Robert Julius Tommy Jacobsen (* 4. Juni 1912 in Kopenhagen; † 26. Januar 1993 in Tågelund bei Egtved) war ein international bekannter dänischer Bildhauer, Maler und Grafiker. Er war ein Vertreter der Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein Spezialgebiet war die Konkrete Kunst.
Als Bildhauer war Jacobsen ein Autodidakt. Seine ersten Skulpturen fertigte er aus Holz. Im Jahr 1947 ging er mit einem Kunststipendium nach Paris. Dort entwickelte sich eine enge Freundschaft mit den Künstlern Richard Mortensen und Asger Jorn. Jacobsen lebte und arbeitete bis 1969 in Paris. Er wurde in den Künstlerkreis der Galerie Denise René aufgenommen. Ab 1947 fertigte er seine ersten Eisenskulpturen, die er von seinem Künstlerfreund Jean Dewasne teilweise bemalen ließ. Er formte seine Plastiken aus offenen Eisenkonstruktionen. Jacobsen distanzierte sich mit seiner Bildhauerei von geschlossenen Formen hin zum offenen Raum. Seine Eisenskulpturen lösen das Problem, wie Raum durch plastische, streng geometrische, zuweilen kubische Formen einerseits einzukreisen, andererseits als Negativvolumen sichtbar zu machen sei, von verschiedenen Ansätzen aus und in Werkreihen, die nach dem Prinzip freier Variationen eines Themas angelegt sind. Diese Skulpturen mit ihren starren oder gebogenen Flächen, die ein Gestänge sanft und zwingend so in einer einzig richtigen Stellung hält, dass eine unverrückbare Konstellation entstanden ist, die geschmeidig und scharf eine bestimmte Raum-Möglichkeit eingrenzt, ja definiert – diese Skulpturen sind von großer Überzeugungskraft. Das ist eine Weise plastischen Gestaltens, die eine Figur erstrebt, die etwas mit Musik, mit Ballett zu tun hat: eine elegante, dabei ungemein strenge Figur, die für einen Augenblick „steht“, den Atem anhält – und in diesem Sinne halten Jacobsens Skulpturen der 1950er bis 1960er Jahre den Atem an, bilden damit einen Beweis für Lessings Theorie, die er von der Laokoon-Gruppe formulierte: Auch Jacobsen zeigt den „fruchtbaren Augenblick“, nicht das „Äußerste“, den Augenblick, dessen Formdefinition man weiterdenken, damit in Bewegung umsetzen kann. Seine Skulpturen färbte er schwarz ein. Neben der Bildhauerei schuf Jacobsen auch farbige Grafiken sowie zahlreiche Malereien. Im Jahr 1959 war er Teilnehmer der documenta 2 in Kassel in der Abteilung Plastik.
Sein Schwiegersohn Bernard Léauté war ein enger Vertrauter und Mitarbeiter. Bei der von ihm geliebten Jazzmusik gab Robert seinen Werken mit spielerischer Leichtigkeit und hochkonzentriert den „letzten Schliff“ – einem meditativen Trancezustand gleich. Auf jede Nuance wurde präzise geachtet.
Neben seinem Leben in Frankreich hatte Jacobsen 1962 bis 1981 den Lehrstuhl für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München inne. Dort zählte 1971 bis 1973 der Steinbildhauer Alfred Görig zu seinen Schülern.
Von 1976 bis 1985 war Robert Jacobsen Professor an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen.
Robert Jacobsen verstarb 1993 auf seinem Landsitz in Tågelund bei Egtved.
Jacobsen hinterließ ein umfassendes grafisches und malerisches Werk. Plastische Arbeiten spielten jedoch die Hauptrolle in seinem künstlerischen Schaffen.
Robert Jacobsen ist Schöpfer der Statue und Namensgeber des dänischen Film- und Fernsehpreises Robert (dänisch: Robert Prisen), dem Pendant zu den amerikanischen Oscars.
UNESCO – Hauptzentrale, Paris, Frankreich
UNIQA-Gruppe, Wien, Österreich
Olympischer Park, Seoul, Südkorea
Abbaye Saint-André, Meymac, Frankreich
Dänische Technische Universität, Kgs. Lyngby, Dänemark
Springbrunnen, Gladsaxe, Dänemark
Museen mit Werken von Robert Jacobsen
Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
NY Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen
Nordjyllands Kunst Museum, Aalborg