An diesem Tag

Richard Branson

Britischer Unternehmer

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Sir Richard Charles Nicholas Branson (* 18. Juli 1950 in Blackheath, London) ist ein britischer Unternehmer. Sein Mischkonzern Virgin Group ist in Telekommunikationsunternehmen, der Musikindustrie, Luftfahrt und als Eisenbahnanbieter tätig. Nach 16 Jahren Entwicklung erhielt seine Virgin Galactic 2021 eine Lizenz für Flüge an den Rand des Weltraums.

Branson wurde in Blackheath, London, als ältestes von drei Kindern von Eve Branson (1924–2021), einer vormaligen Balletttänzerin, und Edward James Branson (1918–2011), einem Rechtsanwalt, geboren. Branson hat zwei jüngere Schwestern. Sein Großvater, Sir George Arthur Harwin Branson (1871–1951), war Richter am High Court of Justice. Branson hatte aufgrund seiner Legasthenie während seiner Schulzeit sehr schlechte Noten. Laut Bransons eigener Aussage sagte ihm sein Schuldirektor an seinem letzten Schultag, er werde entweder im Gefängnis enden oder Millionär werden.

In der Mittelschule gab Branson mit einigen Mitstreitern ab 1967 eine Schülerzeitung namens Student heraus, die jedoch trotz der Unterstützung namhafter Autoren wie John le Carré oder Jean-Paul Sartre ein wirtschaftlicher Misserfolg war. Er verließ die Schule ohne Abschluss.

1970 gründete er sein erstes Unternehmen, das den Namen Virgin trug und Schallplatten versandte, später aber auch Plattenläden betrieb.

1971 kam er mit dem Gesetz in Konflikt, als er durch Zufall herausbekam, dass man die Steuer angeblich umgehen konnte, wenn man Schallplatten nach Belgien exportierte, sie aber sofort wieder einführte. Dies brachte ihm jedoch eine hohe Geldstrafe ein.

1972 folgte die Gründung der Manor Studios in Oxfordshire. Branson nahm den bis dahin relativ unbekannten Bassisten der „Kevin Ayers Group“, Mike Oldfield, unter Vertrag. Dessen erste Schallplatte Tubular Bells erschien 1973 und wurde über 5 Millionen Mal verkauft. Dieser finanzielle Erfolg war der Grundstein für sämtliche weiteren unternehmerischen Tätigkeiten von Branson. Er gründete und beteiligte sich an weiteren Unternehmen, die alle unter der Marke Virgin firmierten, so zum Beispiel die Fluglinie Virgin Atlantic Airways ab 1984, der Eisenbahnbetreiber Virgin Rail Group ab 1997 und das Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic ab 2004.

Der Gesamtumsatz der Virgin Group im Jahr 2002 betrug 4 Milliarden Pfund Sterling. Im Februar 2007 gab er bekannt, dass die Virgin Group mit dem britischen Unternehmen Game Domain International plc (GDI) eine Plattform zur Distribution von Spielen durch Streaming statt Download namens A World Of My Own (AWOMO) ins Netz setzen werde, die den PC-Spiele-Markt revolutionieren sollte. Anfang Februar 2008 gab Branson ein Angebot für die angeschlagene britische Bank Northern Rock ab. Im Dezember 2009 stellte er das SpaceShipTwo vor, ein Raumflugzeug für private Kurzausflüge ins All. Ab den 2010er-Jahren engagierte er sich in der Entwicklung des Überschallflugzeugs Boom Overture und stellte 2020 die Entwicklung eines Mach-3-Geschäftsreiseflugzeugs in Aussicht. Branson hatte damals nach deren Stilllegung auch die sieben British-Airways-Concordes zu kaufen versucht. Er hatte sie in der eigenen Fluggesellschaft weiterbetreiben wollen.

Ende 2009 beteiligte sich Branson am britischen Rennstall Manor Grand Prix, der einen Startplatz für die Formel-1-Saison 2010 erhalten hatte.

Bransons privates Vermögen wurde im Oktober 2019 auf rund 4 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Neben den kommerziellen gründete Richard Branson auch karitative Unternehmen wie die Virgin Healthcare Foundation, die sich insbesondere für AIDS-Prophylaxe und für die Einschränkung von Werbung und Sponsoring von Tabakfirmen im Sport engagiert. Er setzt sich zudem für einen konsequenten Klimaschutz ein.

