Reinhard ist ein männlicher Vorname und ein Familienname.
Der Name Reinhard ist ein männlicher Eigenname, eigentlich ein Vorname, der aber als Patronym oft auch als Familienname geführt wird. Er ist ein Kompositum, gebildet aus Ableitungen der althochdeutschen Wörter ragin (‚Rat, Ratschluss‘) und harti (‚stark‘), also „der Ratvolle, der gute Ratgeber.“ Bei der gelegentlich alternativ angegebenen Ableitung von „rein“ und „Herz“ (von niederdeutsch, hart ‚Herz‘) handelt es sich wohl um eine frei erfundene Volksetymologie, auch weil dieser Name am häufigsten in hochdeutschen und weniger oft in niederdeutschen Gebieten verbreitet ist.
Bei Reinhard handelt es sich ursprünglich um einen Eigenschaftsnamen (Übername), der die Person als guten Ratgeber identifizieren soll. Aus diesem Grund bezeichnet er als Fabelwesen den Fuchs (deutsch im Mittelalter Reinhard Fuchs, später Reineke Fuchs). Diese Assoziation war so weit verbreitet, dass z. B. im Französischen der Name Reynard den früheren Begriff für Fuchs, goupil, vollständig ersetzte (heute: frz. renard, „Fuchs“). Dementsprechend kann der Name auch jene bezeichnen, die als fuchsartig galten, z. B. wegen ihrer roten Haare oder ihrer listigen Art.
Der Name wird in Deutschland regelmäßig bei der Namenswahl berücksichtigt. Besonders beliebt war er im letzten Jahrhundert bis Mitte der 1960er Jahre, danach ging seine Beliebtheit zurück. Heute ist Reinhard ein mäßig beliebter Name, er wurde von 2010 bis 2023 rund 330 Mal vergeben. In Österreich wird der Name seit 1984 fast alljährlich vergeben. Bis zum Jahr 1994 befand er sich in den Top-100 der Vornamenscharts. Seit der Jahrtausendwende ist seine Vergabe stark rückläufig. Von 1984 bis 2023 wurde er circa 1.900 mal gewählt. In der Schweiz zählte der Name von 1930 bis Ende der 1950er Jahre zu den populären Vornamen. Heute wird der Name nur noch selten gewählt. Von 1930 bis 2023 wurden etwa 1.700 Jungen so genannt.
In Tschechien befand sich der Name zwischen 1939 und 1946 mehrmals in den Top-200. Der Name tauchte in Frankreich nur in den Jahren 1903, 1906 und 1942 in den Top-500 auf. In den Niederlanden kommt der Name seit 1930 fast jährlich in der Namensgebung vor, aber in einem geringen Umfang. Seine Vergabe ist auch in Slowenien, Kanada und den USA nachgewiesen. In den nordischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden ist der Name mäßig beliebt.
7. März, Abt des Klosters Reinhausen bei Göttingen im Jahr 1168
5. Dezember, Hl. Reinhard, Bischof von Lüttich im Hochmittelalter (1037). Das Grab ging vermutlich bei der Zerstörung der Lütticher Kathedrale in den französischen Revolutionskriegen unter.
Weibliche Formen: Reinharda, Reinharde, Reinhardine, Renske
Reginhard, Reginhardus (um 834)
Im Mittelalter auch Rainald, wohl dem italienischen Rinaldo entsprechend
Niederdeutsch/Niederländisch Reinke, Renke, Reinecke (mit der dem hochdeutschen -chen entsprechenden niederdeutschen Endung -ke)
(Alt?)französisch Renart, Renard (fr. ‚Fuchs‘)
Reinhard I. (≈1225–1281), Herr von Hanau
Reinhard II. (≈1369–1451), Graf von Hanau
Reinhard III. (1412–1452), Graf von Hanau
Reinhard IV. (1473–1512), Graf von Hanau-Münzenberg
Reinhard von Helmstatt (1400–1456), Bischof von Speyer
Reinhard (n. 1374 – n. 1414), von 1378/80 bis zu seinem Tode Mitregent der Grafschaft Nassau-Beilstein