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Republik Florenz

Ehemaliger italienischer Stadtstaat (1115–1532)

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Die Republik Florenz, offiziell die Florentiner Republik (italienisch Repubblica Fiorentina, oder Repubblica di Firenze), war ein mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Staat, dessen Zentrum die Stadt Florenz in der Toskana war. Die Republik entstand 1115, als das florentinische Volk nach dem Tod von Mathilde von Canossa gegen die Markgrafschaft Toskana rebellierte, die riesige Gebiete kontrollierte, zu denen auch Florenz gehörte. Die Florentiner bildeten an der Stelle ihrer Nachfolger eine Kommune. Die Republik wurde von einem Rat regiert, der als Signoria von Florenz bekannt war. Die Signoria wurde vom Gonfaloniere (Titularherr der Stadt) gewählt, der alle zwei Monate von den Gilden und Zünften in Florenz gewählt wurde.

Die Republik hatte eine wechselvolle Geschichte von Putschen und Gegenputschen gegen verschiedene Fraktionen. Die Familie Medici erhielt 1434 unter Cosimo de’ Medici die Herrschaft über die Stadt. Die Medici verloren die Kontrolle über Florenz 1494. Giovanni de’ Medici (später Papst Leo X.) eroberte 1512 die Republik zurück.

Florenz wies 1527 während der Italienischen Kriege zum zweiten Mal die Autorität der Medici zurück. Die Medici nahmen ihre Herrschaft 1531 nach einer 11-monatigen Belagerung der Stadt wieder auf, unterstützt von Kaiser Karl V. Papst Clemens VII., selbst Medici, ernannte seinen Verwandten Alessandro de’ Medici zum ersten Herzog der florentinischen Republik und verwandelte damit die Republik Florenz in eine Erbmonarchie.

Der zweite Herzog, Cosimo I. de’ Medici, errichtete eine starke florentinische Flotte und erweiterte das Territorium, indem er im Bündnis mit Spanien 1559 die Republik Siena eroberte. Im Jahr 1569 erklärte der Papst Cosimo zum ersten Großherzog der Toskana, wodurch die Republik Florenz in das Großherzogtum Toskana überging. Die Medici regierten das Großherzogtum Toskana bis 1737.

Auf ihrem Höhepunkt war die Republik Florenz eine der wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Europas und eine Hochburg der Renaissance. Das Mäzenatentum der Medici und weiterer aristokratischer Familien sorgte dafür, dass große architektonische und künstlerische Werke verwirklicht werden konnten. Zu den bekannten Künstlern, Schriftstellern und Gelehrten, die in Florenz wirkten, zählen Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli, Michelangelo, Donatello, Giovanni Boccaccio, Filippo Brunelleschi, Filippo Lippi, Fra Angelico, Francesco Petrarca und Dante Alighieri.

Die Stadt Florenz wurde 59 v. Chr. von Julius Cäsar gegründet. Vor dem Tod von Mathilde von Canossa im Jahr 1115 war die Stadt Teil der 846 n. Chr. gegründeten Markgrafschaft Tuscien gewesen. Die Stadt unterwarf sich nicht bereitwillig ihrem Nachfolger Rabodo (reg. 1116–1119), der in einem Streit mit der Stadt getötet wurde. Es ist nicht genau bekannt, wann die Stadt eine eigene, vom Marquisat unabhängige Regierung bildete. Die erste offizielle Erwähnung der florentinischen Republik stammt aus dem Jahr 1138, als mehrere Städte in der Toskana eine Liga gegen Heinrich den Stolzen von Bayern bildeten. Das Land war nominell Teil des Heiligen Römischen Reiches.

Nach einer Studie der Universität Florenz zogen zwischen 1000 und 1100 etwa fünfzehn alte Adelsfamilien nach Florenz. Diese waren vor allen die Donati, Buondelmonti, Adimari, Tornabuoni und Uberti.

Florenz blühte im 12. Jahrhundert durch umfangreichen Handel mit dem Ausland auf. Dies wiederum schuf eine Plattform für das demographische Wachstum der Stadt, das dem Tempo des Baus von Kirchen und Palazzi entsprach. Dieser Wohlstand wurde zunichtegemacht, als Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1185 auf der Italienischen Halbinsel einmarschierte. Infolgedessen erwarben die Markgrafen der Toskana Florenz und seine Stadtlandschaften zurück. Die Florentiner behaupteten ihre Unabhängigkeit wieder, als der deutsch-römische Kaiser Heinrich VI. 1197 starb.

