Rock Hudson (* 17. November 1925 in Winnetka, Illinois, als Roy Harold Scherer Jr.; † 2. Oktober 1985 in Marina del Rey, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Vor allem durch seine Helden- und Liebhaberrollen zählte er in den 1950er- und 1960er-Jahren zeitweise zu den größten Hollywood-Stars, unter anderem in Melodramen von Douglas Sirk und in Filmkomödien an der Seite von Doris Day.
Hudson sorgte 1985 zusammen mit dem jungen Aktivisten Ryan White für die Vervielfachung der US-amerikanischen AIDS-Berichterstattung. Er starb als einer der ersten Prominenten an den Folgen der Krankheit.
Hudson wurde 1925 in Illinois geboren. Er war das einzige Kind der Telefonistin Katherine Wood und des Automechanikers Roy Harold Scherer. Väterlicherseits war er deutscher und schweizerischer Herkunft, seine Mutter hatte irische und englische Vorfahren. Nachdem sein Vater die Familie 1931 verlassen hatte, mussten Hudson und seine Mutter während der Great Depression mit wenig Geld auskommen, und er begann neben der Schule zu arbeiten.
Nachdem er die Highschool beendet hatte, war er zeitweise Lastkraftwagenfahrer und diente im Zweiten Weltkrieg bei der US Navy als Mechaniker. Nach Ende des Krieges zog er nach Los Angeles, in der Hoffnung, für den Film entdeckt zu werden, und arbeitete zunächst erneut als Lastkraftwagenfahrer.
Sein Entdecker wurde Ende der 1940er-Jahre der Talentagent Henry Willson, der ihm Schauspielunterricht vermittelte, eine Zahnkorrektur und eine neue Garderobe bezahlte sowie das richtige Auftreten für Hollywood beibrachte. Willson erfand auch den möglichst maskulin klingenden Künstlernamen Rock Hudson, in Anlehnung an den Rock of Gibraltar und den Hudson River. Zugleich war der homosexuelle Willson, der hauptsächlich attraktive junge Männer als Klienten hatte, dafür berüchtigt, dass er oft von seinen Klienten sexuelle Gefälligkeiten erwartete. Er vermarktete Hudson, wie auch andere seiner Klienten, durch oberkörperfreie Abbildungen in Magazinen und verschiedene PR-Geschichten.
1948 erhielt Hudson seine erste Rolle in dem Kriegsfilm Fighter Squadron, sprach dabei aber nur einen Satz und wurde im Vor- und Abspann nicht erwähnt. Nach diesem ersten Auftritt in einem Hollywood-Film wurde Universal Pictures auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter einen der damals üblichen Studioverträge. In den folgenden Jahren erhielt der anfangs unerfahrene Hudson sukzessive größere Rollen. In dem Thriller Tödlicher Sog hatte er 1949 seine erste im Abspann erwähnte Rolle. Mit seiner sportlich-muskulösen Statur wurde er fortan auch häufiger in Western besetzt, so etwa 1950 in der eher kleinen Rolle eines Indianerhäuptlings an der Seite von James Stewart in Anthony Manns Western Winchester ’73. Zwei Jahre später drehte er, erneut an der Seite Stewarts und unter der Regie von Mann, den Western Meuterei am Schlangenfluß; in diesem hatte er bereits eine gut ausgebaute Nebenrolle als Glücksspieler.
Ebenfalls 1952 hatte er seine erste Hauptrolle an der Seite von Yvonne De Carlo in Der rote Engel und drehte die Komödie Hat jemand meine Braut gesehen?, seinen ersten von insgesamt neun gemeinsamen Filmen mit dem deutschen Regisseur Douglas Sirk. Nach einigen weiteren Hauptrollen in eher belanglosen Western und Abenteuerfilmen war es die Hauptrolle in Sirks Melodram Die wunderbare Macht an der Seite von Jane Wyman, die Hudson 1954 als Hollywood-Star etablierte. Der Film, in dem er einen rücksichtslosen Millionär spielte, der durch verschiedene Ereignisse geläutert wird, war ein Kassenschlager. Sirk, Hudson und Wyman wiederholten ihre Zusammenarbeit im folgenden Jahr sehr erfolgreich mit Was der Himmel erlaubt, in dem sich Wyman als gutbürgerliche Frau aus der Mittelschicht in ihren deutlich jüngeren, von Hudson gespielten Gärtner verliebt, was in ihrer Kleinstadt für Aufruhr und Vorurteile sorgt. Einen weiteren Erfolg landeten Hudson und Sirk 1956 mit dem Melodram In den Wind geschrieben, in dem Lauren Bacall seine Filmpartnerin war und das Intrigen in einer texanischen Millionärsfamilie zeigte.
