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Renate von Gizycki

Deutsche Ethnologin, Autorin, Lyrikerin und Übersetzerin

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Renate von Gizycki (geboren als Renate Cronjaeger am 10. September 1928 in Braunschweig; † 20. Januar 2026) war eine deutsche Ethnologin, Südseeforscherin, Autorin, Lyrikerin und Übersetzerin, die in Kassel lebte.

Renate Cronjaeger wuchs in Gießen, Berlin und Goslar auf. Das Abitur erlangte sie 1947. Danach hielt sie sich zwei Jahre in England auf und kehrte 1950 nach Deutschland zurück. Nach verschiedenen Tätigkeiten und Auslandsaufenthalten nahm sie 1959 ein Studium der Ethnologie, Soziologie, Kulturanthropologie u. a. bei Helmuth Plessner, Volkskunde, Philosophie und Geschichte an der Universität Göttingen auf. 1970 promovierte sie mit einer Dissertation über die Rolle des Poeten in der polynesischen Gesellschaft (Haku mele), die 1971 veröffentlicht wurde.

Es folgten Forschungsaufenthalte und Reisen in den USA, in Vietnam und im Pazifik: u. a. Hawaii, Tonga, Fidschi, Samoa, Neuseeland und Papua-Neuguinea. Aufgrund dieser Erfahrungen zeigte sie ein besonderes Engagement in der Verbreitung der Literatur der Südsee in Deutschland durch Herausgabe und Übersetzungen polynesischer Poeten und Schriftsteller sowie durch Vorträge und Lesungen. Für Kindlers neues Literatur-Lexikon übernahm sie 1991 den Teil Die moderne Literatur Polynesiens/Ozeaniens.

Am Göttingen Institut für Völkerkunde hatte sie Lehraufträge, wirkte aber auch als freie Mitarbeiterin und Autorin beim Westdeutschen Rundfunk. Sie veröffentlichte zudem Beiträge in Zeitschriften wie den Frankfurter Heften, Anthropos, Alternative oder Kürbiskern.

Renate von Gizycki war Ehrenmitglied der Deutsch-Pazifischen Gesellschaft und der Göttinger Gesellschaft für Völkerkunde.

Seit 1955 war sie verheiratet mit Horst von Gizycki (1930–2009), Professor für Psychologie der Kunst an der Universität Kassel.

1971 Haku mele. Der Poet in Polynesien. Ein sozialanthropologischer Beitrag zur Rolle des Künstlers (Göttinger philosophische Dissertation). München.

Nachbarn in der Südsee. Reiseberichte über Inseln im Pazifik. Frankfurt 1986 (Fischer-Taschenbuch 3884) ISBN 3-596-23884-6

Begegnung mit Vietnam. Geschichte einer Reise. Frankfurt 1987 (Fischer-Taschenbuch 3885) ISBN 3-596-23885-4

Wo der Tag beginnt, enden die Träume. Begegnungen in der Südsee. Ethnologische und literarische Entdeckungsreisen. Frankfurt 1998. (Fischer-Taschenbuch 14091) ISBN 3-596-14091-9

Dunkelheit über Neufundland. Gedichte 1962–1988. Nürnberg: Tolling Verlag, 1989, ISBN 978-3-926025-04-3

Auswandern – aber wohin? Gedichte aus fünf Jahrzehnten. Bremen: Druckkellner, 2025, ISBN 978-3-910871-11-3

Horst von Gizycki: Von Bosch zu Beuys oder kann die Kunst unser Leben verändern. Ausgewählte Essays 1969–2008. Kassel University Press, 2011 ISBN 978-3-86219-144-4

Zu: Minderheiten, Medien, Dritte Welt

1972: Wohlfahrt oder Endlösung – Materialien zur Situation der Bergvölker in Indochina und Thailand. In: Frankfurter Hefte – Zeitschrift für Kultur und Politik, H. 3/1972, S. 175–184 und H. 4/1972, S. 257–266.

1973: Berichte aus der Dritten Welt – eine bundesdeutsche Misere. In: Frankfurter Hefte, H. 5–6/1973.

1974: Kritische Bemerkungen zu Selbstbild und Rolle von Auslandskorrespondenten im Fernsehen der BRD. In: Medium – Zeitschrift für Hörfunk, Fernsehen, Film, Bild, Ton, H. 4/1974.

1977: Gorleben beginnt am Amazonas. Uranfunde bedrohen das Land der Yanomamo-Indianer. In: Frankfurter Hefte, H. 10/1977, S. 37–42.

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