durchges. Aufl. 1982); Röderberg, Frankfurt am Main 1983.

Jack London. Leben und Werk eines Rebellen; Biografie. Verlag Neues Leben, Berlin 1974 (4. Aufl. 1989, ISBN 3-355-00885-0); Weltkreis-Verlag, Dortmund 1975.

Ein Bayer in Amerika. Oskar Maria Graf; Leben und Werk. Verlag der Nation, Berlin 1974 (3., verb. Aufl. 1984).

Bernd Kramer, Christoph Ludszuweit (Hrsg.): Der Feuerstuhl und die Fährtensucher Rolf Recknagel, Erich Wollenberg, Anna Seghers auf den Spuren B. Travens. Kramer, Berlin 2001, ISBN 3-87956-266-0.

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