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Reims

Französische Gemeinde

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Reims ([ʁɛ̃s] , deutsch auch [ʁaɪ̯ms]), früher auch Rheims geschrieben, ist eine Stadt in der Champagne im Nordosten Frankreichs, etwa 130 Kilometer von Paris entfernt.

Reims ist der Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Reims im Département Marne in der Région Grand Est. Die Stadt ist Sitz eines Erzbischofs und besitzt seit 1971 (wieder) eine Universität. In Reims werden Champagner, aber auch Textilien, Nahrungsmittel sowie Ausrüstungsgegenstände für die Raumfahrt hergestellt. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Zeit vor der römischen Herrschaft zurück.

Im Gemeindeverband Reims Métropole leben derzeit ungefähr 220.000 Menschen, im Großraum der Stadt mit insgesamt 175 Gemeinden um die 290.000 Menschen.

Reims liegt im Zentrum der Champagne, die den weiten, flach gestuften Ostteil des Pariser Beckens einnimmt. Die Stadt befindet sich in einer Ebene am rechten Ufer der Vesle, einem Zufluss der Aisne, und am Canal de l’Aisne à la Marne. Im Süden und im Westen erhebt sich die Montagne de Reims. Aus den Trauben der dortigen Weinberge wird der Champagner hergestellt. Ein Teil der Montagne de Reims gehört zum Regionalen Naturpark Montagne de Reims.

Die Gegend von Reims ist seit frühester Zeit besiedelt; so finden sich in der Umgebung bronzezeitliche Urnenfelder. „Der Legende nach wurde Reims von Remus gegründet, dem Bruder des Romulus, Gründer des antiken Roms. Die Einwohner der Region nahmen daher den Namen Rèmes an.“ Tatsächlich gründeten jedoch die Kelten um 80 v. Chr. eine städtische Siedlung (oppidum), die sie Durocorter – „runde Burg“ – nannten. Die Römer latinisierten diesen Namen zunächst zu Durocortorum. Nach der Eroberung durch die Römer im Gallischen Krieg wurde die Stadt in Civitas Remorum, nach den Remern, einem hier ansässigen romtreuen Unterstamm der Belger, umbenannt und war Hauptstadt der römischen Provinz Belgica. Die Privilegien, die die Stadt für ihre Treue erhielt, trugen mit zu ihrem Wohlstand bei.

In der Stadt hat sich ein römischer Triumphbogen, die Porte de Mars, erhalten. Südöstlich des Triumphbogens wurde im Jahr 1900 ein römischer Depotfund, der Schatz von Reims, gefunden.

Die Gegend wurde in spätrömischer Zeit christianisiert und die Stadt zum Bischofssitz erklärt. Im Jahre 336 besiegte der römische Statthalter Jovinus sogenannte Barbaren, nachdem diese in die Champagne eingefallen waren. Im Jahr 356 fand die Schlacht von Reims gegen ein alamannisches Heer statt.

Die Stadt stand über Jahrhunderte im Zentrum europäischer Geschichte. Um 401 wurde von Bischof Nicasus eine Kirche erbaut; der spätere Heilige kam beim Sturm der Vandalen auf die Stadt im Jahr 406 ums Leben. 451 eroberten die Hunnen unter Attila die Stadt, zogen aber nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (nicht weit von Reims) wieder ab. In der Kathedrale der Stadt wurde zwischen 497 und 499 Chlodwig I. durch Bischof Remigius getauft, was entscheidend für den Aufbau des Frankenreiches wurde. Die Bedeutung der Stadt, die bald auch Sitz eines Erzbischofs wurde, zeigt sich auch darin, dass sie bei den merowingischen Reichsteilungen Residenz eines Teilreichs war.

Im 8. Jahrhundert trafen sich der fränkische König Pippin der Jüngere in Reims mit Papst Stephan III. und später Papst Leo III. mit Karl dem Großen. 816 fand die erste Krönung in Reims statt, als der Franke Ludwig der Fromme, von seinem Vater Karl dem Großen schon zu dessen Lebzeiten zum Mitkaiser ernannt, nach Karls Tod von Papst Stephan IV. dort noch einmal zum Kaiser gekrönt wurde. Die Könige Karlmann I. († 771), Ludwig IV. († 954) und Lothar († 986) wurden in der Basilika Saint-Remi bestattet.

