Robert Mächler (* 24. Dezember 1909 in Baden AG; † 15. Februar 1996 in Aarau) war ein Schweizer Schriftsteller und Journalist.
Robert Mächler arbeitete nach überstandener psychischer Jugendkrise und nach Studien an der Universität Bern ab 1935 als Journalist, zunächst bei der Berner Tageszeitung Der Bund, dann bis 1960 beim Badener Tagblatt. Von da an bis zu seinem Tod lebte er als freier Journalist, religionskritischer Philosoph und Schriftsteller in Unterentfelden bei Aarau. Als Literat widmete er sich besonders dem Schweizer Dichter Robert Walser, mit einer Biographie und als Mitherausgeber der von Jochen Greven besorgten Gesamtausgabe der Werke Walsers.
Bis zu seiner Ablösung vom Christentum zu Beginn der 60er Jahre verstand er sich «ein bisschen als Ritter» der Theologie Karl Barths und war der Meinung, «überall widersprechen zu sollen, wo das christlich-theologische Denken nicht als Grundlage allen geistigen Bemühens anerkannt wird.» Seit seinem Kirchenaustritt 1963 plädierte der «sinnfreundliche» Agnostiker Mächler dann leidenschaftlich, aller Inhumanität und Unvernunft zum Trotz, für eine «Vernünftigung» des von jeglicher klerikaler Gängelung befreiten Menschen. Seine kultur- und kirchenkritischen Essays in zahlreichen Schweizer Zeitungen, insbesondere dem Badener Tagblatt, geben hiervon ebenso beredtes Zeugnis wie das mehrfach publizierte, auch über die Grenzen der Schweiz hinaus beachtete Streitgespräch Robert Mächlers mit dem Pfarrer und Dichter Kurt Marti.
Sein literarisches Werk wurde seit seinem Tod von der Robert-Mächler-Stiftung betreut. Die Stiftung wurde 2010 aufgelöst. Zuvor hatte die Stiftung mit einem Preis «Schriftsteller, Publizisten, Wissenschaftler oder Institutionen ausserhalb der Kirchen» ausgezeichnet, «deren Arbeit der Ethik und dem sinnfreundlichen Agnostizismus Robert Mächlers sowie der zeitgemässen Fortführung der historischen Aufklärung verpflichtet» ist. Sein Nachlass befindet sich im Staatsarchiv Aargau.
Der Optimystiker. Menschenfreundliche und andere Gedichte, Gropengiesser, Zürich 1948
Baden, Haupt (Schweizer Heimatbücher 67), Bern 1955
Das Jahr des Gerichts. Ein Zeugnis (autobiograph. Roman), Aehren, Affoltern 1956
Der christliche Freigeist. Versuch einer wahrhaftigen Jesusbetrachtung, Pallas, Zürich 1961
Allerhand Schlossgeister. Drei aargauische Burgenspiele, Mueller, Lenzburg 1963
Das Leben Robert Walsers. Eine dokumentarische Biographie, Kossodo, Hamburg 1966
1976, dann 1992 und 2003 Neuauflagen im Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-39986-1
Richtlinien der Vernünftigung, Selbstverlag, Unterentfelden 1967
Zur Grundlegung der geistigen Einheit, Selbstverlag, Unterentfelden 1971
Sprüche, Selbstverlag, Unterentfelden 1973
Robert Walser zum Gedenken. Aus Anlaß seines 20. Todestages am 25. Dezember 1976 (mit Elio Fröhlich), Suhrkamp, Frankfurt 1977
«Der Mensch ist nicht für das Christentum da». Ein Streitgespräch über Gott und die Welt zwischen einem Christen und einem Agnostiker (mit Kurt Marti). Vorwort von August E. Hohler, Lutherisches Verlagshaus, Hamburg 1977
1993 neu aufgelegt unter dem Titel Damit der Mensch endlich wird, was er sein könnte, Benziger, Zürich
2002 neu aufgelegt unter dem Titel Woher eine Ethik nehmen? Streitgespräch über Vernunft und Glauben. Mit einem Vorwort und Anmerkungen von Werner Morlang, Nagel & Kimche, Zürich