Charles Robert Redford, Jr. (* 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien; † 16. September 2025 in Sundance, Utah) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent.
Er zählte ab den späten 1960er-Jahren, der sogenannten New-Hollywood-Ära, zu den populärsten Hollywoodschauspielern und war zwischen 1973 und 1976 der Filmstar mit den höchsten Einspielergebnissen an den Kinokassen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Zwei Banditen, Der Clou, Die Unbestechlichen, Jenseits von Afrika und Der Pferdeflüsterer.
Als Regisseur inszenierte Redford neun Spielfilme und wurde für sein Regiedebüt Eine ganz normale Familie 1981 mit dem Oscar ausgezeichnet. 2002 erhielt er einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk als Schauspieler, Filmemacher sowie als Gründer des Sundance Institutes, das seit Jahrzehnten das bedeutende Sundance Film Festival veranstaltet. Redford war auch als Umweltschützer aktiv und unterstützte unter anderem den Natural Resources Defense Council.
Robert Redford wurde 1936 als Sohn von Martha Hart (1914–1955) und Charles Robert Redford Sr. (1914–1991) in Santa Monica geboren und wuchs mit seinem Halbbruder William in einfachen Verhältnissen auf. Er besuchte die Van Nuys High School in Los Angeles und erhielt 1955 aufgrund seiner Begabung im Baseball ein Stipendium der University of Colorado Boulder.
Im selben Jahr starb seine Mutter, woraufhin sich seine sportlichen und schulischen Leistungen stark verschlechterten, was schließlich – Alkoholmissbrauch kam hinzu – zum Verlust seines Stipendiums führte. Redford hielt sich zunächst mit kleineren Jobs auf den Ölfeldern um Los Angeles über Wasser, ging dann nach Europa, wo er, so berichtete er später, in Paris und Florenz vorübergehend an mehreren Kunstakademien studierte. In Florenz versuchte er sich als Maler und war zeitweise als Straßenmaler tätig.
1958 zog Redford wieder zurück in die USA. Er studierte nun Theaterdesign am New Yorker Pratt Institute und besuchte, dem Rat eines Lehrers folgend, ab 1959 außerdem die American Academy of Dramatic Arts, wo er seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte. Seine ersten Rollen hatte er in den Broadway-Produktionen Tall Story und Little Moon of Alban. Das erste Mal vor der Kamera stand er für eine Folge der Fernsehserie Maverick, in der James Garner, Jack Kelly und Roger Moore die Hauptrollen spielten.
1962 gab er in Hinter feindlichen Linien sein Leinwanddebüt. Während er am Theater große Erfolge feierte, kam seine Filmkarriere nur schwer in Gang – bis 1966 landete er mehrere Flops. Joyce Selznick, eine Cousine des Produzenten David O. Selznick und Chefin der Nachwuchs-Scouts von Columbia, versuchte, Redford unterzubringen, doch zu dem Zeitpunkt entsprach er noch nicht dem in Hollywood vorherrschenden Geschmack. Häufig zog er sich mit seiner Familie nach Spanien oder Kreta zurück – wie er sagte, um dem Stress, den Hollywood für ihn bedeutete, zu entkommen.
1967 machte Redford in Barfuß im Park erstmals ein größeres Kinopublikum auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später wurde er mit dem Film Butch Cassidy und Sundance Kid zum über die USA hinaus bekannten Leinwandstar, der in den folgenden Jahren für New Hollywood stand, das vom europäischen Autorenkino beeinflusst war. Ab 1976 arbeitete er auch als Filmproduzent, ab 1980 zudem als Filmregisseur. Später gründete er gemeinsam mit Richard Gregson die Produktionsfirma Wildwood Enterprises, mit der er Filme produzierte.
Redford stand dem Film-Establishment in Hollywood von Anfang an skeptisch gegenüber und führte ein zurückgezogenes Privatleben. Er lebte vorwiegend im Napa Valley bei San Francisco und in Utah. Er galt als politisch linksliberal, war Naturliebhaber und beklagte oft den Niedergang des „alten amerikanischen Westens“. Er engagierte sich für den Umweltschutz und die Rechte der indigenen Bevölkerung.