Im 10. Jahrhundert war der Erzbischof Adalberon maßgeblich daran beteiligt, dass die französische Regentschaft vom Haus der Karolinger auf die Kapetinger überging. Er sorgte, gemeinsam mit Gerbert von Aurillac, auch dafür, dass die Stadt mit ihrer Kathedralschule zu einem intellektuellen Zentrum des Frühmittelalters wurde. Stadtrechte sind für Reims seit 1139 dokumentiert. Als bedeutender Markt der Champagne besaß Reims auch einige wirtschaftliche Bedeutung. Reims blieb vom 12. bis zum 19. Jahrhundert die Stadt, in der die meisten französischen Könige gesalbt und gekrönt wurden; eine bewusste Anknüpfung an die von Chlodwig begonnene Tradition. So hatte es etwa eine hohe symbolische Bedeutung, als es den Franzosen unter Jeanne d’Arc während des Hundertjährigen Krieges gelang, die Engländer, die den Norden des Landes besetzt hatten, zurückzudrängen und Reims zurückzuerobern, wo dann Karl VII. im Jahre 1429 gekrönt werden konnte.

Eine Rebellion der Bürger, die sich gegen die Erhebung der Salzsteuer richtete, wurde 1461 von Ludwig XI. niedergeschlagen. In den Hugenottenkriegen stand die Stadt ab 1585 auf Seiten der Katholischen Liga, unterwarf sich aber 1590 König Heinrich IV. Der Wohlstand der Stadt, der vor allem auf der Wollindustrie beruhte, zeigte sich u. a. im Bau repräsentativer Stadtpalais in der Zeit des Absolutismus.

1802 waren 12 % der Stadtbevölkerung Dienstboten. Infolge der Französischen Revolution wurde die Provinz Champagne aufgelöst und Reims dem neuen Département Marne zugeordnet. Die Krönung Napoleons erfolgte, anders als die der französischen Könige, nicht in Reims, sondern in Paris. Anfang 1814 war die Gegend von Reims hart umkämpft, ehe Napoleon abdankte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Wehrmauer abgerissen. Allmählich setzte die Industrialisierung ein, 1854 erreichte die Eisenbahn Reims. 1870/71 machten die Preußen Reims zum Sitz eines Generalgouverneurs, wobei die Stadt unter hohen Kontributionen zu leiden hatte.

Vom 22. bis 29. August 1909 war Reims Schauplatz der ersten internationalen Flugwoche, in deren Verlauf Louis Blériot, Hubert Latham und Henri Farman mehrere Rekorde aufstellten.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt, die 1914 etwa 120.000 Einwohner zählte und fast unmittelbar hinter der Frontlinie lag, vor allem von deutschen, aber auch französischen Artilleriegeschossen und Luftangriffen zu ungefähr 60 % verwüstet. Im März 1918 wurde die Zivilbevölkerung größtenteils evakuiert. Am 17. Januar 1919 rief die Comtesse de Mun die Aktion „Zurück nach Reims“ (Retour à Reims) ins Leben, wodurch rückkehrende Bedürftige gratis Matratzen, Möbel und Wäsche beziehen konnten. Vermögende Personen konnten für drei Monate Möbel mieten. Die Aktion „Zurück nach Reims“ führte außerdem vier öffentliche Kantinen. Im Juli 1919 wurde Reims anlässlich eines Besuchs des französischen Präsidenten Raymond Poincaré zur „Märtyrerstadt“ (ville martyre) erklärt. Es hatten sich erst 25.000 Einwohner in der Ruinenstadt wieder einrichten können.

Schon ab 1915 machten sich die Stadtoberen von Reims Gedanken über den Wiederaufbau. Im April 1920 verabschiedete die 1919 neu gewählte Regierung unter Bürgermeister Charles Roche einen ehrgeizigen Plan des US-amerikanischen Armeemajors Georges B. Ford zum Wiederaufbau. Der Wiederaufbau (reconstruction) der Innenstadt erfolgte in den 1920er Jahren im Stile des Art Déco. Der Wiederaufbau von Reims verwandelte die Stadt nun über Jahre hinweg in eine einzige Baustelle, zuerst mit dem Bau öffentlicher Gebäude und Handelshäuser sowie mit der Instandsetzung von Häusern, die man noch „retten“ konnte. Daraufhin erfolgte der komplette Neubau ganzer Straßenzüge. Der Wiederaufbau der Wohnbauten war im Wesentlichen um 1930 beendet, jener der Kathedrale erst 1938, jener der Basilika Saint-Remi 1958 und jener des Glockenturms der Kirche Saint-Jacques 1994.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das von Deutschen besetzte Reims am 30. August 1944 befreit. Am 7. Mai 1945 unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl in einer Schule, dem heutigen Lycée Franklin Roosevelt, im damaligen Hauptquartier von General Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber des SHAEF, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Nach den Entbehrungen, die vor allem die Kinder hart getroffen hatten, trat 1946 ein besonders kalter Winter ein. In Reims fiel das Thermometer im Januar 1947 auf minus 19 Grad Celsius, einer der tiefsten Werte in Frankreich.

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