Reinhard Christian Zinkann, Jr. (* 1. September 1959 in Gütersloh) ist ein deutscher Unternehmer. Er ist der Urenkel des gleichnamigen Mitbegründers Reinhard Zinkann der deutschen Traditionsfirma Miele & Cie KG. und Sohn von Peter Zinkann.
Zinkann absolvierte seinen Schulabschluss im Internat Salem. Er studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, sowie an der Universität Köln und schloss das Studium als Diplom-Kaufmann ab. 1988 promovierte er zum Dr. rer. oec. an der Technischen Universität Berlin mit einer Dissertation über Produkthaftung.
Beruflicher Werdegang und Aufsichtsratposten
Erste berufliche Erfahrungen sammelte Zinkann 1988 bei der BMW AG in München, wo er mitverantwortlich für die Koordination der BMW-Niederlassungen war. Zinkanns Eintritt bei Miele erfolgte 1992. Seit 1999 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Gütersloher Haushaltsgeräteherstellers. Weitere Posten bekleidet Zinkann als Aufsichtsratsvorsitzender bei Falke, Beiratsvorsitzender der Nobilia-Werke in Verl und Verwaltungspräsident bei Hipp.
Er war Mitglied des Aufsichtsrates beim Drägerwerk in Lübeck (2008–2025), Krombacher (2011–2018), Andex (2008), Röchling Industrieverwaltung Gbr. Röchling-Beirat (2001–2008) sowie bei Viessmann (2007–2011).
Seit 2002 ist Zinkann Mitgründer und Vorstandsmitglied der europäischen Handelsorganisation Applia. Von 2014 bis 2018 war er ihr Präsident, seit 2018 fungiert er als Vizepräsident, seit 2026 erneut als Präsident. Er ist ebenfalls im Vorstand der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (seit Juni 2009). Von 2013 bis 2019 war Zinkann Präsident des Industrie und Handelsclubs Bielefeld (seit 2022 Ehrenpräsident), seit 2018 ist er Vorsitzender des Beirats. Im Wirtschaftsrat der CDU war er Mitglied des Bundesvorstands (2004–2013).
Von 2000 bis 2014 sowie erneut von 2018 bis 2023 war Zinkann Vizepräsident des Family Business Network (FBN) in Bonn und Lausanne. Dem Vorstand des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gehört er seit Juni 2010 an; seit Juni 2013 ist er dort zudem Schatzmeister. Seit 2011 ist er Schirmherr von Opportunity International.
Von 2004 bis 2009 gehörte Zinkann dem Beirat der Graf Oeynhausen-Sierstorpff Unternehmensgruppe (UGOS) in Bad Driburg an; seit 2010 ist er Ehrenvorsitzender des Beirats. Von 2002 bis 2012 war er Mitglied des Stiftungsrats der Theaterstiftung Bielefeld. Seit 2022 ist er Schirmherr der Jungen Sinfoniker OWL. Seit 2024 ist er Kuratoriumsvorsitzender und Schirmherr des Knabenchors Gütersloh.
Im Mai 2021 wurde er von der Mitgliederversammlung der ZVEI-Hausgeräte-Fachverbände als Vorsitzender des Fachverbands Elektro-Haushalt-Großgeräte und als Sprecher der deutschen Hausgeräteindustrie bestätigt. Zinkann ist Vizepräsident und Schatzmeister des Markenverbands. Als Mitglied des Beirats berät Zinkann die Lobbyorganisation Die Familienunternehmer.
Dr. Reinhard Zinkann ist der 1. Vorsitzende des Vorstandes der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL), die den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens vergibt.
Zudem ist er Mitglied im Wirtschaftsbeirat des Goethe-Instituts, ebenso wie in der Stiftung Gedenken und Frieden der Kriegsgräberfürsorge. Er ist Vorstandsmitglied bei der Osthushenrich-Stiftung, und Vorsitzender des Kuratoriums der Malteser Stiftung für das Libanon Projekt. Zinkann engagiert sich auch regional als Vorsitzender des Kuratoriums der Bürgerstiftung Gütersloh, der Erich- und Katharina-Zinkann-Stiftung und der Kurt Ch. Zinkann Stiftung Musikpflege.
Er setzt sich ebenfalls für die Förderung der Musik ein und ist 1. Vorsitzender des Städtischen Musikvereins Gütersloh, Vorstandsmitglied der Hanns Bisegger Stiftung, Schirmherr des Jugendmusikkorps Avenwedde und als Beirat in der Stiftung Mozarteum in Salzburg tätig.
Reinhard Zinkann junior ist römisch-katholisch und Vater eines Sohnes aus erster Ehe. Seit dem 1. September 2012 ist er in zweiter Ehe mit der Hamburger Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Amélie von Wallenberg-Pachaly verheiratet. Zuvor war seine erste Ehe kirchenrechtlich annulliert worden.
Reinhard Zinkann engagiert sich seit vielen Jahren intensiv im Malteserorden. Er ist Mitglied der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens.
2007: Verdienstorden Pro Merito Melitensi
2008: Horizont Marketingmann des Jahres
2009: Familienunternehmer des Jahres
2011: Silberne Rathaus-Gedenkmünze der Stadt Münster