An diesem Tag

Robert F. Kennedy

US-amerikanischer Politiker

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Robert Francis Kennedy (* 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts; † 6. Juni 1968 in Los Angeles, Kalifornien), auch bekannt als Bobby Kennedy, war ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und jüngerer Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy. Als Sohn von Joseph P. Kennedy gehörte er zur Kennedy-Familie und wuchs in privilegierten Verhältnissen auf. Nach einer Karriere als Senatsjurist, Justizminister im Kabinett seines Bruders und Senator bewarb er sich 1968 um die Präsidentschaft und fiel während des Vorwahlkampfes ebenfalls einem Attentat zum Opfer.

Schulische Ausbildung und Wehrdienst

Robert Francis Kennedy („RFK“) wurde am 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts, geboren und war das siebte Kind des Unternehmers Joseph und seiner Frau Rose Kennedy. Sein Vater, der als Begründer der Familie Kennedy gilt, war ein erfolgreicher Unternehmer und als einflussreicher Irischamerikaner ein wichtiger Wahlkampfhelfer für Franklin D. Roosevelt bei den Präsidentschaftswahlen 1932 und 1936. Im Dezember 1937 wurde er zum Botschafter in London ernannt. Die Mutter Rose Kennedy war Tochter des früheren Bostoner Bürgermeisters und Abgeordneten im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten John F. Fitzgerald.

In London besuchte Kennedy die Privatschule Gibbs. Nach der Kriegserklärung von Neville Chamberlain an das Dritte Reich schickte Joseph P. Kennedy seine Familie im September 1939 nach Amerika zurück. Dort ging Robert zuerst auf die eng mit der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika verbundene St. Paul’s School in Concord, New Hampshire. Der ausgeprägte Episkopalismus der Schule störte Rose Kennedy, so dass sie Robert auf die Portsmouth Priory, eine Klosterschule mit Internat der Benediktiner, in Newport, Rhode Island, wechseln ließ. Abgesehen von vier Gottesdiensten pro Woche und einem Morgen- und Abendgebet, lag dort der Schwerpunkt auf säkularem Schulunterricht. Wegen seiner mäßigen Noten fürchtete sein Vater, Kennedy schaffe es nicht nach Harvard. Daher schickte er seinen Sohn ab Herbst 1942 an die Milton Academy in Milton, Massachusetts, was für Kennedy die sechste Schule in 10 Jahren war. An diesem klassischen White Anglo-Saxon Protestant College stand er aufgrund seiner katholischen Herkunft und des weiterhin praktizierten Glaubens im Abseits. Die Noten blieben bis auf das Fach Foreign Relations mittelmäßig, und Kennedy entwickelte vorwiegend im Football Ehrgeiz. Einen lebenslangen Freund fand er zu jener Zeit auf der Milton Academy in David Hackett, der ihn beim Wahlkampf 1968 unterstützte.

Angeregt durch die Erlebnisberichte von John F., der Bootskommandant im Pazifikkrieg war, beabsichtigte er, sich gleichfalls für einen Einsatz auf einem PT-Schnellboot zu melden. Der ältere Bruder überredete ihn, sich im Oktober 1943 vorerst bei der United States Navy Reserve einzuschreiben. Dort wurde er bis März 1944 vom aktiven Dienst freigestellt und durchlief ab dann das einjährige Studienprogramm V-12 an der Harvard University, das eine Offiziersverwendung im Anschluss zum Ziel hatte. Der Tod des ältesten Bruders Joseph P. Kennedy junior bestärkte Kennedys Wunsch nach einem Fronteinsatz. Im Mai 1945 als untauglich gemustert, ging er vorerst weiter auf die Offiziersschulung in Harvard. Als im Herbst 1945 der nach seinem Bruder benannte Zerstörer USS Joseph P. Kennedy, Jr. in Dienst gestellt wurde, sprach Kennedy ohne Wissen der Familie erfolgreich bei Marineminister James V. Forrestal vor, um seine Offiziersausbildung abbrechen und fortan als einfacher Matrose auf diesem Schiff dienen zu können. Während der Irankrise trat Kennedy am 1. Februar 1946 den Dienst auf der USS Joseph P. Kennedy, Jr. an. Fünf Tage später brach die USS Joseph P. Kennedy, Jr. zur Testfahrt in die Karibik auf, und kurz nach Rückkehr in den Heimathafen Newport, Rhode Island, wurde Kennedy ehrenhaft aus der US Navy entlassen.

