Riad (arabisch الرياض, DMG ar-Riyāḍ ‚die Gärten‘) ist die Hauptstadt des Königreichs Saudi-Arabien und der gleichnamigen Provinz. Die Stadt hat 7,8 Millionen Einwohner, die Provinz 8,5 Millionen (Stand 2024).
Die Stadt ist das wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentrum des Landes. Sie beherbergt zahlreiche Universitäten, Museen sowie Baudenkmäler. Riad ist Sitz der saudi-arabischen Regierung, des Parlaments, aller staatlichen Zentralbehörden sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen.
Riad ist seit der Unabhängigkeit Saudi-Arabiens im Jahr 1932 Hauptstadt. Historisch ist sie ein sehr wichtiger Durchreiseort des arabischen Raums, der Pilgerwege nach Mekka und Medina, der bedeutendsten Pilgerstätten des Islam. In Riad befindet sich seit 1824 der Hauptpalast des Königshauses Saud.
Riad ist in der Mitte der Arabischen Halbinsel in der Region Nadschd gelegen. Die Stadt liegt durchschnittlich 612 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Wüste umgeben. Im Westen reicht die Stadt heute bis an das Wadi Hanifa und zum Teil darüber hinaus.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 1554 Quadratkilometern, das entspricht etwa der Fläche Londons. Die Umgebung von Riad ist topographisch sehr vielfältig.
Riad gliedert sich in 17 Stadtbezirke:
Riad befindet sich in der subtropischen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 25,6 Grad Celsius. In den Sommermonaten zwischen Mai und September steigt die durchschnittliche maximale Temperatur auf 38,9 bis 43,4 Grad Celsius, begleitet von starker Sonneneinstrahlung; Regen ist während dieser Zeit des Jahres äußerst unwahrscheinlich. Temperaturen über 50 Grad Celsius sind nicht ungewöhnlich, und auch in der Nacht sinken diese selten unter 20 Grad Celsius. Die minimalen Temperaturen liegen im Sommer bei 25,5 bis 28,9 Grad Celsius im Mittel.
Die Luftfeuchtigkeit ist sehr gering und liegt in der Regel unter zehn Prozent. Staubstürme aus den Wüsten in der Umgebung sind im Sommer ein normales Ereignis. Die jährliche Niederschlagsmenge von etwa 99 Millimeter im Mittel fällt fast ausschließlich im Zeitraum von Dezember bis April. Im Winter, zwischen Dezember und Februar, beträgt die maximale Temperatur durchschnittlich 20,3 bis 22,7 Grad Celsius. Die minimalen Temperaturen liegen im Winter bei 8,9 bis 10,7 Grad Celsius im Mittel.
Die Stadt Riad verdankt ihre Entstehung dem Wadi Hanifa und der benachbarten Stadt Dirʿiyya (heute ein Freiluftmuseum und nördlicher Vorort). In Dirʿiyya wurde die Staatsreligion, der Wahhabismus, entwickelt. Seit 1824 war sie das Zentrum der Dynastie der Saud. Nach der Eroberung durch Abd al-Aziz ibn Saud im Jahr 1902 begann von hier die Vereinigung der Beduinenstämme des zentralen Arabien, was 1932 zur Gründung des Königreichs Saudi-Arabien führte.
Die ersten namentlich greifbaren Siedler in der Gegend waren die halb legendären Jadis. Die Kinda erlangten um 425 mit Hilfe der Himjar aus dem heutigen Jemen die Oberherrschaft im Nadschd. Im Jahr 540 zerstörten die Lachmiden die inzwischen in mehrere Reiche zerfallene Herrschaft der Kinda in Zentralarabien. Im 5. Jahrhundert wurde das Wadi und die alten Städte Hadschar al-Yamama, das unter dem heutigen Zentrum von Riad vermutet wird, und al-Chardsch, welches weiter im Südosten lag (heute Ruinen), von dem Stamm der Bani Hanifa übernommen. Al-Yamama, der Staat der Hanifah, florierte im 6. und 7. Jahrhundert. Zwei der Herrscher, Hawdha bin Ali und Musailima („der falsche Prophet“), spielten in der Zeit vor der endgültigen Konversion zum Islam eine wichtige Rolle.
