An diesem Tag

Rolf Harris

Australischer Musiker, Maler und Fernsehunterhalter

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Rolf Harris (* 30. März 1930 in Perth, Australien; † 10. Mai 2023 in Bray, Grafschaft Berkshire, Großbritannien) war ein australischer Musiker, Maler und Fernsehunterhalter. Während des überwiegenden Teils seiner Karriere war er in Großbritannien tätig. 2014 wurde er dort wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Harris wurde als Sohn walisischer Einwanderer in Bassendean, einem Vorort der westaustralischen Stadt Perth, geboren. Als Jugendlicher war er ein erfolgreicher Schwimmer, wurde australischer Jugendmeister und mehrmals westaustralischer Meister. Trotzdem überwog bei ihm das Interesse für Kunst und Unterhaltung. Er gab ein Lehramtsstudium in Australien auf und absolvierte mit 22 Jahren ein Kunststudium an der City and Guilds Arts School in London. Ab 1953 trat er in London im Kinderfernsehen auf.

1958 erfand er per Zufall das Wobble Board, eine elastische Hartfaserplatte aus Masonit, die ursprünglich als Leinwand dienen sollte und sich beim Trocknen verzogen hatte. Das „Wobble Board“ wird mit beiden Händen leicht gekrümmt gehalten und durch rüttelnde Bewegungen dazu gebracht, dass es vor- und zurückspringt und dabei ein rhythmisches Geräusch erzeugt. Das Geräusch nutzte er zur Darstellung der hüpfenden Kängurus für das Lied Tie Me Kangaroo Down, Sport. Der Novelty-Song war ein großer Erfolg in Großbritannien und kam 1960 in die Top 10. 1963 wurde er in den USA veröffentlicht und erreichte dort Platz 3. Ende 1963 sang er das Lied für BBC Radio mit den Beatles als Backgroundsänger und mit auf die Beatles gemünzten Extra-Strophen.

Ungewöhnliche Instrumentierungen und Geräusche blieben ein Markenzeichen von Harris’ Musik. In dem Lied Sun Arise, das ursprünglich ein Lied der australischen Ureinwohner, der Aborigines, war, imitierte er das australische Didgeridoo durch vier Kontrabässe und später durch ein Stylophone. Auch dieses Lied wurde 1962 ein Hit in Großbritannien. Er war von 1958 bis zu seinem Tod verheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor.

Musik und Malerei im Fernsehen

Nachdem er von 1960 bis 1962 in Australien im Kinderfernsehen tätig gewesen war, verlegte Harris seinen Lebensmittelpunkt endgültig ins Vereinigte Königreich und arbeitete nicht nur dort in der Fernsehunterhaltung, sondern präsentierte auch in Kanada eine TV-Serie. Ab 1967 präsentierte er Die Rolf Harris Show, in der er Musik und Malerei verband. 1971 liefen davon auch einige Folgen im ZDF. Co-Moderatorin war die schwedische Sängerin Bibi Johns. Ein besonderes Highlight der Sendung war, wenn er singend scheinbar zufällig Farben auf eine übergroße Leinwand kleckste und die Zuschauer über die Bedeutung rätselten. Erst am Ende wurde dann mit ein paar eingezeichneten Linien das Motiv erkennbar.

1969 hatte der Australier seinen größten musikalischen Hit mit der rührseligen Geschichte von zwei Männern, die sich in der Kindheit ihr Spielzeugpferd geteilt hatten, und als die beiden im Krieg als Soldaten kämpfen und einer der beiden verwundet wird, kommt der andere herbeigeritten und bringt ihn auf seinem Pferd in Sicherheit. Das Lied von den Two Little Boys passte ideal in die Weihnachtszeit und wurde ein Nummer-eins-Hit in Großbritannien.

Bei der Eröffnung der Commonwealth Games 1982 in Brisbane war er einer der Hauptkünstler und neben einer Version von Tie Me Kangaroo Down, Sport sang er auch die „heimliche Nationalhymne“ Australiens, Waltzing Matilda.

In den 1980er und frühen 1990er Jahren gab er in Rolf Harris’s Cartoon Time und Rolf’s Cartoon Club auch Anleitungen zum Malen und Zeichnen.

Einen weiteren, ungewöhnlichen Hitparaden-Erfolg hatte Harris 1993 mit einer Version des Led-Zeppelin-Klassikers Stairway to Heaven. In der Umsetzung mit „Wobble Board“ und Didgeridoos im Stile seines Kangaroo-Songs erreichte er ein weiteres Mal die UK-Top-10. Seitdem trat er auch mehrfach beim Glastonbury Festival auf, einem der größten und bekanntesten Rockfestivals in Europa.

Die Erfolgssendungen der Neunziger

Ab 1994 präsentierte Harris zehn Jahre lang Animal Hospital mit Geschichten und Beiträgen aus Tierkliniken und Tierarztpraxen. Fünfmal wurde die Sendung mit dem nationalen Fernsehpreis ausgezeichnet. In Rolf on Art präsentierte er berühmte Maler und in einem Special der Serie wurden 150 Bilder, auf denen 150 Leute jeweils einen vergrößerten Ausschnitt des Bildes „Der Heuwagen“ des englischen Landschaftsmalers John Constable gemalt hatten, zu einer riesigen Nachbildung des Gemäldes zusammengesetzt.

2002 durfte Harris seine Bilder aus Rolf on Art in der englischen Nationalgalerie ausstellen.

Königin Elisabeth II. ließ Harris 2005 anlässlich ihres 80. Geburtstags ein Porträt von sich anfertigen. Die Entstehung des Bilds wurde ebenfalls als Serienspecial gezeigt.

Auf den Alben The Dreaming (1982) und Aerial (2005) von Kate Bush spielte er als Gastmusiker das Didgeridoo.

Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs

Im März 2013 war Harris einer von zwölf Beschuldigten, die im Rahmen der „Operation Yewtree“ festgenommen wurden. Ihnen wurde bereits länger zurückliegender sexueller Missbrauch vorgeworfen, der allerdings nichts mit den Ermittlungen im Fall des ehemaligen BBC-Moderators Jimmy Savile zu tun haben sollte.

Er wurde zunächst nicht angeklagt, wies die Vorwürfe allerdings zurück, obwohl er öffentlich dazu keinen Kommentar abgab. Als er im Mai 2013 erstmals nach seiner Festnahme wieder auf der Bühne stand, bedankte er sich beim Publikum für die Unterstützung, die er erhalten hatte.

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