Hudsons Paraderollen als Hollywood-Star waren vorwiegend die des smarten und romantischen Liebhabers, Helden und Ehemannes. Er war einer der letzten Stars, die aus dem klassischen Hollywood-Studiosystem geformt wurden. Einer seiner bekanntesten Filme wurde das moderne Westernepos Giganten (1956) unter der Regie von George Stevens, in dem er an der Seite von Elizabeth Taylor und James Dean einen texanischen Rancher verkörperte. Giganten brachte ihm in der Kategorie Bester Hauptdarsteller auch seine einzige Nominierung für den Oscar. Zwischen 1957 und 1964 wurde Hudson in der Umfrage Top Ten Money Making Stars Poll, die jährlich unter amerikanischen Kinobetreibern durchgeführt wurde, durchgängig in die Top Ten der zugkräftigsten Filmstars gewählt, darunter zweimal auf den ersten Platz. Auch in Deutschland war Hudson sehr populär und wurde im Rahmen der Bambi-Verleihung fünfmal vom Publikum zum beliebtesten ausländischen Kinostar gewählt.
Ab 1959 spielte er an der Seite von Doris Day in den romantischen Komödien Bettgeflüster (1959, für dessen Soundtrack er auch sang), Ein Pyjama für zwei (1961) und Schick mir keine Blumen (1964). In diesen Filmen spielte Day in der Regel eine kluge und adrette, aber auch etwas zugeknöpft wirkende Frau, die von dem selbstbewussten, gelegentlich unverschämten Verhalten von Hudsons Figur herausgefordert wird. Am Ende gab es stets das Happy End als Liebespaar. Nach dem Erfolg von Bettgeflüster wurde Hudson zunehmend als talentierter Komödiendarsteller gesehen und trat danach häufiger in Liebeskomödien in Erscheinung, etwa jeweils neben Gina Lollobrigida in Happy End im September (1961) und Fremde Bettgesellen (1965). Einen weiteren Erfolg in diesem Genre hatte er gemeinsam mit Paula Prentiss in Ein Goldfisch an der Leine (1964) unter der Regie von Howard Hawks.
In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre ließ Hudsons Zugkraft als Kinostar, parallel mit dem endgültigen Ende des klassischen Hollywood-Kinos, allmählich nach. Sein Auftritt in John Frankenheimers dystopischem Science-Fiction-Film Der Mann, der zweimal lebte von 1966 gilt unter Kritikern oft als eine seiner besten Darbietungen. Andere Filme wie Eisstation Zebra oder Darling Lili floppten hingegen weitgehend. 1969 spielte Hudson als Colonel der Südstaaten die zweite Hauptrolle neben John Wayne in Die Unbesiegten. Einen Eingang in das moderne Kino des New Hollywood gab es für Hudson als typischen Darsteller klassischer Liebhaber- und Heldenrollen nicht, und er war in den 1970er-Jahren meist nur noch in wenig prestigeträchtigen Filmen zu sehen.
Parallel begann Hudson, an Fernsehfilmen und -serien mitzuwirken. In den USA hatte er einen nennenswerten Erfolg mit der Detektivserie McMillan & Wife, in der er von 1971 bis 1977 den Polizeikommissar Stuart McMillan aus San Francisco verkörperte. Im deutschsprachigen Raum wurde nur eine der insgesamt 40 Folgen ausgestrahlt. 1980 wirkte er in einer der Hauptrollen an der Fernsehverfilmung Die Mars-Chroniken mit. Im selben Jahr trat er im Spielfilm Mord im Spiegel nach einer Romanvorlage von Agatha Christie an der Seite von Tony Curtis, Elizabeth Taylor und Kim Novak, drei weiteren Kinostars der 1950er- und 1960er-Jahre, auf. 1984 übernahm er in der Hitserie Der Denver-Clan die Rolle des Geschäftsmannes und Pferdezüchters Daniel Reece, musste sie aber nach nur neun Folgen im Frühjahr 1985 aufgrund seiner voranschreitenden Krankheit aufgeben.
Insgesamt umfasst Hudsons filmisches Schaffen zwischen 1948 und 1985 über 75 Film- und Fernsehproduktionen. Bei der Adresse 6104 Hollywood Boulevard erhielt er 1960 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Rock Hudson war schwul, was in starkem Kontrast zu seinem medial vermittelten Image als „Frauenheld“ stand. Von 1955 bis 1958 war er mit Phyllis Gates (1925–2006) verheiratet. Sie war die Sekretärin seines Agenten Henry Willson. Zwei Jahre nach Hudsons Tod veröffentlichte sie das Buch My Husband, Rock Hudson. Gates behauptete, bei der Eheschließung nichts von Hudsons Homosexualität gewusst zu haben. Das wurde allerdings unter anderem von Hudsons Biographen Robert Hoffer in Zweifel gezogen, der behauptet, Gates sei lesbisch und die Ehe arrangiert gewesen.