Richard Cunnigham Patterson Jr. (* 31. Januar 1886 in Omaha, Nebraska; † 30. September 1966) war ein US-amerikanischer Diplomat. Er diente als Botschafter und Ständiger Vertreter seines Heimatlandes.
Richard Cunnigham Patterson Jr. wurde am 31. Januar 1886 in Omaha geboren. Er besuchte die Universität von Nebraska und besaß einen Abschluss in Ingenieurswesen der Columbia University’s School of Mines aus dem Jahr 1912. Während seiner Universitätszeit in Columbia war er von 1909 bis 1910 Mitglied des Schwimmteams und Präsident der Intercollegiate Swimming Association. Als junger Mann arbeitete Patterson für einige Jahre in den Goldminen von South Dakota und war Mitglied der Federation of Miners Union.
Im Ersten Weltkrieg wurde er zunächst Mitglied von General John J. Pershings Expedition in Mexiko im Jahr 1916 und später Mitglied der American Expeditionary Forces und diente dort für 13 Monate, zunächst als Captain und dann als Major bei den Ingenieuren. Er wurde später Colonel der Reserve. Kurz vor seiner Rückkehr war er an der Organisation der Amerikanischen Legion in Paris beteiligt.
Patterson war nach dem Krieg als Geschäftsmann tätig. Dazu gehörte eine Position bei der J. G. White Engineering Corporation und später als Ingenieur bei E. I. du Pont de Nemours & Co., wobei er das Unternehmen in China repräsentierte. Von 1927 bis 1932 war er als Commissioner of Correction im Staatsdienst von New York City tätig, damit war er Commissioner des Parole Board. Im Anschluss war er von 1932 bis 1936 ein Direktor der National Broadcasting Company. Ihm wurde im Juni 1933 vom damaligen Chef der Republikaner in New York, W. Kingsland Macy, die Nominierung als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters New Yorks angeboren, die er ablehnte. Charles Whitman sprach später davon, dass Patterson gewonnen hätte, wäre er Kandidat gewesen.
Von 1938 bis 1939 war er Untersekretär im Handelsministerium und von 1940 bis 1944 Vorsitzender des Vorstands von Radio-Keith-Orpheum. Während der Zeit des Krieges war er auch Vorsitzender des War Savings Staff.
Patterson wurde am 21. September 1944 zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Jugoslawien ernannt. Er übergab sein Beglaubigungsschreiben am 17. November 1944. Zunächst vertrat er sein Heimatland am Sitz der Exilregierung in London. Er transferierte am 31. März 1945 in die Botschaft in Belgrad. Er blieb Botschafter bis zum 25. Oktober 1946. In dieser Zeit war Patterson vor allem damit beschäftigt, die angespannten Beziehungen der US-Regierung zur Tito-Regierung zu reparieren.
Am 29. September 1948 wurde er zum Botschafter in Guatemala ernannt. Er übergab sein Beglaubigungsschreiben am 24. November 1948 und blieb in diesem Amt bis zum 28. März 1950.
Am 22. März 1951 wurde der Diplomat zum Missionschef in der Schweiz ernannt. Er übergab am 27. Juni 1951 sein Beglaubigungsschreiben. Patterson blieb in diesem Amt bis zum 14. April 1953. Mindestens im Jahr 1953 war Patterson auch der Ständige Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf.
Im Jahr 1954 wurde Patterson vom New Yorker Bürgermeister zum Leiter seines Reception Committee ernannt. Später wurde er Commissioner für öffentliche Veranstaltungen und Chef des Protokolls für die Stadt. Er blieb in diesen Ämtern für 12 Jahre. Im Anschluss war er als Liaison für den Kandidaten der Demokraten für das Gouverneursamt, Frank D. O’Connor, tätig mit Zuständigkeit für Wirtschaftsfragen.
Patterson starb am 30. September 1966. Er hinterließ seine Frau und eine Tochter. Seine Beerdigung fand am 4. Oktober 1966 in der Christ Church an der Ecke von Park Avenue und 60th Street statt. Sie wurde von Ralph Washington Sockman durchgeführt. Unter den 400 Teilnehmern war unter anderem der ehemalige Postmaster General James Farley.
1932: Medaille für distiguished public service der Columbia University
1940: Medaille für distiguished public service der University of Nebraska
1958: Ehrendoktor der Rechtswissenschaft des Wagner College
1959: Ehrendoktor für Zivilrecht des Pace College
1962: Ehrenabschloss des Dickinson College
Dokumente in der Harry S. Truman Library
Dokumente auf der Seite der New York University