Danach unterstützte er den Wahlkampf seines Bruders um den traditionell demokratischen 11. Wahlbezirk von Massachusetts im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Unter der Führung von LeMoyne Billings, einem engen Freund von John, betreute Kennedy drei Wahlkreise im Osten von Cambridge, die überwiegend italoamerikanisch geprägt waren. Zwar gingen diese Viertel bei den Primaries gegen den dort populären Joe Russo verloren, aber viel knapper als erwartet. Danach bereiste Kennedy Südamerika, sein erster Urlaub außerhalb der Familie, und begann ein Studium der Rechtswissenschaften in Harvard im September 1946.

Während der ersten Jahre auf dem Campus mied Kennedy soziale Zerstreuung in Fraternities und Sororities wie dem Spee Club, dem seine älteren Brüder angehört hatten. Die Vorlesungen mit Schwerpunkt Staatswissenschaft von Charles Howard McIlwain, Roscoe Pound, Rupert Emerson und anderen hinterließen bei ihm ebenso wenig Eindruck wie bei diesen seine Persönlichkeit und Leistungen, was sich in einem mäßigen Notenbild offenbarte. Eine Zeitlang besuchte er mit katholischen Kommilitonen das St. Benedict Center im Campus. Die antisemitischen und atheistenfeindlichen Predigten von Leonard Feeney, der ein extremer Befürworter des Dogmas vom exklusiven Heilsanspruch der Kirche, dem extra Ecclesiam nulla salus, war, schockierten Kennedy derart, dass er in zornigem Streit mit Feeney die Einrichtung für immer verließ. Konzentrierten Fokus und Ehrgeiz entwickelte Kennedy stark ausgeprägt im American Football, wo er ein Spiel für die Auswahl der Universität trotz eines Beinbruchs bis zum Ende und einem Kollaps fortsetzte. In der Mannschaft traf er vor allem hier – freundschaftliche Beziehungen knüpfend – auf ältere Kriegsveteranen aus diversen, deutlich anderen Gesellschaftsschichten als der seinigen. Zu dieser Zeit entsprachen seine politischen Ansichten denen des Vaters. In konträrer Position zu seinem Bruder John stehend, lehnte er die Truman-Doktrin und den Marshall-Plan vehement ab. Die USA sollten sich in europäische Angelegenheiten nicht einmischen, eine friedliche Koexistenz mit der (damals noch stalinistischen) Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten anstreben, und wenn sich ferne Völker für den Kommunismus entschieden, dies akzeptieren und nicht intervenieren.

Angeregt und unterstützt von seinem Vater, der ihn als Korrespondenten für die Zeitung Boston Post akkreditieren ließ, trat er nach seinem Bachelor of Arts am 5. März 1948 auf der Queen Mary mit seinem Kommilitonen George Terrien zu einer Reise in den Nahen Osten an. Hierbei besuchte er Ägypten, das kurz vor dem Ende stehende Völkerbundsmandat für Palästina und den Libanon. In seiner Funktion als Journalist baute er Kontakte zur noch jungen Arabischen Liga, der Hagana und Irgun Tzwa’i Le’umi auf. Nachdem Israel am 14. Mai 1948 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, veröffentlichte die Boston Post Anfang Juni vier Artikel von Kennedy. In diesen begrüßte er das unabhängige Israel als stabilisierendes demokratisches Momentum im Nahen Osten, zerstreute Befürchtungen, es könne sich zum Kommunismus bewegen, und kritisierte scharf die britische Mandatspolitik. Er schrieb auch, die USA hätten sich zu wenig solidarisch mit den Juden, darunter viele Überlebende des Holocaust, in Palästina gezeigt.

Am 15. April 1948 erreichte Kennedy Italien. Dort erlebte er die ersten Parlamentswahlen nach dem Kriegsende und dem Ende der Mussolini-Diktatur. Er besuchte unter anderem eine Großkundgebung von Palmiro Togliatti (bis zu seinem Tod 1964 ein führender Vertreter des italienischen Kommunismus). Nach dem Tod seiner Schwester Kathleen Cavendish, deren Beerdigung er wegen einer Gelbsucht nicht besuchen konnte, reiste er nach London zu ihrem Grab. Über Belgien und Holland erreichte er die Westzone und berichtete von der katastrophalen Zerstörung der besuchten Städte und der Apathie der deutschen Bevölkerung.

In der Vier-Sektoren-Stadt Wien erlebte er die intensiven Spionageaktivitäten des Kalten Kriegs sowie die allgemeine Erwartung eines Krieges mit der Sowjetunion angesichts der Rittersturz-Konferenz und den bevorstehenden Koblenzer Beschlüssen sowie der sich dadurch abzeichnenden Geburt von Westdeutschland.

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