Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (häufig auch als Raumschiff Orion, in neueren Videoausgaben auch als Raumpatrouille Orion bezeichnet, französisch Commando spatial – La Fantastique Aventure du vaisseau Orion) ist die erste und bekannteste deutsche Science-Fiction-Fernsehserie. Sie wurde ab dem 17. September 1966 vierzehntäglich samstagabends nach der Tagesschau von der ARD in sieben Teilen ausgestrahlt. Es war die erste Fernsehserie, die in deutsch-französischer Koproduktion entstand, wobei Frankreich rund 20 % der Produktionskosten trug.
Die Schwarz-Weiß-Serie hat seit Jahrzehnten Kultcharakter. Sie erreichte bei der Erstausstrahlung in der ARD Einschaltquoten von bis zu 56 % und wurde deshalb oft als Straßenfeger bezeichnet. In Deutschland wurde die Serie im Deutschen Fernsehen 1968 und 1975 sowie von verschiedenen Regionalsendern der ARD, so vom WDR 1973 und 1987, dem NDR Fernsehen, hr-fernsehen und dem damaligen Südwest 3 sowie vom Privatsender Sat.1 (hier allerdings aus rechtlichen Gründen oft nur fünf Folgen) bis 1999 insgesamt 20 Mal wiederholt.
Die Handlung spielt in einer Zukunft, die im Vorspann durch den von Claus Biederstaedt gesprochenen Text zu Beginn jeder Episode vorgestellt wird:
Der für Eigenmächtigkeiten bekannte Commander Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) führt mit dem schnellen Raumkreuzer Orion gegen einen ausdrücklichen Befehl ein bislang für unmöglich gehaltenes Landemanöver durch. Zur Strafe wird er mit seiner Besatzung von den schnellen Raumverbänden zur Raumpatrouille versetzt und unter die Aufsicht von Tamara Jagellovsk (Eva Pflug) vom Galaktischen Sicherheitsdienst (GSD) gestellt, die weitere Regelverstöße unterbinden soll. Bei ihrer ersten Mission treffen sie auf die fremdartigen „Frogs“, eine feindliche außerirdische Rasse, die sich zunächst als technisch überlegen erweist und die irdischen Verteidigungssysteme zu durchbrechen versucht.
Zur Stammbesatzung der Orion gehören außerdem: Mario de Monti (Armierungsoffizier), Atan Shubashi (Astrogator), Hasso Sigbjörnson (Bordingenieur) und Helga Legrelle (Leutnant für Raumüberwachung). Direkter Vorgesetzter McLanes ist General Wamsler. Chef des GSD ist Oberst Villa. Befehlshaberin der schnellen Raumverbände ist General van Dyke.
(it.: Aggressione dal cosmo, fr.: L'attaque de l'espace, sv.: Hotet från rymden, hu: Támadás a világűrből) – Regie: Michael Braun, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrag des WDR, Erstausstrahlung am Samstag, dem 17. September 1966, 20:15 bis 21:15 Uhr, Einschaltquote 37 %.
Entgegen einem anderslautenden Befehl landet McLane auf dem Saturnmond Rhea. Da er in der Vergangenheit schon mehrfach wegen Eigenmächtigkeiten und Befehlsverweigerung disziplinarisch belangt wurde, wird er nun mit der kompletten Mannschaft von den Schnellen Kampfverbänden für drei Jahre zur Raumpatrouille strafversetzt. Zusätzlich erhält er eine „Aufpasserin“ des Galaktischen Sicherheitsdienstes, Tamara Jagellovsk, zur Seite, die ihn an weiteren Eskapaden hindern soll.
Bei ihrem ersten Einsatz soll die Mannschaft Bewegungen in einem Raumsektor überwachen. Die am Kurs gelegene vorgeschobene Außenbasis MZ-4 antwortet auf Routineanfragen jedoch nicht, stattdessen empfängt die Orion unbekannte Funksignale. Der Orion-Besatzung ist bekannt, dass der unbemannte, vollautomatisch gesteuerte Laborkreuzer Challenger mit radioaktiven Zerfallstoffen MZ-4 anfliegt und von dort eine Kurskorrektur erhalten soll. Als McLane deshalb auf der Basis nach dem Rechten schauen will, kommt es zur Konfrontation mit Jagellovsk, weil das nicht im Rahmen der ihm erteilten Befehle ist.
