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Ricardo Güiraldes

Argentinischer Schriftsteller

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Ricardo Güiraldes (* 13. Februar 1886 in Buenos Aires; † 8. Oktober 1927 in Paris) war ein argentinischer Schriftsteller, der international durch seinen 1926 erschienenen Roman Don Segundo Sombra (deutsch: Das Buch vom Gaucho Sombra) bekannt wurde.

Leben und literarisches Schaffen

Güiraldes stammte aus einer wohlhabenden Familie des Landadels. Sein Vater war ein kultivierter und gebildeter Mann und beeinflusste Ricardo mit seinem Kunstinteresse. Als Ricardo ein Jahr alt war, zog die Familie nach Europa, wo er schon als Kind Französisch und Deutsch lernte. Den größten Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er auf der Estancia seiner Eltern in San Antonio de Areco bei Buenos Aires. Dort erlebte er das Landleben der Gauchos hautnah, das er später in seinem bekanntesten Roman, Don Segundo Sombra, literarisch verarbeitete.

Güiraldes studierte Architektur, Jura und Sozialwissenschaften ohne jedoch das Studium abzuschließen. 1910 unternahm er ausgedehnte Reisen nach Europa, Indien, Japan, Russland und den Nahen Osten. Er blieb in Paris, wo er Zugang zur französischen Literatur der Avantgarde fand, und beschloss, Schriftsteller zu werden. Zunächst gab er sich jedoch dem Kultur- und Nachtleben der französischen Metropole hin; seine literarischen Ambitionen blieben im Keim stecken.

Nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires 1912 heiratete er im Jahr 1913 Adelina del Carril, die Tochter einer vornehmen Familie der Stadt. Im gleichen Jahr erschienen seine ersten Erzählungen, 1915 sein erstes Buch, der Gedichtband El cencerro de cristal. Zu seiner literarischen Arbeit wurde er von Leopoldo Lugones ermutigt, hatte aber zunächst keinen Erfolg.

1916 reiste er mit seiner Frau an die Pazifikküste, nach Kuba und Jamaika. Aus den Reisenotizen ging der Entwurf für den erst 1923 fertiggestellten Roman Xaimaca hervor: die Chronik einer Reise von Buenos Aires nach Jamaika, während der sich diskret eine Liebesgeschichte abspielt. 1917 erschien der autobiographisch gefärbte Roman Raucho: Es ist die Geschichte eines reichen Argentiniers, der in Paris um Vermögen und Gesundheit kommt und sich nach den ländlichen Gefilden seiner Jugend sehnt.

1919 und 1922 reiste Güiraldes mit seiner Frau wieder nach Europa. 1922 erschien der Roman Rosaura, ein melancholischer, ironisch getönter, ländlicher Liebesroman. In dieser Zeit vollzog sich ein intellektueller und spiritueller Wandel in seinem Denken: Er begann sich für Theosophie und orientalische Philosophie zu interessieren. Inzwischen stießen seine Werke in Buenos Aires mit dem Aufkommen der avantgardistischen Bewegungen, vor allem des Ultraismus, auf breite Akzeptanz. 1924 war Güiraldes Mitbegründer der ultraistischen Zeitschrift Proa, die in Argentinien aber nicht erfolgreich war.

Der Höhepunkt seines literarischen Schaffens war der 1926 veröffentlichte Gaucho Don Segundo Sombra. Don Segundo ist die Idealgestalt eines Gaucho, des argentinischen Helden der Pampa.

1927 unternahm Güiraldes seine letzte Reise nach Europa. Er erkrankte an Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin) und starb im Haus seines Freundes Alfredo González Garaño in Paris. Sein Leichnam wurde nach Buenos Aires überführt und in seiner Heimatstadt San Antonio de Areco beigesetzt.

El cencerro de cristal (1915). Lyrik.

Cuentos de muerte y sangre (1915). Erzählungen.

Aventuras grotescas (1917). Erzählungen.

Trilogía cristiana (1917). Erzählungen.

Don Segundo Sombra (1926). Roman.

Poemas místicos (posthum erschienen, 1928). Lyrik.

Poemas solitarios (posthum erschienen, 1928). Lyrik.

Seis relatos (posthum erschienen, 1929). Erzählungen.

El sendero (posthum erschienen, 1932).

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