[rəˈnoː] ist ein französischer Automobilhersteller. Im Jahr 2025 arbeiteten weltweit über 100.000 Mitarbeiter bei Renault und produzierten 2,3 Millionen Fahrzeuge. Die im Frühjahr 1999 gegründete strategische Allianz zwischen Renault und Nissan wurde zwischenzeitlich wieder aufgelöst. Seit 2023 besteht zwischen beiden Unternehmen nur noch eine wechselseitige Beteiligung von 16 %.
Mit einem Umsatz von 46,4 Mrd. US-Dollar stand Renault laut Forbes Global 2000 auf Platz 286 der weltgrößten Unternehmen (Stand: GJ 2022). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf eine Marktkapitalisierung von 31 Mrd. US-Dollar, im März 2023 lag sie nur noch bei 12,6 Mrd. Euro, etwa 13,8 Mrd. US-Dollar.
Die Société Renault Frères (Unternehmen der Gebrüder Renault) wurde von Louis (1877–1944), Fernand (1865–1909) und Marcel Renault (1872–1903) am 25. Februar 1899 offiziell gegründet. Allerdings gilt der Weihnachtsabend 1898 als Geburtsstunde der Renault-Werke. An diesem Tag war Louis Renault mit seinem in einem Schuppen in Boulogne-Billancourt selbst zusammengebauten hölzernen Automobil in Paris unterwegs. Er erhielt noch am gleichen Abend zwölf Aufträge zum Nachbau seines ersten Automobils, des später als Modell A bezeichneten Typs.
Louis Renault leitete das Unternehmen nach dem Tod seiner Brüder allein, bis er im Oktober 1944 starb. 1909 wandelte er das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft (Société Anonyme) um, an der er mit 81 % des Kapitals beteiligt war. Fortan lautete die Firma Société anonyme des usines Renault.
Neben der Leitung war er weiterhin als Techniker tätig. Dies führte über die Jahre zu zahlreichen Patenten, die die automobile Welt weiterbrachten, zum Beispiel die Kardanwelle, die einschraubbare Zündkerze oder den Turbokompressor (Turbolader), ebenso den Sicherheitsgurt, den ersten V8-Motor für ein Flugzeug und die Trommelbremse.
Die Entwicklung des Familienunternehmens schritt schnell voran, so beschäftigte Renault um 1900 schon über 100 Mitarbeiter. Den Durchbruch zum großen Industriekonzern schaffte Renault im Jahr 1906, als ein Pariser Taxiunternehmen 250 Taxis bei Renault bestellte.
Renault begann schon früh mit der Produktion von Nutzfahrzeugen. 1909 gab es bereits Drei- und Fünftonner und 1915 eine Zugmaschine mit Allradantrieb und -lenkung. 1913 produzierte Renault das zehntausendste Fahrzeug. Diese Zahl an Autos reichte fast an die Produktionszahlen von Ford heran und war in Europa einzigartig.
Während des Ersten Weltkriegs wurden Panzer, Militär-Lkw, Flugmotoren sowie Munition hergestellt. Renault zeichnete sich auch hier durch innovative technische Lösungen aus. So war der Renault FT der erste Panzer mit einem drehbaren Turm und einer selbsttragenden Wanne.
Zu einem Mythos des Weltkrieges wurde der Renault Type AG, der vornehmlich von Taxifahrern genutzt wurde: Als zum Beginn des Krieges die Truppen nicht schnell genug zur Front an die Marne gebracht werden konnten, übernahmen das die Pariser Taxifahrer mit den „Marnetaxis“ von Renault. Durch seine Tätigkeit für Frankreich im Ersten Weltkrieg war Renault nationaler Held geworden, er wurde deshalb 1918 zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.
Produktionszahlen der Jahre 1898 bis 1908
Die Zeit zwischen den Weltkriegen
Nach dem Ersten Weltkrieg nahm Renault die Automobilproduktion mit leicht modifizierten Vorkriegsmodellen wieder auf. Aber bald schon expandierte Renault nicht nur bei der Vielzahl seiner Automodelle, sondern wagte sich auch in weitere Sparten vor, wie die Produktion von Bootsmotoren, Lokomotiven und Flugzeugen (Renault erwarb 1933 den Flugzeughersteller Caudron). Außerdem wurden erste Traktoren entwickelt und gebaut. Eine der Fertigungsstätten wurde ab Mitte der 1930er-Jahre Le Mans.
1929 wurde der erste Diesel-Lkw vorgestellt, der seit den 1930er-Jahren große Verbreitung fand. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise ging die Produktion in die Richtung energiesparender Fahrzeuge. So verbrauchte der Renault 6CV um die 3,7 Liter Kraftstoff auf 100 km.
In den 1930er-Jahren baute Renault eine Produktionsstätte auf der Seine-Insel Île Seguin auf. Auf der 70.000 m² großen Insel entstand das damals größte und modernste Automobilwerk in Europa, das noch heute als Stammwerk gilt. Außerhalb der USA besaß Renault die längste Fließbandstraße; sie war 1,5 km lang. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs produzierte Renault überwiegend repräsentative Luxusautomobile.
Weil Louis Renault Zulieferer für unzuverlässig hielt, machte er sich durch Eigenproduktionen wie Stahlblech und Zündkerzen unabhängig. Selbst ein eigenes Kraftwerk wurde errichtet. Daneben wurden auch Gullydeckel und kleinere Haushaltsartikel wie Kantinenbesteck und Watte hergestellt (zeitweilig war Renault größter Wattefabrikant des Landes).
1930–1940: Militärproduktion und Aufrüstung
Die Fertigung von militärisch genutzten Fahrzeugen und Panzern hatte sich in der Zeit des Ersten Weltkrieges als bedeutende Sparte für das Haus Renault entwickelt. Konsequent wurden in diesem Bereich bestehende Verbindungen zum französischen Militär genutzt, um auch bei den Rüstungsprojekten der 1930er Jahre und nach Beginn der deutschen Wiederaufrüstung teilzuhaben. Mit dem Renault MH und dem Renault OX baute Renault die ersten Anderthalb- und Dreitonner-LKW mit der Antriebsformel 6×4.
Im Rahmen von Grundlagenentwicklungen wurden mehrere Vollkettenschlepper als Versuchsträger für weitere Entwicklungen gebaut (Renault YI, YJ, YK).