Die Bevölkerung von Florenz wuchs bis ins 13. Jahrhundert weiter an und erreichte einen Stand von 30.000 Einwohnern. Wie bereits erwähnt, unterstützten die zusätzlichen Einwohner den Handel der Stadt und umgekehrt. Mehrere neue Brücken und Kirchen wurden gebaut, allen voran die Kathedrale Santa Maria del Fiore, die 1294 begonnen wurde. Die Gebäude aus dieser Epoche sind die besten Beispiele der gotischen Architektur in Florenz. Politisch war Florenz kaum in der Lage, den Frieden zwischen seinen konkurrierenden Fraktionen aufrechtzuerhalten. Der prekäre Frieden, der zu Beginn des Jahrhunderts herrschte, wurde 1216 zerstört, als zwei Fraktionen, die als die Ghibellinen und Guelfen bekannt waren, in den Krieg zogen. Die Ghibellinen waren Anhänger der adeligen Herrscher von Florenz, während die Guelfen die Politik des Papsttums unterstützten.

Die Ghibellinen, die die Stadt seit 1244 unter Friedrich von Antiochia regiert hatten, wurden 1250 von den Guelfen abgesetzt. Die Guelfen führten Florenz zu weiterem Wohlstand. Ihre vornehmlich merkantile Ausrichtung zeigte sich bald in einer ihrer frühesten Errungenschaften: der Einführung einer neuen Münze, des Florentiner Gulden, im Jahr 1252. Aufgrund seines zuverlässigen, festen Goldgehalts war er über die Grenzen von Florenz hinaus weit verbreitet und wurde bald zu einer der gemeinsamen Währungen Europas und des Nahen Ostens. Die Guelfen verloren die Herrschaft, nachdem Florenz 1260 in der Schlacht von Montaperti gegen Siena eine katastrophale Niederlage erlitt. Die Ghibellinen nahmen die Macht wieder auf und machten viele der Vorstöße der Guelfen rückgängig, zum Beispiel durch den Abriss von Hunderten von Türmen, Häusern und Palästen. Die Zerbrechlichkeit ihrer Herrschaft veranlasste die Ghibellinen, einen Schiedsrichter in Gestalt von Papst Clemens IV. aufzusuchen, der die Guelfen offen begünstigte und sie wieder an die Macht brachte.

Die florentinische Wirtschaft erreichte ihren Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, und ihr Erfolg spiegelte sich im Bau des berühmten Palazzo della Signoria wider, der von Arnolfo di Cambio entworfen wurde. Die florentinischen Städte wurden 1292 in Verwaltungsbezirke aufgeteilt. 1293 wurden die Justizverordnungen erlassen, die während der italienischen Renaissance zur Verfassung der Republik Florenz wurden. Die zahlreichen luxuriösen Palazzi der Stadt wurden von Stadthäusern umgeben, die von der immer wohlhabenderen Kaufmannsklasse erbaut wurden. 1298 ging die Familie Bonsignori aus Siena, eine der führenden Bankiersfamilien Europas, in Konkurs, sodass Siena den Status als wichtigstes Bankenzentrum Europas an Florenz verlor.

Im Jahr 1304 brach im Krieg zwischen den Ghibellinen und den Guelfen ein großer Brand aus, der einen Großteil der Stadt zerstörte.

Der Goldgulden der Republik Florenz, der Florentiner, war die erste europäische Goldmünze seit der Römerzeit, die in ausreichender Menge geprägt wurde, um eine bedeutende kommerzielle Rolle zu spielen. Da viele florentinische Banken internationale Unternehmen mit Zweigstellen in ganz Europa waren, wurde der Florentiner Gulden schnell zur dominierenden Handelsmünze Westeuropas für großvolumige Transaktionen und ersetzte Silberbarren. Dabei war das Münzrecht eigentlich dem Kaiser vorbehalten.

Tatsächlich stärkten sich mit dem Zusammenbruch der Bonsignori mehrere neue Bankiersfamilien in Florenz: die Bardi, Peruzzi und die Acciaioli. Die Phase als führende Bankenstadt Europas dauerte allerdings nicht lange; die genannten Familien waren 1340 bankrott, allerdings weniger wie oft behauptet aufgrund der Weigerung Eduard III. von England, seine Schulden zu bezahlen, sondern eher wegen einer europaweiten wirtschaftlichen Rezession. Zuerst versuchten sie 1340 noch eine Verschwörung, um die städtische Macht zu behalten, wurden allerdings zeitweise aus der Stadt gewiesen. Weil die Wirtschaftskrise weiterging, wurde 1342 Herzog Walter VI. von Brienne zum Signore und Sanierer ernannt. Zunächst sehr erfolgreich, demokratisierte er unter anderem das Johannisfest durch neue volksnahe Präsentationsformen und machte sich der traditionellen Oberschicht so verhasst.

Doch am Annenfest, dem 26. Juli 1343, wurde der „Herzog von Athen“ vom aufgewiegelten Volk gestürzt und zog ab. Einige Jahre herrschten nun „kleinere“ Leute aus der Mitte zum Missfallen der Oberschicht.

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