An diesem Tag

Roger Moore

Britischer Schauspieler (1927–2017)

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Sir Roger George Moore, KBE [mɔːɘ̯] (* 14. Oktober 1927 in Stockwell, London; † 23. Mai 2017 in Crans-Montana, Schweiz) war ein britischer Schauspieler. Nach Welterfolgen mit den Fernsehserien Simon Templar (1962–1969) und Die 2 (1971–1972) spielte Moore in den 1970er und 1980er Jahren in sieben Filmen den britischen Geheimagenten James Bond. Neben Sean Connery verkörperte er Bond am häufigsten.

Ab den 1990er Jahren konzentrierte sich der Golden-Globe-Preisträger vornehmlich auf sein soziales Engagement als UN-Sonderbotschafter für das Kinderhilfswerk UNICEF sowie auf den Tierschutz.

Der Sohn des Polizisten George Alfred Moore und der Kassiererin Lillian „Lily“ Pope wollte ursprünglich Zeichner werden. Ab 1941 besuchte er eine Londoner Kunstschule und arbeitete anschließend als Zeichner für ein Trickfilmstudio, wo ihm jedoch wegen „Schusseligkeit am Arbeitsplatz“ gekündigt wurde. 1945 trat er als 18-Jähriger in die britische Armee ein und diente bei den Besatzungstruppen in Deutschland und Österreich (in Kärnten). In Schleswig und später in Neumünster stationiert wirkte er für die „Combined Services Entertainment Unit“ an diversen Theaterstücken und Shows für die Truppentheater der umliegenden Städte wie dem „Gaiety Theatre, Stadt Hamburg“ in Eckernförde mit.

Ende der 1940er Jahre übernahm Moore mehrere kleine Statistenrollen beim Film und beschloss daraufhin, Schauspieler zu werden. Sein Idol war zu dieser Zeit Stewart Granger, mit dem er Caesar und Cleopatra (1945) und später den Actionfilm Die Wildgänse kommen (1978) drehte. Er begann ein Studium an der Royal Academy of Dramatic Art, das ihm vom Regisseur Brian Desmond Hurst finanziert wurde. Eine Mitstudentin von ihm war in dieser Zeit die spätere „Miss Moneypenny“ Lois Maxwell. Während seines Studiums verdiente Moore sich Geld als Model in Printanzeigen für diverse Produkte, wie etwa Zahnpasta, vor allem aber für Strickwaren, was ihm den Spitznamen „The Big Knit“ einbrachte.

Ab 1950 spielte Moore vor allem Theater. Einen seiner ersten Bühnenauftritte hatte er in Joshua Logans Inszenierung der Komödie Mister Roberts mit Tyrone Power am London Coliseum. 1953 übernahm er bei der Broadway-Produktion A Pin to See the Peepshow eine Hauptrolle. Die Produktion wurde allerdings wegen schlechter Kritiken bereits nach der Premiere wieder eingestellt. 1954 stand er acht Wochen in Dodie Smiths Stück I Capture the Castle am Aldwych Theatre in London auf der Bühne. Wenig später folgten ein Angebot der Royal Shakespeare Company und eines von MGM. Einem Rat von Noël Coward folgend, entschied sich Moore für MGM.

Im Jahr 1954 ging Moore in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst bei MGM und später bei Warner Brothers unter Vertrag stand. So erhielt er unter anderem Gelegenheit, 1954 mit Elizabeth Taylor das Liebesdrama Damals in Paris zu drehen und 1955 eine Nebenrolle in dem oscarprämierten Melodram Unterbrochene Melodie zu spielen. Im selben Jahr trat er in dem Mantel-und-Degen-Film Des Königs Dieb in der Rolle des Jack neben seinem Freund David Niven auf. 1956 spielte er in der Rolle von Heinrich II. den Geliebten von Lana Turner in dem Kostümdrama Diane – Kurtisane von Frankreich.

Als ihm MGM keine weiteren nennenswerten Rollen mehr anbot, kündigte er und unterschrieb wenig später bei Warner Brothers. Bis 1961 spielte Roger Moore hier Hauptrollen in den Kinofilmen Die Madonna mit den zwei Gesichtern (1959), Das Gold der sieben Berge (1960) und Jenseits des Ruwenzori (1961). Derweil gab ihm das Studio auch die Hauptrolle in der Westernfernsehserie Gold in Alaska (1959–1961) und setzte ihn in der vierten Staffel der erfolgreichen Fernsehserie Maverick (1960/61) als englischen Cousin der von James Garner gespielten Titelfigur ein. Zwischenzeitlich drehte er in England für ITV die Fernsehserie Ivanhoe (1958/59).

