Rino Tami, alias Arturo Tami, (* 7. August 1908 in Monteggio; † 15. März 1994 in Lugano) war ein Schweizer Architekt und ehemaliger Professor der ETH Zürich. Er gilt als Pionier der modernen Tessiner Architektur.
Rino Tami wurde 1908 als Sohn von Giuseppe Tami im Ortsteil Lisora der Gemeinde Monteggio geboren. Er besuchte Schulen in Lugano und die Höhere Architekturschule in Rom. Zwischen 1934 und 1935 studierte er Architektur an der ETH Zürich bei Otto Rudolf Salvisberg. 1946 heiratete er Eugénie Mousny (1911–2011).
Tami zählt neben seinem Bruder Carlo, Peppo Brivio und Franco Ponti zu den Vertretern der ersten Generation der „Tessiner Schule“.
Von seinen späteren Arbeiten sind vor allem die Tessiner Kantonsbibliothek in Lugano von 1940, das Lagerhaus der Usego in Bironico von 1950 und der Hauptsitz der Tessiner Radiogesellschaft in Lugano von 1964 zu erwähnen. Einige Projekte realisierte er gemeinsam mit seinem Bruder Carlo Tami (1898–1993), der nach einer Maurerlehre an der Accademia di Brera studiert hatte.
Von 1960 bis 1983 wirkte Tami als architektonischer Berater beim Bau der Nationalstrassen im Kanton Tessin. Er schuf vor allem die imposanten Portale der Autobahntunnel der A2 bei Melide und am Gotthard.
Von 1957 bis 1961 war Tami Professor an der ETH Zürich.
1936: Kirche Sacro Cuore, Bellinzona, mit Carlo Tami
1939: Grotto ticinese für die Schweizerische Landesausstellung, Zürich
1940: Kantonsbibliothek Tessin, Lugano mit Carlo Tami
1945: Zentrale Airolo des Kraftwerks Lucendro
1950: Lagerhaus der Usego, Bironico
1952: Wohnhaus, via Motta 28, Lugano, mit Carlo Tami
1955: Lagerhaus der Maggia Kraftwerke (OFIMA), Avegno-Gordevio
1957: Wohnhaus Casa Torre, viale Castagnola, Lugano
1957–1962: Studio des Radio della Svizzera italiana mit Augusto Jäggli und Alberto Camenzind
1961: Wohnhaus Erreti, via Noale 11, Sorengo
1962–1966: Bankfiliale der UBS, Lugano
1973: Erweiterungsbau der Kantonsbibliothek, Lugano, mit Carlo Tami