Rita Arnould-Bloch, geborene Bloch, (* 11. September 1914 in Amsterdam ; † 20. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine belgische Widerstandskämpferin. Unter den Aliasnamen Juliette und Julia war sie als Funkerin und Kurierin der Roten-Kapelle-Gruppe in Belgien tätig.
Das Haus in der Rue des Atrébates 101 in Etterbeek wurde von Rita Arnould-Bloch gemietet.
Rita Bloch war die Tochter von Abraham Bloch und Francine Wolf. Rita wurde am 11. September 1914 in Amsterdam geboren. Ihr Bruder Iwan Gerhard kam ein Jahr zuvor, am 16. Mai 1913, in Saint-Gilles (Brüssel) zur Welt. Die Familie lebte abwechselnd in den Niederlanden und in Belgien. Abraham war Vertriebsleiter der Firma I.G. Bloch & Gebr. Stibbe in der Rue d’Angleterre 35 in Brüssel. Nach langer Krankheit starb Abraham am 21. Februar 1921. Er wurde 36 Jahre alt. Die Familie lebte weiterhin in Brüssel, wo Rita die Universität besuchte. Am 6. Dezember 1939 heiratete sie den deutlich älteren Albert Arnould, und sie zogen in die Avenue du Parc 57 in Saint-Gilles. Rita nahm eine Stelle bei der Société Financière Belge-Canadienne an, bis im Mai 1940 die gesamte Belegschaft entlassen wurde. Am 6. Juni 1941 starb Albert Arnoud im St.-Pierre-Krankenhaus in Brüssel.
Während ihres Studiums an der Universität hatte Rita den Belgier Isodor Springer kennengelernt, der sie in die Widerstandsbewegung „Die Rote Kapelle“ einführte.
„Die Rote Kapelle“ entstand in Kreisen norddeutscher Künstler und Intellektueller und wurde von der Sowjetunion unterstützt. Sie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Spionagenetzwerke und Widerstandsgruppen gegen Nazideutschland und war über das gesamte besetzte Gebiet in Europa verteilt. Mit Hilfe von Funksendern versuchten sie, wichtige Informationen an die Alliierten zu übermitteln.
In Belgien gab es drei Sender, in Etterbeek, Uccle und Molenbeek.
Rita (Deckname Julia, Juliette) war Agentin der belgischen Abteilung der Roten Kapelle. Sie gewährte in ihrer Wohnung in der Rue des Atrébates 101 in Etterbeek Unterschlupf und fungierte zudem als Kurierin.
In der Nacht vom 13. Dezember 1941 führte der deutsche Spionageabwehrdienst eine Razzia in dem Haus durch und verhaftete Rita, den sowjetischen Agenten und Funker Anton Danilov (Deckname Albert Desmet) sowie die Chiffriererin Sophie Posnanska (Deckname Anna Verlingen).
Rita wurde in das Kriegswehrmachtgefängnis Sint-Gillis gebracht. Am 19. April 1943 wurde Rita vom Feldgericht z.V.B.d. Luftwaffe in Berlin-Steglitz (Aktenzeichen AKStL 52/43) wegen Spionage zum Tode verurteilt. Noch am selben Tag wurde sie unter der Häftlingsnummer 164/43 in das Moabit-Gefängnis in Berlin verlegt.
Am 19. August 1943 wurde sie in das Frauengefängnis in der Barnimstraße 10 in Berlin (unter der Nummer 2911/43) verlegt; dies war eine Zwischenstation vor der Hinrichtung. Am nächsten Tag um 12 Uhr mittags wurde sie in das Gefängnis Plötzensee überführt, wo sie noch am selben Tag durch die Guillotine hingerichtet wurde.
Gilles Perrault: Auf den Spuren der Roten Kapelle. Europaverlag, Wien und München 1994, ISBN 3-203-51232-7
Leopold Trepper: Die Wahrheit: Autobiographie des „Grand Chef“ der Roten Kapelle. dtv, München 1978, ISBN 3-423-01387-7, Seite 31–419
Hans Coppi junior: Die „Rote Kapelle“ im Spannungsfeld von Widerstand und nachrichtendienstlicher Tätigkeit. Der Trepper-Report vom Juni 1943. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 3/1996 (online PDF, 7 MB)