Rezo [ˈɹiːzo] (* 14. August 1992 in Wuppertal) ist ein deutscher Webvideoproduzent, Musiker, Unternehmer, Podcaster, Journalist, Kolumnist und Unterhaltungskünstler. Er erlangte durch politische Äußerungen die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit. Zusätzlich zu seiner YouTube-Präsenz und seinen unternehmerischen Tätigkeiten trat er im Unterhaltungsfernsehen auf und steuerte von 2019 bis 2020 auf Zeit Online eine eigene, zeitkritische Kolumne bei. Sein Video Die Zerstörung der CDU, in dem er kurz vor der Europawahl 2019 die Unionsparteien insbesondere für ihre Klimapolitik kritisierte, löste eine breite gesellschaftliche Debatte aus. Der Ausgang der Wahl und die Entscheidung vieler Jungwähler gegen die Unionsparteien wurde mit den Auswirkungen des Videos in Verbindung gebracht, wofür sich der Begriff „Rezo-Effekt“ einbürgerte.
Rezo wuchs in einer Pastorenfamilie auf. Seine Eltern sind evangelische Pfarrer, ebenso seien es mehrere Verwandte. Während seiner Schulzeit sei er gemobbt worden und kurzzeitig in psychologischer Behandlung gewesen. Einen Ausweg habe ihm die Musik gegeben, wobei er das musikalische Talent vom Vater geerbt habe.
Rezo studierte Informatik an der Technischen Universität Dortmund und gab an, als Nebenfach Musik belegt zu haben. Ab 2015 wurde er durch das von mittelständischen Unternehmen gestiftete Dortmunder Modell Mittelstands-Stipendium gefördert. Er erlangte 2013 den Bachelor und 2016 den Master of Science mit Abschlussarbeiten im Bereich der Graphentheorie. b Seit Anfang 2018 wohnt er in Aachen.
Da Rezo nach eigenen Aussagen vegan lebe und auf Rauschmittel wie Nikotin und Cannabis verzichte, wurde er dem Straight Edge zugeordnet. Für den Veganismus setzt er sich auch öffentlich ein. Obwohl er sich selbst nicht als christlich bezeichnet, habe er christliche Werte „sehr verinnerlicht“. Seine Redegewandtheit habe er durch seine Erziehung mitbekommen, da es am heimischen Esstisch stets eine rege Diskussionskultur gegeben habe. Er stottere jedoch zuweilen, was ihm in Live-Situationen wie Podiumsdiskussionen unangenehm sei.
Rezo nennt seinen bürgerlichen Namen nicht in der Öffentlichkeit. a
Rezo gab an, seit seinem 14. Lebensjahr in Musikbands – beinahe ausschließlich im Metal-Genre – mitgewirkt zu haben. Er beherrsche das Gitarrenspiel und verfüge außerdem über Basiskenntnisse hinsichtlich weiterer Instrumente. Er habe mit 15 angefangen, Lieder mit der Software Cubase SX zu produzieren, und zwei Jahre später das für seinen Führerschein gedachte Geld in eine Studio-Ausrüstung investiert, um auch Live-Instrumente aufnehmen zu können. 2015 ging Rezo als Teil der Dortmunder Postcore- und Dubstep-Amateurband Forever Ends Today mit dem Programm Under the Influence im Vereinigten Königreich auf Tournee. Nach der Auflösung seiner letzten Gruppe plante Rezo nach eigenen Angaben, zusammen mit einem Bandkollegen erneut Musik zu machen. Der Plan sei aber aus zeitlichen Gründen nicht aufgegangen, weshalb er danach eine Solokarriere startete.
Am 17. September 2015 öffnete er auf dem Online-Videoportal YouTube den Kanal Rezo und begann darauf Musikvideos mit Coverversionen hochzuladen. Der Künstlername Rezo [ˈɹiːzo] besitze keine Bedeutung und sei von ihm für seine YouTube-Präsenz gewählt geworden, da er bei befreundeten Testpersonen gut angekommen sei. c Früher habe er sich regelmäßig in verschiedenen Farben die Haare gefärbt. Zum Zeitpunkt seiner ersten Internet-Erfolge seien sie zufällig blau gewesen, sodass ihm diese geblieben seien und zu einer Art Markenzeichen geworden sind. Noch während seines Studiums habe Rezo begonnen, nebenher in Vollzeit an Webvideos zu arbeiten. Das Ziel, nach dem Abschluss einem „normalen“ Beruf nachzugehen, gab er auf und konzentrierte sich vollends auf seinen YouTube-Kanal. Neben gecoverten Songs veröffentlichte Rezo dort auch Mashups, also Lieder aus gesampelten bzw. bearbeiteten Ausschnitten der Werke anderer Künstler. In weiteren Videos sang er Hasskommentare ein und traf andere YouTuber, um mit ihnen gemeinsam Musik zu machen.