Von einem Abstecher nach Italien, wo er 1961/62 zwei unbedeutende Abenteuerfilme drehte, kehrte Moore nach England zurück, wo er mit der Rolle des Gentleman-Detektivs Simon Templar in der gleichnamigen Serie (1962–1969) Mitte der 1960er endgültig weltberühmt und auch wohlhabend wurde. Simon Templar wurde in 87 Länder verkauft und war gleichzeitig die erfolgreichste britische Serie der damaligen Zeit. Sein elegantes Erscheinungsbild, seine Haartolle sowie sein ironisches Spiel mit der Augenbraue ließen Moore zu einer Stilikone der 1960er Jahre werden. Für die Serie übernahm er erstmals auch Aufgaben hinter der Kamera. Moore schrieb Drehbücher und führte bei einigen Folgen Regie, wohl mit Erfolg, denn später bot man ihm auch die Regie von Kinofilmen an. Moores Darstellung des Simon Templar formte endgültig das für ihn typische Image des selbstironischen britischen Abenteuerhelden, welches er auch in späteren Rollen pflegte.

Es folgte 1971/72 an der Seite von Tony Curtis die Hauptrolle in der Fernsehserie Die 2, die zwar in den Vereinigten Staaten floppte, in Europa und den meisten anderen Ländern der Welt aber sehr erfolgreich war. Mit einer Gage von einer Million Pfund Sterling wurde er außerdem zum bestbezahlten Fernsehschauspieler der Welt.

Nachdem Moore durch seine Fernsehserien weltbekannt geworden war, übernahm er 1973 in Leben und sterben lassen die Rolle des britischen Geheimagenten James Bond und etablierte sich damit endgültig auch als Leinwandstar. Er trat damit nach einem Zwischenspiel mit George Lazenby die Nachfolge von Sean Connery an, der nach Diamantenfieber (1971) endgültig aus der Agentenfilmreihe ausgestiegen war. Im Vergleich zu Connery bescheinigte ihm das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, er verströme „den Sex-Appeal eines Edeka-Filialleiters“. Gerüchte besagen, dass Moore für die Rolle schon 1962 im ersten Film der Reihe James Bond jagt Dr. No vorgesehen war, was Moore allerdings dementierte. Tatsächlich hatten die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman bei ihm schon für Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969) angefragt, wo er jedoch wegen Verpflichtungen für Simon Templar absagen musste. Allerdings parodierte Roger Moore bereits 1964 in der Fernsehserie Mainly Millicent die Rolle des Geheimagenten James Bond 007.

Es folgten die Bond-Filme Der Mann mit dem goldenen Colt (1974), Der Spion der mich liebte (1977), Moonraker (1979), In tödlicher Mission (1981), Octopussy (1983) und Im Angesicht des Todes (1985). Die Bond-Filme mit Moore gehörten stets zu den fünf weltweit kommerziell erfolgreichsten Produktionen des Jahres. Besonders Moonraker (1979) war lange die erfolgreichste Bond-Produktion überhaupt und gleichzeitig im Jahr 1979 mit einem Einspielergebnis von 210 Millionen US-Dollar der weltweit erfolgreichste Film des Jahres. Eigentlich plante Moore, sich nach In tödlicher Mission von der Rolle zu verabschieden, weshalb bereits Probeaufnahmen mit James Brolin als seinem Nachfolger gemacht wurden. Jedoch wurde er dann doch wieder überzeugt, den Part zu spielen. Dies wohl auch wegen seiner Zugkraft als Star, da die Produktion Octopussy in direkte Konkurrenz zum inoffiziellen Bond-Film Sag niemals nie trat, in dem Sean Connery nach zwölfjähriger Pause wieder als James Bond auftrat. Schließlich war Octopussy mit einem Einspielergebnis von 188 Millionen US-Dollar doch erfolgreicher als Sag niemals nie mit 160 Millionen US-Dollar. Insgesamt verkörperte Moore die Rolle mit sieben Filmen am häufigsten. Als er am 3. Dezember 1985 seinen Rücktritt als James Bond erklärte, war er bereits 58 Jahre alt.

Während seiner Bond-Ära spielte Moore auch in etlichen anderen Filmen Hauptrollen, wobei das Katastrophendrama Gold (1974), die Kriegsabenteuerfilme Die Wildgänse kommen (1978) und Die Seewölfe kommen (1980), der Actionfilm Sprengkommando Atlantik (1980) sowie die Actionkomödie Auf dem Highway ist die Hölle los (1981) die erfolgreichsten dieser Nicht-Bond-Filme waren. Zudem übernahm Moore 1983 unter der Regie von Blake Edwards die Rolle des Chefinspektors Jacques Clouseau von dem kurz zuvor verstorbenen Peter Sellers in der Komödie Der Fluch des rosaroten Panthers. Dieser Film war zugleich die vierte und letzte Zusammenarbeit mit seinem engen Freund David Niven, der kurz nach den Dreharbeiten seiner ALS-Erkrankung erlag. Seine enorme Popularität brachte Moore 1980 unter anderem einen Golden Globe und einen Saturn Award ein.

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