Hendrik „Rik“ Van Looy (* 20. Dezember 1933 in Grobbendonk; † 17. Dezember 2024 in Herentals) war ein belgischer Radrennfahrer. Er war einer der erfolgreichsten Klassikerjäger.
Van Looy begann mit 14 Jahren mit dem Radsport. Seine täglichen Touren für den väterlichen Metzgerladen mit dem Fahrrad dienten ihm dabei auch als Trainingsfahrten. Als Amateur nahm er am Straßenrennen der Olympischen Sommerspiele 1952 in Helsinki teil, konnte das Rennen nicht beenden, gewann aber mit der belgischen Auswahl (mit André Noyelle, Robert Grondelaers und Lucien Victor) die Mannschaftswertung. Bei den Straßenradsport-Weltmeisterschaften 1953 wurde er Dritter im Rennen der Amateure.
Van Looy – auch „Rik II“ genannt zur Unterscheidung von dem älteren belgischen Radprofi Rik Van Steenbergen – konnte in seiner Karriere als Berufsfahrer von 1953 bis 1970 jedes einzelne der fünf „Monumente des Radsports“, der wichtigsten klassischen Eintagesrennen, gewinnen, was außer ihm nur Eddy Merckx und Roger De Vlaeminck gelang. Dreimal gewann er Paris–Roubaix, je zweimal die Flandern-Rundfahrt und Paris–Tours (1959 und 1967), sowie je einmal Mailand–Sanremo, Lüttich–Bastogne–Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt. 1960 und 1961 entschied er die Straßen-Weltmeisterschaft für sich. 1956 und 1963 wurde er Zweiter. Van Looy erzielte sieben Tagessiege bei der Tour de France, zwölf beim Giro d’Italia und 18 bei der Vuelta a España. Insgesamt errang er im Laufe seiner Radsportkarriere 493 Siege, ein Rekord, der später nur noch von Eddy Merckx gebrochen wurde. Diese Erfolge trugen ihm den Beinamen L’Empereur de Herentals (Keizer van Herentals) ein; Herentals war sein Wohnort.
Nach dem Ende seiner Laufbahn eröffnete er in der Nähe seines Heimatortes einen Reiterhof. Als das belgische Kultusministerium 1975 im Heimatort von Rik Van Looy ein Leistungszentrum für Radsport plante, sagte er sofort seine Unterstützung zu. Er selbst gab auch Kurse an dieser Einrichtung.
Rik Van Looy starb im Dezember 2024, drei Tage vor seinem 91. Geburtstag.
Rik Van Looy ist Ehrenbürger seines Geburtsorts Grobbendonk wie auch seines Wohnortes Herentals. In Herentals wurde im August 2017 ein Denkmal von Van Looy (nach längerem Zureden) von ihm selbst enthüllt. 2018 wurde bekannt, dass ein Radrennen in seinem Geburtsort künftig seinen Namen tragen wird. In einem Interview aus diesem Anlass gab der 84-jährige an, dass er noch zwei bis drei Mal wöchentlich die 30 Kilometer lange Strecke nach Antwerpen und zurück mit dem Rad absolviere. Er werde zwar demnächst 85, aber auf einem Fahrrad merke man davon nicht viel. Im Juni 2021 wurde in seinem Geburtsort Grobbendonk eine Büste von Rik Van Looy enthüllt.
Im Laufe seiner Karriere und seines restlichen Lebens erhielt Rik Van Looy unter anderem folgende Auszeichnungen:
Belgischer nationaler Sportverdienstpreis: 1961
Gesamtwertung Prix de la combativité: Tour de France 1963
Prix de la combativité (8 Stufen): 4 in 1963, 1 in 1962, 1964, 1965 und 1966
Sportpersönlichkeit der Provinz Antwerpen: 2005
Ehrenbürger von Grobbendonk: 2012
Van Looy ist der einzige Gewinner aller acht Klassiker, die zur Challenge Desgrange-Colombo gehörten, der ersten internationalen Jahreswertung im Straßenradsport.
Tour de France: eine Etappe 1962, vier Etappen und Punktewertung Tour de France 1963, zwei Etappen 1965, eine Etappe 1969
Giro d’Italia: vier Etappen 1959, drei Etappen und Bergwertung 1960, drei Etappen 1961, zwei Etappen 1962
Vuelta a España: fünf Etappen 1958, vier Etappen und Punktewertung 1959, eine Etappe 1964, acht Etappen und Punktewertung 1965
Paris–Roubaix 1961, 1962, 1965
Gent–Wevelgem 1956, 1957, 1962