Unweit von al-Dschubaila in Aqraba kam es im Jahr 634 zu Kämpfen im Ridda-Krieg. Nach der Einführung des Islams blieb Hadschar noch bis gegen 900 ein bedeutender Ort, danach scheint die ganze Gegend verarmt zu sein, während sich die politischen Zentren des Islams immer weiter von Arabien entfernten. Ibn Battūta berichtete aber noch 1331 bis 1332 von Hadschar als schöner und fruchtbarer Stadt mit Bächen voll Wasser und vielen Bäumen. Die Stadt hat noch bis ins 15. Jahrhundert existiert und als Stammsitz der Bani Hanifah gedient.
Najdah ibn 'Amir al-Hanafi gründete in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts einen charidschitischen Staat in der Region al-Yamamah. Von hier aus eroberte er die Ostküste im Bereich von Bahrain und der Stadt Qatif. Im Westen besetzte er die Stadt Taif unweit von Mekka. Sein Reich verfiel allerdings bald nach seiner Ermordung im Jahr 692.
Der Stamm der Banu Uchaidhir errichtete um 866 ein Reich, das die Region des südlichen Nedschd von ihrer Hauptstadt al-Chidrima, nahe dem heutigen al-Chardsch südlich von Riad, aus beherrschte. Dieses Reich wurde von den Karmaten aus al-Hasa zerstört.
Im 15. Jahrhundert kam es im Nadschd zu vielen Umsiedlungen und intensiverer Nutzung der Oasen. Ibn Dir, der Häuptling der ad-Dir, eines Clans der Bani Hanifa aus Hadschar, wollte das Wadi besser nutzen und lud 1446 den mit ihm verwandten Stamm der Murada aus der Gegend von al-Qatif am Persischen Golf ein, hier zu siedeln.
Ghasiba war der erste Hauptort der Murada „Wadi-Oase“ Dirʿiyya im Wadi Hanifa. Das südliche Nadschd wurde später zunächst allerdings von al-Uyainah (al-Uyaynah; im nördlichen Wadi westlich von al-Dschubaila) aus beherrscht. In den späten 1680er Jahren machte Muqrin bin Markhan at-Turaif am westlichen Wadi-Ufer zum Hauptort von Dirʿiyya. Ab 1725 beherrschte Dirʿiyya unter Muhammad ibn Saud (1735–1765), dem Gründer des ersten Saudi-Staates, das südliche Nadschd.
Am östlichen Wadi-Ufer gegenüber von at-Turaif liegt der Ort Budschairi, wo die Familie des Scheichs Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb (1703–1792) residierte, nachdem sie aus al-Uyaina vertrieben worden war. Nach 1745 wurde dieser bedeutender als der Scheich Muhammad Ibn Saud, der in at-Turaif residierte, sich der Reformbewegung der Wahhabiten anschloss und 1744 mit dem Imam Muhammad bin Abd Al-Wahhab einen Pakt schloss. Die Al Saud brachten den Großteil der Arabischen Halbinsel unter ihre Herrschaft und drangen in das Hedschas vor, wo sie 1806 Mekka eroberten.
In at-Turaif vollendete der Imam Sa'ud ibn 'Abd al-'Aziz (Imam 1803–1814) die Salwa-Paläste. Der bekannteste Baumeister dieser Zeit in Dirʿiyya war Ibn Hazam. Der osmanische Sultan wollte die neue Macht in Zentralarabien einschränken und ließ Muhammad Ali Pascha von Ägypten einen Feldzug durch das Nadschd machen. Der Befehlshaber der Armee war Ibrahim Pascha, der Sohn von Muhammad Ali Pascha. Dieser ließ Dirʿiyya erobern und zerstören. Die wichtigsten Mitglieder des Clans der Saudis wurden gefangengesetzt und zum Teil verschleppt oder hingerichtet.
Die Familie al-Saud machte 1824 die junge Stadt Riad zu ihrem neuen Herrschersitz. Diese war 1735 auf den Ruinen von Hadschar zunächst als ummauerter Garten entstanden. Die hier entstandene Siedlung wurde von Dirʿiyya aus häufig überfallen und schließlich 1773 von Abd al-Aziz ibn Muhammad erobert.