Robert Schwan (* 20. November 1921 in München; † 13. Juli 2002 in Kitzbühel) war ein deutscher Fußballmanager.
Schwan wuchs im Münchner Schlachthofviertel auf und nahm als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Nach Ende des Krieges arbeitete er als Gemüsehändler auf dem Münchner Viktualienmarkt und später als Versicherungsvertreter, in der Folge zuletzt als Organisationsdirektor bei der Braunschweigischen Lebensversicherung.
Anfang Juli 2002 erlitt Robert Schwan einen leichten Herzinfarkt und starb eine Woche später im Alter von 80 Jahren in seinem Zweitwohnsitz in Reith bei Kitzbühel.
Im Juli 1964 wurde der damals 43-jährige Schwan, weiland als „Versicherungsdirektor“ tituliert, als Nachfolger des aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Dr. Maximilian Knedel ehrenamtlicher Spielausschuss-Vorsitzender beim damaligen Zweitligisten FC Bayern. Zwei Jahre später wurde er unter dem Titel „Technischer Direktor“ der erste hauptamtliche Manager im deutschen Fußball und zugleich persönlicher Manager von Franz Beckenbauer. Dieser persönliche Interessenkonflikt führte 1977 bei Beckenbauers Wechsel zu Cosmos New York zu Schwans Entlassung als Bayern-Manager. Ihm folgte Walter Fembeck nach.
In seine Amtszeit fielen Trainerverpflichtungen wie die von Branko Zebec, Udo Lattek und Dettmar Cramer. Bis 1976 gewann der FC Bayern München unter dem Management von Schwan viermal die deutsche Fußballmeisterschaft, viermal den DFB-Pokal, dreimal den Europapokal der Landesmeister und je einmal den Europapokal der Pokalsieger und den Weltpokal.
Schwan war mit seinen Innovationen maßgeblich am Aufstieg von Bayern München an die europäische Spitze beteiligt. Sein berühmtester Satz war: „Ich kenne nur zwei vernünftige Menschen: Robert Schwan am Vormittag und Robert Schwan am Nachmittag.“ Er saß bei allen Spielen des FC Bayern auf der Trainerbank. Sein Markenzeichen waren sein Schlapphut und seine Pfeife.
1996 wurde Schwan Mitglied des Aufsichtsrats von Hertha BSC. Von 1997 bis 2000 war er als Nachfolger von Rolf Schmidt-Holtz Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins. Er führte in dieser Zeit Hertha BSC aus der 2. Liga in die Champions League.
Neben Beckenbauer beriet Schwan auch die Olympiasieger Markus Wasmeier und Jens Weißflog.
Johannes John: Schwan, Robert. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 23. Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 780–781 (deutsche-biographie.de).
Robert Schwan im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Robert Schwan. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
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