Rolf-Hans Müller (* 10. April 1928 in Dresden; † 26. Dezember 1990 in Baden-Baden) war ein deutscher Orchesterleiter und Komponist. Er wurde als Leiter des Südwestfunk-Tanzorchesters bekannt.
Rolf-Hans Müller besuchte in seinem Geburtsort die Kreuzschule und war Sänger im Dresdner Kreuzchor. Nach dem Krieg studierte er an der Musikhochschule in Heidelberg und war seit 1949 beim Südwestfunk in Baden-Baden als Pianist, Komponist und Arrangeur tätig.
1959, nach dem Weggang von Eddie Sauter in die USA, übertrug man ihm die Gründung und Leitung eines Orchesters, des SWF-Tanzorchesters, das er bis 1979 leitete. Er spielte mehr als 7000 Titel für den Hörfunk ein. Er unternahm mit dem Orchester diverse Tourneen nach Asien und Amerika. Müller wirkte in zahlreichen Fernsehsendungen mit, so u. a. auch in der ersten Farbfernsehsendung der ARD (26. August 1967), dem Gala-Abend der Schallplatte (Conference: Vivi Bach und Dietmar Schönherr), von der 25. Deutschen Funkausstellung Berlin 1967, wo er für die gesamte musikalische Leitung verantwortlich zeichnete. Nach dem Tod Franz Grothes 1982 übernahm Rolf-Hans Müller auch die musikalische Leitung der Fernsehsendung Zum Blauen Bock bis zu deren Einstellung. Er vertonte die Texte, die Heinz Schenk für den Vortrag in der Sendung schrieb. Im Hörfunk war er als Leiter des SWF-Tanzorchesters in der Sendereihe Allein gegen alle von Hans Rosenthal mehrmals zu Gast.
Müller komponierte Musik zu Filmen und Fernsehserien wie Der Forellenhof, Salto Mortale, Die Powenzbande sowie für die Krimiserie Tatort und trat mit der Band im Fernsehen auf. Zudem produzierte er Schallplatten mit Tanzmusik und Jazz, unter anderem mit dem Trompeter Maynard Ferguson, den er mit seinem Orchester begleitete.
Zum 60. Geburtstag widmete der Südwestfunk ihm 1988 eine 75-minütige Fernsehsendung. Rolf-Hans Müller starb im Alter von 62 Jahren und wurde auf dem Hauptfriedhof Baden-Baden beigesetzt. Er war verheiratet mit Ritha Müller-Davar. Seine Ehefrau stammte gebürtig aus Indien und war von Beruf u. a. eine studierte Volkswirtin. Im Rahmen des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden wurde von 1992 bis 2024 alle zwei Jahre der Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik an junge Komponisten vergeben.
1960: Sie können’s mir glauben
1962–1963: Alle meine Tiere (Serie)
1964: Die letzte Folge (Fernsehfilm)
1969: Husch, husch ins Körbchen
1969–1971: Salto Mortale (Serie)
1972: Tatort – Wenn Steine sprechen
1973: Die Powenzbande (Mehrteiler)
1973: Der Fluch der schwarzen Schwestern
1973: Tatort – Cherchez la femme oder Die Geister vom Mummelsee
1974: Tatort – Playback oder die Show geht weiter
1975: Tatort – Tod eines Einbrechers
1977–1979: Auf Los geht’s los (Show)
1981–1985: Goldene Zeiten – Bittere Zeiten (Mehrteiler)