Am 21. September 1958 heirateten Redford und Lola Van Wagenen (* 1938), 1985 ließ sich das Paar scheiden. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Scott (*† 1959), Shauna Redford (* 1960), David James Redford (1962–2020) und Amy Heart Redford (* 1970).
Ab 1996 war Robert Redford mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars (* 1957) liiert, mit der er zusammen in Sundance lebte. Am 11. Juli 2009 heiratete das Paar im Hamburger Hotel Louis C. Jacob. Redford hat sieben Enkelkinder.
Redford starb im September 2025 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Sundance. Er wurde auf seinem Grundstück in Sundance beigesetzt.
Ab 1960: Anfänge im Filmgeschäft
Robert Redford stand ab 1960 als Fernsehschauspieler vor der Kamera und spielte bis 1964 zahlreiche Rollen in Serien wie Maverick, Perry Mason, Alfred Hitchcock Presents oder Die Leute von der Shiloh Ranch. 1962 startete er seine Filmkarriere mit dem künstlerisch ambitionierten (Anti-)Kriegsfilm Hinter feindlichen Linien, in dem er einen Soldaten des Koreakriegs spielte. Der Film konnte sich jedoch an den Kinokassen nicht durchsetzen. Bei den Dreharbeiten freundete sich Redford mit dem späteren Regisseur Sydney Pollack an, der hier ebenfalls als Filmschauspieler debütierte.
Nachdem sich einige Kinoprojekte zerschlagen hatten, drehte Redford 1965 die Kriegskomödie Lage hoffnungslos – aber nicht ernst, in der er einen amerikanischen Soldaten spielte, der während des Zweiten Weltkriegs von einem deutschen Sonderling (Alec Guinness) im Keller versteckt wird. Dieser in Deutschland gedrehte Film kam weder bei der Kritik noch beim Publikum gut an. Auch das Filmdrama Ein Mann wird gejagt (1966), in dem Redford als flüchtiger Sträfling zu sehen war, blieb trotz profilierter Besetzung (u. a. Marlon Brando und Jane Fonda) weit hinter den kommerziellen Erwartungen zurück.
Verdammte, süße Welt (1965) war der erste von zwei Filmen, die Redford mit der damals sehr populären Natalie Wood, einer ehemaligen Schulkameradin von der Van Nuys High School, drehte. Sie stellte mit 27 Jahren eine 15-Jährige dar, die von einer Hollywoodkarriere träumt. 1966 standen die beiden Darsteller in Dieses Mädchen ist für alle, der Adaption eines Tennessee-Williams-Dramas, erneut zusammen vor der Kamera. Mit diesem Film begann Redford seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Regisseur Sydney Pollack. Mit Natalie Wood blieb er bis zu ihrem Tod im Jahr 1981 eng befreundet. Keiner der beiden Filme konnte sich an der Kinokasse behaupten.
Nachdem Redfords erste Filme gefloppt waren und er sich zunächst nicht als Filmschauspieler hatte etablieren können, gelang ihm 1967 mit Barfuß im Park, der Adaption eines gleichnamigen Theaterstücks, der Durchbruch zum Kinostar. In dieser populären Neil-Simon-Komödie hatte Redford bereits als Broadway-Schauspieler einen großen Erfolg gefeiert. In der Hollywood-Adaption war der 31-jährige Darsteller an der Seite von Jane Fonda zu sehen und konnte sich durch seinen Auftritt als spießiger Anwalt, der „barfuß im Park“ spazieren geht, in Hollywood etablieren.
Redford war 1967 auch im Gespräch für die Hauptrolle in Die Reifeprüfung. Regisseur Mike Nichols glaubte jedoch, dass er der Falsche sei, um einen verklemmten jungen Mann darzustellen, der Probleme mit dem anderen Geschlecht hat. In dieser Rolle gelang schließlich Dustin Hoffman der Durchbruch.