An diesem Tag

Riga

Hauptstadt von Lettland

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Riga (lettisch Rīga) ist die Hauptstadt Lettlands und mit rund 590.000 Einwohnern (591.882 am 1. Januar 2025) die größte Stadt des Landes. Der Großraum Riga hat rd. 850.000 Einwohner. Riga ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre Jugendstilbauten und ihre großzügige Anlage sowie für die gut erhaltene Innenstadt, darunter besonders die Altstadt. Im Jahr 2016 wurde Riga der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.

Die Altstadt Rigas liegt am rechten Ufer des Unterlaufs der Düna (lettisch Daugava), die hier auch nach den Flussregulierungen der Neuzeit noch 500 m breit ist. Die nördlichen Vorstadtbezirke liegen bereits an der Rigaer Bucht (Rigaer Meerbusen). Das Hinterland im Süden und Westen der Stadt ist verhältnismäßig dünn besiedelt, ausgedehnte Moore und Sümpfe bildeten hier einst einen natürlichen Schutz. Die von der letzten Eiszeit geprägte Landschaft um Riga verfügt über eine Vielzahl kleiner Seen und Bäche, östlich und nördlich der Altstadt befand sich noch im ausgehenden 19. Jahrhundert ein ausgedehntes Ödland aus Sanddünen.

Das Klima ist feucht-kontinental mit warmen, feuchten Sommern und schneereichen Wintern. Temperaturen bis −20 °C sind keine Seltenheit.

Riga ist in drei Stadtbezirke (rajons) und drei Vorstädte (priekšpilsētas) gegliedert mit zahlreichen Stadtteilen (Stand 1. Januar 2010):

Centra rajons, 3 km², 24.547 EinwohnerStadtteile: Centrs (Neustadt), Vecpilsēta (Altstadt)

Kurzemes rajons, 79 km², 133.505 EinwohnerStadtteile: Āgenskalns, Bolderāja, Daugavgrīva, Dzirciems, Iļģuciems, Imanta, Kleisti, Ķīpsala, Rītabuļļi, Spilve, Voleri, Zasulauks

Ziemeļu rajons, 77 km², 80.652 EinwohnerStadtteile: Čiekurkalns, Jaunciems, Kundziņsala, Mangaļsala, Mežaparks, Mīlgrāvis, Pētersala-Andrejsala, Sarkandaugava, Trīsciems, Vecāķi, Vecdaugava, Vecmīlgrāvis

Latgales priekšpilsēta, 50 km², 193.287 EinwohnerStadtteile: Avotu iela, Dārzciems, Dārziņi, Grīziņkalns, Ķengarags, Latgales apkaime, Pļavnieki, Rumbula, Šķirotava

Vidzemes priekšpilsēta, 57 km², 172.064 EinwohnerStadtteile: Berģi, Brasa, Brekši, Bukulti, Dreiliņi, Jugla, Mežciems, Purvciems, Skanste, Suži, Teika

Zemgales priekšpilsēta, 41 km², 105.090 EinwohnerStadtteile: Āgenskalns, Atgāzene, Beberbeķi, Bieriņi, Bišumuiža, Katlakalns, Mūkupurvs, Pleskodāle, Salas, Šampēteris, Torņakalns, Ziepniekkalns, Zolitūde

Bewohnte Fläche: 67,00 km² (21,8 %)

Gewerbliche Fläche: 52,45 km² (17,0 %)

Straßen und Wege: 24,64 km² (8,0 %)

Parkanlagen: 57,54 km² (19,0 %)

Das Stadtgebiet von Riga grenzt im Nordwesten an die Ostsee, im Nordosten und Osten an die Verwaltungsbezirke (novads) Carnikava, Garkalne und Stopiņi, im Süden an Salaspils, Ķekava und Olaine und im Westen an Mārupe, Babīte sowie die Stadt Jūrmala.

Bereits vor der Gründung Rigas (1201) am Zusammenfluss des später zugeschütteten Baches Rīdzene (deutsch: Riege – daher der Name Riga) und der Düna bestand am rechten Ufer der Düna eine Siedlung der finno-ugrischen Liven. Ende des 12. Jahrhunderts kamen immer wieder Kaufleute aus Gotland, um hier Handel zu treiben. Mehrfach gingen auch Missionsversuche von diesem Ort aus, die jedoch bis zur eigentlichen Stadtgründung fehlschlugen. Erst mit dem Erscheinen Alberts von Buxthoeven aus Bremen gelang es, Riga als Drehscheibe des Russlandhandels und Ausgangspunkt der Mission und der deutschen Kolonisierung des Baltikums zu konsolidieren.

Bis dahin hatte der etwa 50 km westlich gelegene Semgallerhafen am Unterlauf der Kurländischen Aa (lettisch Lielupe) als wichtiger Handelsplatz der Region gedient. Auf Betreiben deutscher Kaufleute, die vom Papst ein entsprechendes Privileg erwarben, wurde im Jahr 1200 seine Schließung erzwungen, um den deutschen Händlern eine Monopolstellung zuzusichern. So konnte sich Riga in wenigen Jahrzehnten zur bedeutendsten Stadt eines Gebietes entwickeln, das fortan als Livland (lateinisch: Livonia) einen festen Platz auf der Landkarte Europas einnahm. Insbesondere zu Beginn ihrer Geschichte erlebte die Stadt einen rasanten Aufschwung: Die bebaute Fläche wuchs in einem Vierteljahrhundert um das fünf- bis sechsfache. Die Stadt war Sitz eines Erzbischofs und gehörte seit 1282 der Hanse an.

Ab 1211 gewannen die Bürger der Stadt, insbesondere die Kaufleute, die sich nach der Unterwerfung der umliegenden Völkerschaften hier niederließen, rasch an Einfluss: Bereits 1225 konnten sie den Stadtvogt, der bis dahin vom Bischof eingesetzt wurde, selbst wählen. Der Rigaer Stadtrat ist 1225 zum ersten Male urkundlich erwähnt und bestand wahrscheinlich schon seit 1222 oder 1223. Anfangs galt in Riga das Visbyer Stadtrecht, danach das an das Lübische Recht angelehnte Hamburger Stadtrecht.

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