Robert Littell (* 8. Januar 1935 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller.
Robert Littell wurde als Nachkomme jüdisch-polnischer Einwanderer in Brooklyn geboren. Der Familienname war ursprünglich „Lidsky“. Seine Vorfahren hatten Russland zur Zeit der Pogrome, die auf die Ermordung Zar Alexanders II. folgten, in den 1880er Jahren verlassen. Er studierte an der Alfred University im US-Bundesstaat New York und schloss dort 1956 mit dem Bachelor ab. Littell diente danach vier Jahre lang bei der United States Navy auf dem Zerstörer USS John R. Pierce, wo er unter anderem als Navigator und Funkoffizier tätig war. Später wurde er Journalist und arbeitete ab 1964 für das Nachrichtenmagazin Newsweek als Korrespondent in Osteuropa.
1970 gab Littell seinen Journalistenberuf auf und übersiedelte mit seiner Familie nach Frankreich, wo er seine Erfahrungen im Kalten Krieg literarisch verarbeitete. 1973 veröffentlichte er den Spionageroman The Defection of A.J. Lewinter (dt. Moskau hin und zurück bzw. Der Springer), der im selben Jahr mit dem Dagger Award in der Kategorie Bester englischsprachiger Roman ausgezeichnet wurde. Robert Littell trat nun regelmäßig mit Thrillern der Spionageliteratur hervor, die aber nicht an den Erfolg seines Debütwerkes anknüpfen konnten. Erst die großangelegte CIA-Saga The Company wurde 2002 zu einem weltweiten Bestseller.
Bei einer Reise nach Moskau 1979 lernte er Nadeschda Mandelstam, die Witwe des unter dem Stalin-Regime ermordeten Dichters Ossip Mandelstam, kennen, deren Erinnerungen ihn nachhaltig beschäftigten. Aus der kontinuierlichen Beschäftigung mit russischer Literatur im Allgemeinen und der Dichtung Mandelstams im Speziellen ging 2009 sein Roman Das Stalin Epigramm hervor.
Robert Littell lebt in der südfranzösischen Gemeinde Martel im Département Lot. Von seinen zwei Söhnen lebt einer als Maler in Prag (Jesse Littell, * 1969), der andere, Jonathan Littell (* 1967), als Schriftsteller in Barcelona.
Ab 2023 begannen die Dreharbeiten für die filmische Bearbeitung seines Romans The Amateur, mit Rami Malek, Laurence Fishburne und Rachel Brosnahan in tragenden Rollen. Die Verfilmung wurde im März 2025 veröffentlicht.
1973 The Defection of A. J. Lewinter
Moskau hin und zurück, dt. von Henry Jelinek, Wien, Hamburg: Zsolnay 1974. ISBN 3-552-02624-X
auch: Der Springer, gleiche Übersetzung, München: Goldmann 1986. ISBN 3-442-08582-9
Eine höllische Karriere, dt. von Edda Petri-Bean, München: Goldmann 1989. ISBN 3-442-68865-5
In den Klauen des Bären, dt. von Edda Petri-Bean, München: Goldmann 1987. ISBN 3-442-08916-6
Mütterchen Russland, dt. von Edda Petri-Bean, München: Goldmann 1988. ISBN 3-442-09073-3
Der falsche Spion, dt. von Elisabeth Simon, Rastatt: Moewig 1982. ISBN 3-8118-6137-9
auch: Task Force 753, gleiche Übersetzung, München: Goldmann 1987. ISBN 3-442-08477-6
Sein oder Nichtsein ..., dt. von Edda Petri-Bean, München: Goldmann 1987. ISBN 3-442-08812-7
Der Töpfer, dt. von Edda Petri-Bean, München: Goldmann 1986. ISBN 3-442-30065-7
auch: Tod und Nacht, gleiche Übersetzung, München: Knaur 2005. ISBN 3-426-62945-3
Roter Winter, dt. von Edda Petri, München: Goldmann 1989. ISBN 3-442-32523-4