An diesem Tag

Roger Mortimer, 1. Earl of March

Englischer Adliger

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Roger Mortimer, 1. Earl of March (* April oder Mai, nach anderen Angaben 25. April 1287 in Wigmore Castle; † 29. November 1330 in London) war ein englischer Magnat, Militär und Rebell. Nach dem Sturz von König Eduard II. 1326 war er der eigentliche Regent von England, bis er 1330 selbst gestürzt und hingerichtet wurde.

Roger Mortimer entstammte der Familie Mortimer, einer anglonormannischen Familie, die seit dem 11. Jahrhundert zu den führenden englischen Adelsfamilien gehörte. Durch Erbschaften und die Großzügigkeit von König Eduard I. war die Familie Mortimer Ende des 13. Jahrhunderts zur angesehensten und reichsten Familie der englischen Barone aufgestiegen, übertroffen nur noch von den Familien der Earls. Er war der älteste Sohn von Edmund Mortimer, 1. Baron Mortimer, und dessen Frau Margaret de Fiennes. Sein Vater verlobte ihn am 20. September 1301 mit Joan de Geneville, einer Tochter von Peter de Geneville († 1292) und von dessen Frau Joan. Ihr Großvater Geoffrey de Geneville, 1. Baron Geneville, beschloss, dass Joan nach dem Tod seines ältesten Sohnes seine alleinige Erbin sein sollte und schickte ihre beiden Schwestern als Nonnen in das Kloster Aconbury. Beim Tod seines Vaters im Juli 1304 war Roger noch minderjährig. Zu seinem Erbe gehörten neben dem Stammsitz Wigmore Castle Güter in Herefordshire, Shropshire, Gloucestershire und Worcestershire. Dazu kamen weitere Besitzungen in Südengland und durch das Erbe von Teilen der Besitzungen der Familien Marshal und Briouze umfangreiche Ländereien in Irland, darunter Dunamase im County Leix. Vor allem gehörten aber sieben Herrschaften der Welsh Marches zu seinem Erbe, die vor allem im Bergland von Mittelwales lagen. Dies waren Maelienydd, Gwrtheyrnion, Radnor, Ceri und Cedewain, dazu gehörten ihm noch Narberth und ein Drittel der Herrschaft St Clears in Südwestwales. Allerdings fiel etwa die Hälfte der walisischen Besitzungen als lebenslanges Wittum an seine Mutter Margaret. Da diese ihn überlebte, kam Roger nie in den Besitz seines gesamten Erbes.

Vermutlich lebte Mortimer bereits vor dem Tod seines Vaters am Königshof, wo er eine ritterliche Ausbildung erhielt. Nach dem Tod seines Vaters blieb er weiter am Königshof, die einträgliche Vormundschaftsverwaltung für ihn vergab der König an Piers Gaveston, den Favoriten des Thronfolgers Eduard. Im April 1306 wurde Mortimer dann sein Erbe übergeben, obwohl er immer noch minderjährig war. Allerdings soll er Gaveston dafür 2500 Mark gezahlt haben. Am 22. Mai 1306 wurde er zusammen mit dem Thronfolger, mit Edmund FitzAlan und zahlreichen anderen jungen Adligen zum Ritter geschlagen. Im Sommer 1306 nahm er am Feldzug von Eduard I. nach Schottland teil. Nach dem Ende des Feldzugs verließ Mortimer zusammen mit über zwanzig anderen jungen Rittern das Heer, um in Frankreich an Turnieren teilzunehmen. Der König war über diese Fahnenflucht so erbost, dass er die Besitzungen von Mortimer und der anderen jungen Ritter für beschlagnahmt erklärte. Nur durch die Fürsprache des Thronfolgers und von Königin Margarethe erhielten die meisten der jungen Ritter Anfang 1307 ihre Güter zurück. Im Februar 1307 wurde Mortimer erstmals als Baron Mortimer of Wigmore zum Parlament geladen. Im Dezember 1307 übergab Geoffrey de Geneville, der alte Großvater seiner Frau, ihr und Mortimer die Verwaltung seiner irischen Besitzungen und Güter in Meath. Nach dem Tod von Geneville 1314 erbte seine Frau dazu die Hälfte von Ludlow, mehrere Güter in Shropshire sowie die Herrschaft Ewyas Lacy in den Welsh Marches. Dieses Erbe festigte Mortimers Stellung in Westengland und in den Welsh Marches.

