Robert Emmanuel Pires (* 29. Oktober 1973 in Reims) ist ein ehemaliger französischer Fußballprofi. Der offensive Mittelfeldspieler wurde mit Frankreich 1998 Welt- und 2000 Europameister, mit dem FC Arsenal holte er zwei englische Meistertitel und dreimal den FA Cup.
Robert Pires ist der Sohn eines portugiesischen Vaters und einer spanischen Mutter. Er wuchs in Reims auf. Da in seiner Familie nur wenig Französisch gesprochen wurde, hatte er anfangs Schwierigkeiten in der Schule. Neben der französischen besitzt er auch die portugiesische Staatsangehörigkeit. Sein Nachname wird häufig in der französischen Schreibweise Pirès wiedergegeben. Als Kind besuchte er die Fußballschule EF Reims Sainte-Anne, bevor er 1989 im Alter von 15 Jahren in die Jugendabteilung von Stade Reims wechselte. Während der Saison 1991/92 bestritt Pires fünf Einsätze in der drittklassigen Championat National und erzielte dabei zwei Tore.
1992 bekam er einen Vertrag beim FC Metz. 1996 wurde er französischer Fußballpokalsieger, 1998 Vizemeister der Ligue 1. Zur Saison 1998/99 wechselte er zu Olympique Marseille und wurde erneut Vizemeister. In der Saison 2000/01 holte ihn Arsène Wenger zum FC Arsenal in die Premier League. Dort wurde er in den Saisons 2001/02 und 2003/04 englischer Fußballmeister, 2000/01 und 2004/05 reichte es für den zweiten Tabellenplatz. Außerdem wurde er im Jahr 2002 zu Englands bestem Spieler des Jahres gewählt.
Höhepunkt seiner Vereinskarriere hätte das Mitwirken im Endspiel der Champions League 2006 werden können. Dort musste er aber bereits nach 20 Minuten den Platz verlassen, da er nach einer roten Karte gegen Jens Lehmann für den Ersatztorwart Manuel Almunia ausgewechselt wurde. Unmittelbar nach dem Finale wurde sein Wechsel nach Spanien zum Halbfinalgegner FC Villarreal bekannt. Ab August 2006 laborierte Pires an einer schweren Knieverletzung und fiel für ein halbes Jahr aus. Nachdem sein Vertrag nicht mehr verlängert worden war, war er seit Sommer 2010 vereinslos.
Am 16. November 2010 wurde bekannt, dass Robert Pires bis zum Saisonende einen Vertrag bei Aston Villa unterschrieb, womit er in die Premier League zurückkehrte. 2011 beendete er zunächst seine aktive Laufbahn.
Pires, der sich weiterhin bei der ersten Mannschaft des FC Arsenal fit gehalten hatte, trat 2014 ein Engagement in der Indian Super League beim FC Goa an.
Ende Februar 2016 gab Pires sein endgültiges Karriereende bekannt.
Pires wurde Fußball-Kommentator beim Fernsehsender BeIN Sports, 2019 wechselte er zum Sender Canal+.
Pires hat 79 Länderspiele für Frankreich bestritten. Sein Debüt gab er am 31. August 1996 gegen Mexiko. Pirés wurde 1998 Weltmeister, 2000 Europameister und gewann 2001 sowie 2003 den Konföderationen-Pokal. 2001 wurde er als bester Spieler dieses Wettbewerbs ausgezeichnet.
Bei der Europameisterschaft 2004 kam er mit Frankreich ins Viertelfinale, wo sie mit 0:1 gegen den späteren Turniersieger Griechenland ausschieden. Sein letztes Länderspiel absolvierte Pires am 13. Oktober 2004 gegen Zypern.
Englischer Fußball-Meister: 2002, 2004
FA Community Shield: 2002, 2004
Bester Nachwuchsspieler der Ligue 1: 1996
Bester Spieler des Confed Cup: 2001
Englands Fußballer des Jahres: 2002
PFA Team of the Year: 2002, 2003, 2004
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