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Republik Zypern

Inselstaat im östlichen Mittelmeer

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Zypern (amtlich: Republik Zypern, griechisch Κυπριακή Δημοκρατία Kypriakí Dimokratía, türkisch Kıbrıs Cumhuriyeti) ist ein Inselstaat im östlichen Mittelmeer und die drittgrößte Insel des Mittelmeers. Als südöstlichster Mitgliedstaat der Europäischen Union nimmt das Land eine bedeutende geopolitische Stellung an der Schnittstelle von Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika ein. Aufgrund seiner strategischen Lage gilt Zypern als wichtiger Knotenpunkt für Handel, Schifffahrt, Energieversorgung und internationale Dienstleistungen im östlichen Mittelmeerraum.

Die Republik Zypern entstand am 16. August 1960 mit der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Nikosia. Das Land verfügt über eine entwickelte, dienstleistungsorientierte Volkswirtschaft und zählt zu den wohlhabenderen Staaten der Region. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören Tourismus, Schifffahrt, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen sowie zunehmend der Energiesektor.

Zypern ist Mitglied der Vereinten Nationen, des Commonwealth of Nations, der Europäischen Union und der Eurozone. Als Mitgliedstaat der EU und wichtiger Akteur im östlichen Mittelmeer spielt das Land eine bedeutende Rolle in den Bereichen regionale Sicherheit, Energiepolitik und internationale Zusammenarbeit.

Die Republik Zypern ist international als souveräner Staat über die gesamte Insel anerkannt. Seit dem Zypernkonflikt von 1974 befindet sich jedoch der Norden der Insel außerhalb ihrer tatsächlichen Kontrolle. Die dort unter türkischer Militärpräsenz ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird ausschließlich von der Türkei anerkannt und ist politisch, wirtschaftlich sowie militärisch eng an diese gebunden. Die fortdauernde Teilung der Insel prägt bis heute die Beziehungen zwischen Zypern und der Türkei.

Zypern ist die drittgrößte Insel des Mittelmeers. Sie wird geographisch Asien, politisch und kulturell jedoch Europa zugeordnet. Die höchste Erhebung der gebirgigen Insel ist der Olympos (1952 m) im Troodos-Gebirge, das mit Kiefern, Zwergeichen, Zypressen und Zedern bedeckt ist. Insgesamt sind 19 % der Inselfläche von Wald bedeckt.

Größere Flüsse sind der Pedieos mit etwa 100 km Länge, der Serrachis und der Diarizos, die jedoch nur im Winter Wasser führen.

Zypern liegt im Süden der Anatolischen Platte. Der Zypernbogen südlich von Zypern und der Hellenische Bogen südlich von Kreta bilden die Konvergenzlinie zur Afrikanischen Platte.

Wirtschaftliches Zentrum der Insel ist der Süden der geteilten Hauptstadt Nikosia. Darauf folgen die drei wirtschaftlich etwa gleich starken Hafenstädte Larnaka, Limassol und Paphos, die durch die Südküstenautobahn miteinander verbunden sind. Von größerer touristischer Bedeutung ist ferner der Badeort Agia Napa. Im Jahr 2023 lebten 67 Prozent der Einwohner der Republik Zypern in Städten.

Die Republik Zypern hatte 2022 1,3 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,6 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 10,0 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 7,0 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,3, die der Europäischen Union betrug 1,5. Die Lebenserwartung der Einwohner der Republik Zypern ab der Geburt lag 2022 bei 81,9 Jahren (Frauen: 83,7, Männer: 80,1). Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 37,6 Jahren. Im Jahr 2023 waren 15,8 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 15,2 Prozent der Bevölkerung betrug.

Der Norden der Insel zählte 2015 nach Regierungsangaben 91.800 „legitime“ Einwohner. Diese Zahl beinhaltet die Zyperntürken, nicht jedoch die Türken, die nach 1974 angesiedelt wurden. Die Volkszählungsergebnisse der Türkischen Republik Nordzypern beinhalten auch diese und sind somit wesentlich höher, die dortigen Behörden geben für das Gebiet eine Einwohnerzahl von ungefähr 294.906 an. Die Republik Zypern betrachtet alle Personen, die seit dem Unabhängigkeitsjahr 1960 die zyprische Staatsbürgerschaft besitzen oder besessen haben, als ihre Staatsbürger und gewährt ihnen konsularischen Beistand, somit also allen Zyperngriechen und Zyperntürken (nicht jedoch später niedergelassenen Personen). Von den 90.000 Zyperntürken haben 63.592 (Stand 2003) einen Staatsbürgerschaftsnachweis erworben, davon besitzen 57.309 einen Personalausweis der Republik Zypern. 2659 haben sich als Pendler registrieren lassen, weitere etwa 5000 Zyperntürken arbeiten und wohnen wieder dauerhaft im Süden.