Rezo konnte von der Unterstützung anderer Webvideoproduzenten wie Julien Bam und MrTrashpack profitieren. Einem größeren Internetpublikum wurde er 2016 durch eine kritische Rap-Parodie auf das Lied Everyday Saturday des YouTubers ApoRed bekannt. Am 3. Oktober 2018 erstellte er schließlich mit Rezo ja lol ey einen zweiten Kanal. Als Grund gab Rezo an, auf seinem Zweitkanal andere Arten von Videos hochladen zu können, die zu seinem Hauptkanal nicht passen würden. So sei es ihm möglich, spontan und ohne Zeitdruck neue Ideen auszuprobieren. Es folgten überwiegend Unterhaltungs- und Comedy-Videos mit anderen YouTubern, so etwa Internet-Challenges, in denen die Gäste in witzigen oder unangenehmen Wettbewerben gegeneinander antreten. Am 27. Juli 2019 erschien das vorerst letzte Video auf seinem ersten Kanal rezo (Stand: August 2024). Im Februar 2021 begann Rezo live auf Twitch zu streamen. Highlights der Livestreams werden auf seinem dritten Kanal Renzo hochgeladen.
Den kreativen Schaffensprozess für seinen Hauptkanal beschrieb Rezo 2017 in einem Interview. Die Erstellung eines Clips laufe je nach Art des Projekts unterschiedlich ab. Videos würden meist am Wochenende veröffentlicht und eine Woche in Produktion sein. Einer kurzen Planungsphase folge die Soundproduktion zu Hause und die Stimmaufnahme im Studio. Danach führe Rezo zu Hause die Nachbearbeitung durch, während er sich gleichzeitig um Drehorte und Requisiten kümmere. Das anschließende Filmen des Videos dauere etwa einen Tag, wonach er sich bis kurz vor dessen Veröffentlichung mit dem Schnitt beschäftige. Bei seinen Produktionen werde er von Mitarbeitern, wie seinem Produktionsleiter und Filmeditor TJ, unterstützt. Rezo teile sich bei Kooperationen mit anderen YouTubern oft mit ihnen die Arbeit, indem er zum Beispiel bei Julien Bam die Musik beisteuere.
Am 17. Juli 2021 wurde die erste Folge von Hobbylos auf der Plattform Spotify hochgeladen. Dabei handelt es sich um einen Spotify Exclusive Podcast, in dem Rezo und Julien Bam über ihr Leben und die Ereignisse in der Social-Media-Welt sprechen. Bereits 2022 war Hobbylos mit durchschnittlich 1,6 Millionen monatlichen Streams der drittbeliebteste Podcast auf Spotify in Deutschland. Mit über 500 Tausend Bewertungen ist er der Podcast mit den zweitmeisten Bewertungen auf Spotify weltweit.
Rezos YouTube-Kanäle sind monetarisiert; es werden über Werbeschaltungen von Google AdSense Einnahmen erzielt. Zusätzliche Einkünfte generiert ein Onlineshop für Merchandise wie etwa T-Shirts. Rezo kooperiert regelmäßig als Werbepartner mit verschiedenen Unternehmen. Zu seinen Werbepartnern auf Youtube und Instagram zählen Unternehmen wie Adobe, Sky und Granini, aber auch Krankenkassen wie Techniker Krankenkasse oder Barmer Ersatzkasse, mit denen Rezo Aufklärungskampagnen über Mental-Health oder Umweltverschmutzung umgesetzt hat. Von Juli 2022 bis Ende 2023 machte er Werbung für Ernährungsprodukte von More Nutrition. Daneben bewirbt Rezo auf seinen Social-Media-Kanälen verschiedene Start-up-Unternehmen mit Fokus auf Nachhaltigkeit.
Rezo wird bezüglich Werbekooperationen von der in Köln ansässigen Agentur All In – Artist Management vertreten. Bis 2019 übernahm die ehemalige Kölner Influencer-Agentur Tube One, die damals zu Ströer gehörte, diese Aufgabe. In der Fachpresse wurde dies vereinzelt als eine Reaktion auf die drohende Übernahme Tube Ones durch das zur RTL Group und damit zum Bertelsmann-Konzern gehörende Unternehmen Divimove gewertet. Rezo selbst gab an, er sei seinem Manager gefolgt, der ebenfalls zu All In gewechselt habe, weil er mit dessen Arbeit zufrieden war.
Im Juli 2020 gab Rezo den Start des Social-Media-Analysetools Nindo bekannt, das er mit Freunden entwickelt hat. Das Tool ist in der Basisversion kostenlos und dazu werbefrei. Es wurde von der Fachpresse vielseits gelobt und Features wurden als einzigartig bewertet. f Die Aufbereitung öffentlicher Social-Media-Daten wurde als „übersichtlich“ und „außergewöhnlich“ beschrieben und die Schätzungen nicht öffentlicher Social-Media-Daten von einem Format der Öffentlich-Rechtlichen als zutreffend bestätigt.