Für seine Leistungen als Unternehmer („services to entrepreneurship“) wurde Branson im Dezember 1999 zum Knight Bachelor ernannt und von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Er führt seither den Namenszusatz „Sir“.

Ebenfalls 1999 begann Peter Gabriel ein Gespräch mit Richard Branson über die Notwendigkeit einer neuen Versammlung von Weltführern für unser zunehmend vernetztes globales Dorf. Sie brachten die Idee für eine solche Gruppe, die sie „The Elders“ nannten, zu dem Mann, der die von ihnen gesuchten Führungsqualitäten verkörperte – Nelson Mandela. 2007 gründete Mandela zusammen mit Desmond Tutu und anderen weltweit bekannten ehemaligen Amtsträgern die Gruppe The Elders, in der rund zehn ältere, angesehene Personen aus verschiedenen Kontinenten vertreten sind. Deren Ziel ist die Mithilfe bei der Lösung globaler Probleme. Tutu war der erste Vorsitzender der Elders und wurde nach dem Ende seiner Amtszeit 2013 zum Ehrenmitglied ernannt. Mandela war ebenfalls Ehrenmitglied der Elders. Peter Gabriel nennt Nelson Mandela und Desmond Tutu und The Elders in dem Liedtext des Liedes Live and Let Live, das 2023 auf dem Album i/o erschien als Vorbilder dafür. Das Lied hat Vergebung zum zentralen Thema. Gabriel beruft sich dabei auf die genannten Personen und ihre Ideen und Aussagen in diesem Zusammenhang.

Am 21. September 2006 kündigte Branson an, dass er künftig rund drei Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien investieren wolle. 2010 stellte seine Non-Profit-Organisation Carbon War Room die Datenbank Shippingefficiency vor, die Treibhausgase vermeiden helfen soll. Bis zum September 2014 hat Branson mit Investitionen von deutlich unter 300 Millionen US-Dollar weniger als ein Zehntel seines Versprechens von 2006 umgesetzt. Im Jahr 2014 ging Carbon War Room im Rocky Mountain Institute auf.

Im Jahr 2008 kündigte Branson die Virgin Earth Challenge an und lobte einen 25 Mio. US$-Preis aus für diejenigen aus, die ein wirtschaftliches Verfahren zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und dauerhaften Speicherung demonstrieren würden (→ Carbon dioxide removal). Unter 2600 Bewerbern wurden elf Finalisten ausgewählt und am 2. November 2011 vorgestellt. Der Preis wurde jedoch nie verliehen; laut Virgin ist der Wettbewerb eingestellt worden, keiner der Teilnehmer hätte ein den Bedingungen entsprechendes Verfahren vorstellen können. Die niederländische Zeitung de Volkskrant schrieb 2020, dass keiner der Teilnehmer von Virgin finanzielle oder andere konkrete Unterstützung erhalten habe.

Für seine Unterstützung der Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, bei der Verbesserung des Schutzes von Haien in Mittelamerika, wurde ihm 2013 durch die Organisation Sharkproject die Auszeichnung SharkGUARDIAN of the Year verliehen.

In Bezug auf die Diskussionen um einen möglichen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union („Brexit“) sprach sich Branson wiederholt nachdrücklich für ein Verbleiben in der EU aus.

2016 nahm Branson zur Drogenproblematik Stellung und äußerte, der „Krieg gegen Drogen“ sei „grandios gescheitert“ und „eine Verschwendung von Geld, Ressourcen und Leben“. Er plädierte, die Regierungen sollten die Drogenmärkte stattdessen „vernünftig kontrollieren“, was – dem Beispiel Portugals folgend – einen starken Rückgang der Zahl der Drogentoten und HIV-Neuinfektionen bewirke. Auch gäbe es keinen Beweis dafür, dass Legalisierung und Regulierung zu mehr Drogenkonsum führten.

Zum 22. Februar 2019 kündigte Branson per YouTube-Clip ein Konzert namens Venezuela Aid Live in Cúcuta – einer kolumbianischen Grenzstadt zu Venezuela – an. Damit wolle er innerhalb von 60 Tagen 100 Mio. US-Dollar an Spendengeldern einsammeln. Laut Bransons Angaben hatte ihn der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó um diese Unterstützung für die notleidende Bevölkerung in Venezuela gebeten.

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