Festigung seines irischen Besitzes

Als bedeutender Baron nahm Mortimer im Februar 1308 an der Krönung von Eduard II. teil. Während zahlreiche Magnaten schon wenig später die Verbannung des königlichen Günstlings Piers Gaveston forderten, unterstützte Mortimer den König. Am 17. März bekannte er auch offen seine Freundschaft zu Gaveston, der wie Mortimer im Herbst 1306 zu den jungen Rittern gehört hatte, die unerlaubt das königliche Heer verlassen hatten. Von Ende März bis Anfang April 1309 nahm Mortimer an einem Turnier in Dunstable teil, zu dem zahlreiche Magnaten und Ritter zusammengekommen waren und dabei womöglich das weitere Vorgehen der oppositionellen Magnaten gegen den König planten. Mortimer wurde jedoch zu dieser Zeit nicht weiter in den Machtkampf zwischen den Magnaten und dem König verwickelt. Ab Herbst 1308 war er vor allem in Irland aktiv, wo er durch das Erbe seines Vaters und des Großvaters seiner Frau zu einem der mächtigsten anglo-irischen Adligen geworden war. Im Oktober 1308 war er mit seiner Frau erstmals nach Irland gereist, um seine Besitzungen zu besuchen. Auch in nächsten beiden Jahren reiste er zweimal nach Irland. Er erreichte, dass die englische Regierung in Irland Privilegien seiner Besitzungen bestätigte oder erweiterte. Das wichtigste Privileg, das er erhielt, war die Wiederherstellung der Freiheiten der Herrschaft Trim, die nun wieder eine eigene Kanzlei und ein eigenes Schatzamt erhielt.

Kampf gegen die schottische Invasionsarmee

Als jedoch am 25. Mai 1315 Edward Bruce, der Bruder des schottischen Königs Robert Bruce, mit einer schottischen Armee in Nordirland landete, musste Mortimer um seine irischen Besitzungen kämpfen. Anfang Dezember 1315 wurde sein Aufgebot von Bruce bei Kells geschlagen und Mortimer musste nach Dublin flüchten. Von dort kehrte er Ende 1315 in Absprache mit dem königlichen Beauftragten John Hotham nach England zurück, um der Regierung über die verheerende Lage in Irland zu berichten. Die nächsten Monate verbrachte er in England und in Wales. Am 23. November 1316, am gleichen Tag, als sein Onkel Roger Mortimer of Chirk vom König zum Justiciar von Nordwales ernannt wurde, wurde Mortimer zum Justiciar of Ireland ernannt. Dieses Amt verdankte er wohl der Unterstützung durch den Earl of Pembroke. Eduard II. beauftragte Mortimer, Edward Bruce zu schlagen, die Rebellionen der irischen Häuptlinge zu unterdrücken und dazu die Streitigkeiten unter den englischen Siedlern in Irland zu beenden. Daraufhin setzte Mortimer im April 1317 mit einer großen Armee vom walisischen Söldnern von Haverfordwest nach Irland über, wo er am 7. April in Youghal eintraf. In den nächsten Monaten versuchte er energisch, seine Aufgaben zu lösen. Zunächst ließ er im Mai 1317 Richard de Burgh, 2. Earl of Ulster, frei, der verdächtigt worden war, ein Verbündeter von Edward Bruce zu sein, und deshalb in Dublin inhaftiert worden war. Dann schlug er die Truppen der Familie Lacy aus Rathwire. Diese hatte Ansprüche auf das Erbe seiner Frau erhoben und dazu möglicherweise die Schotten unterstützt. Nach seinem Sieg zwang er die Führer der Familie, Irland zu verlassen. Im Juni hielt er außerhalb von Dublin eine Parlamentsversammlung ab, und gegen die aufständischen Iren in den Wicklow Mountains führte er mehrere Vorstöße. Insgesamt gelang es ihm, die englische Herrschaft in Süd- und Südwestirland wiederherzustellen. Den Schotten unter Bruce gelang es dagegen nicht, von Nordostirland aus weiter nach Süden vorzustoßen. Am 5. Mai 1318 wurde Mortimer als Justiciar abgelöst und nach England zurückberufen. Nach seiner Abreise wurden die Schotten im Oktober 1318 von einer englischen Armee unter John Bermingham in der Schlacht bei Faughart entscheidend geschlagen, in der Edward Bruce getötet wurde.

Zweite Amtsperiode als Justiciar of Ireland

In England wurde Mortimer aufgrund seiner Erfolge im März 1319 erneut zum Justiciar of Ireland ernannt, dazu übertrug ihm der König die Verwaltung von Roscommon, Randown und Athlone Castle. Im Juni 1319 nahm Mortimer wieder seine Tätigkeit in Irland auf. Er verfolgte nun eine eher ausgleichende Politik gegenüber der irischen Bevölkerung und gewährte jedem Iren auf Wunsch die Unterstellung unter englisches anstelle des traditionellen irischen Rechts. Im Mai 1320 hielt er in Dublin ein Parlament ab, bei dem Gesetze zur Aufrechterhaltung der englischen Herrschaft und zur Verbesserung der Verwaltung beschlossen wurden. Dazu gab er eine Untersuchung in Auftrag, um zu prüfen, welche Bestandteile der englischen Gesetzgebung auf Irland übertragen werden sollten. Im September 1320 kehrte er nach England zurück, doch erst im Februar 1321 wurde er offiziell als Justiciar abgelöst. Am 11. Februar 1321 unterzeichnete Mortimer in Wigmore einen Vertrag, in dem er seine irischen Besitzungen seinem jüngeren Sohn Roger Mortimer junior anlässlich von dessen Hochzeit mit Joan Butler überließ. Deren Vater, der anglo-irische Adlige Edmund Butler, Earl of Carrick, zahlte Mortimer für die Heirat £ 1000.

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Roger Mortimer, 1. Earl of March | World in Stories