Die alteingesessene Bevölkerungsgruppe der Insel stellen die Zyperngriechen und die Maroniten dar. Hinzu kommen neben den Juden die Armenier, die zumeist im Zuge des Völkermordes an den Armeniern aus Anatolien fliehen mussten. Sie wurden von den Griechen oft zu den Türken gerechnet. Im Süden sind rund 1895 Deutsche ansässig, im Norden etwa 180.

Im Jahre 2017 waren 16 % der Bevölkerung Migranten. Häufigste Herkunftsländer waren das Vereinigte Königreich (60.000 Personen) sowie Australien, die Vereinigten Staaten und Griechenland (jeweils 20.000). Die Insel ist ein beliebter Altersruhesitz.

Landessprachen und gleichberechtigte Amtssprachen der Republik Zypern sind Griechisch und Türkisch. Englisch ist als Erbe der Kolonialzeit weiterhin Verkehrssprache. Als Muttersprache gesprochen wird von den Menschen allerdings die zypriotische Mundart und sehr vereinzelt Pontisch, jedoch erkennt der Staat nur das offizielle Neugriechisch als Standard an. Anerkannte Minderheitensprachen sind Armenisch (Westarmenisch) und das von den Maroniten gesprochene Zypriotische Arabisch.

Insgesamt sprechen auf dem von der völkerrechtlich anerkannten Republik Zypern kontrollierten Südteil der Insel 80,9 % der Einwohner Griechisch, 1,2 % Arabisch und 0,2 % Türkisch als Muttersprache. Englisch – obwohl nicht offiziell – wird inzwischen von 4,1 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen und ist als Zweitsprache verbreitet. Aufgrund von Einwanderung sprechen 2,9 % der Einwohner Rumänisch, 2,5 % Russisch, 2,2 % Bulgarisch und 1,1 % Filipino.

Laut dem CIA World Factbook bekennen sich insgesamt 78 % der Bevölkerung auf dem gesamten Territorium Zyperns zum Christentum (traditionell Orthodoxe, Maroniten und Apostolische Armenier) und 18 % zum Islam (Sunniten und Sufisten); eine alteingesessene Minderheit stellen die Juden.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen des Eurobarometers ergab 2020, dass für 80 Prozent der Menschen in der Republik Zypern Religion wichtig ist, für 10 Prozent ist sie weder wichtig noch unwichtig und für 10 Prozent ist sie unwichtig.

Die Christen leben seit 1974 überwiegend im von der international anerkannten Republik Zypern kontrollierten Gebiet, weniger als 500 leben weiterhin im Norden. Gemäß der Volkszählung von 2011 machen auf dem von der Republik Zypern kontrollierten Gebiet die Christen 94,8 % der Bevölkerung aus, davon sind 89,1 % orthodox. Die Christen gehören überwiegend der zyprisch-orthodoxen Kirche von Zypern an, die aus dem rum-orthodoxen Patriarchat von Antiochien hervorgegangen ist und nun dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel der gesamten Ostkirche untersteht. 2,9 % sind römisch-katholisch und sind dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem eingegliedert. 2,0 % gehören der anglikanischen beziehungsweise protestantischen Glaubensgemeinschaft an.

Die Muslime auf Zypern machen amtlich 1,8 % der Gesamtbevölkerung auf dem von der international anerkannten Republik Zypern kontrollierten Territorium aus und gehören der sunnitischen Richtung an. Allgemein wohnen die türkischsprachigen Muslime im Norden der Insel (wo sie rund 99 % der Bevölkerung stellen). Unter den Zyperntürken dominierte traditionell der Sufismus, im Bezirk Larnaka befindet sich das wichtige Heiligtum Hala Sultan Tekke, ein Derwischkloster.

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