Raymond Gallois-Montbrun (* 15. August 1918 in Saigon; † 13. August 1994 in Paris) war ein französischer Violinist und Komponist.
Gallois-Montbrun studierte von 1930 bis 1942 am Conservatoire de Paris Violine bei Firmin Touche, Harmonielehre bei Jean Gallon, Kontrapunkt und Fuge bei Noël Gallon und Komposition bei Henri Busser. Nach einem Second Grand Prix 1942 gewann er 1944 mit der Kantate Louise de la Miséricorde den Premier Grand Prix de Rome.
Nach dem mit dem Preis verbundenen Aufenthalt in der Villa Medici in Rom (1946 bis 1948) besuchte er von 1952 bis 1954 Kurse für Violine und Komposition am Institut Français in Tokio. Seit 1944 reiste er als Violinist durch Europa, Nordafrika, den Nahen und Fernen Osten und spielte Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen ein. 1955 wurde er als Komponist mit dem Prix de la Ville Paris ausgezeichnet, 1957 erhielt er für die Kammeroper Le Rossignol de l’Empereur den Prix Italia.
1957 wurde Gallois-Montbrun Leiter des Konservatoriums von Versailles, von 1962 bis 1983 leitete er das Conservatoire de Paris, daneben bis 1967 auch dessen Société des Concerts. 1980 folgte er Paul Paray als Mitglied der Académie des Beaux-Arts nach. Im Juni 1980 wurde er als assoziiertes Mitglied in die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique aufgenommen. Von 1983 bis 1992 leitete er den Concours international Long-Thibaud.
Trois pièces für Klavier, 1944
Concertstück für Klarinette und Klavier, 1946
Pages de sonatine, 5 Stücke für Violine und Klavier, 1946
Douze Études-Caprices de concert für Violine, 1947
Concerto für Violine und Orchester, 1949 (das Werk wurde 1996 vom französischen Musiker Tristan Foison als sein eigenes ausgegeben und erhielt unter seinem Namen die US-Premiere)
Sarabande et Finale für Trompete und Klavier, 1949
Marche für Trompete und Klavier, 1950
Les Sept péchés capitaux, 1951
Six pièces musicales d’étude für Flöte und Klavier, 1953
Six pièces musicales d’étude für Altsaxophon und Klavier, 1954
Six pièces musicales d’étude für Klarinette und Klavier, 1955
Divertissement für Flöte und Klavier, 1956
Le Rossignol et l’Empereur, Kammeroper nach einem Libretto von Philippe Soupault, 1957
Mélodies et Proverbes, 12 Stücke für Klavier, 1958