McLane setzt sich jedoch durch und schickt Hasso Sigbjörnson und Atan Shubashi mit einer Lancet zur Station. Als sie in ihren Raumanzügen die Station betreten, stellen sie fest, dass die Beleuchtung in der Station nicht funktioniert und es zudem dort keinerlei Sauerstoff mehr gibt. Die gesamte Besatzung der Raumstation finden sie in Nebenräumen tot und in der Bewegung erstarrt vor. In den Gängen sehen sie plötzlich schemenhafte Wesen, die gegen die Strahlen aus ihren Laserwaffen immun sind – sie gehen einfach durch sie hindurch. Zur gleichen Zeit wird die Orion von unbekannten Flugobjekten angegriffen. Jetzt ist klar, dass es sich um feindliche Außerirdische handelt. Sigbjörnsons und Shubashis Versuch, zur Orion zurückzukehren, scheitert, weil die Außerirdischen die Technik der Lancet zerstört haben. Jagellovsk erteilt den Befehl, MZ-4 zu zerstören, auch wenn Sigbjörnson und Shubashi dabei sterben würden. McLane will diesen Befehl zähneknirschend ausführen, deaktiviert aber im letzten Moment die Energiewerfer, weil er den Befehl aus Gewissensgründen nicht ausführen kann. Unmittelbar danach wird jedoch klar, dass die Energiewerfer durch die Außerirdischen blockiert, also ohnehin unbrauchbar gemacht worden waren. Man entschließt sich, ohne Sigbjörnson und Shubashi zur Erde zurückzukehren. In McLanes Auftrag informiert Tamara Jagellovsk die irdischen Behörden. Dort verhindert Oberst Villa, Chef des Galaktischen Sicherheitsdienstes GSD, gegen das energische Drängen Kublai Krims die Zerstörung von MZ-4 durch die galaktische Flotte, da man vor dem Eintritt in größere Kampfhandlungen mehr über die Absichten und Möglichkeiten der Fremden wissen müsse.
In der Zwischenzeit müssen die Zurückgelassenen mitansehen, wie die Außerirdischen sich der Basis nähern. Shubashi hat schließlich die rettende Idee: Der Grund dafür, dass es auf der Station keinen Sauerstoff mehr gibt, ist offenbar, dass dieser für die Außerirdischen womöglich giftig wirkt. Daher beschließen sie, die Außerirdischen mit Sauerstoff zu töten. Da alle Sauerstoffvorräte in der Station und auch ihrer Lancet durch die Außerirdischen vernichtet wurden, bleibt nur noch der Vorrat ihrer Raumanzüge übrig. Sie deponieren eine Patrone im Vorraum der Basis und versorgen sich mit der zweiten Patrone gemeinsam. Als alle Außerirdischen im Vorraum versammelt sind, bringen sie die Patrone mit einem Schuss aus der Laserwaffe zur Explosion. Dies tötet die Außerirdischen.
Die Challenger zerschellt am von den Außerirdischen aufgebauten Schutzschirm. Sigbjörnson und Shubashi gelingt es anschließend, die Funkanlage zu reparieren und um Hilfe zu rufen.
Schließlich tauft Shubashi die Wesen auf den Namen Frogs: „Wir hatten sie ‚Frösche‘ getauft, aber das klang uns dann zu vertraut – zu irdisch. Darum haben wir sie Frogs genannt.“ Ironisch resümieren Sigbjörnson und Shubashi: „Sag’ einmal, Atan, das Ganze war doch wohl nur ’n böser Traum, was?“ – „Viel schlimmer – das war Science Fiction!“
(it.: Il pianeta fuori orbita, fr.: Planète en dérive, sv.: Planet ur kurs, hu: Az eltérített bolygó) – Regie: Theo Mezger, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des Südfunks Stuttgart, Erstausstrahlung am Samstag, dem 1. Oktober 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 43 %.
Der Raumkreuzer Hydra unter General van Dyke ist in einen Magnetsturm geraten und dadurch nicht mehr steuerbar. Die Besatzung hat einen Feuerball von Planetengröße entdeckt, im Film als „Supernova“ bezeichnet, der mit 146.000 km pro Sekunde auf die Erde zurast. Zufällig empfängt die Hydra unbekannte Impulswellen, auf der Astroscheibe sieht man ein Gebäude mit Frogs, die die Nova auf die Erde steuern, um sie zu vernichten. Van Dyke gelingt es noch, dies aufzuzeichnen und per Notruf zur Erde zu schicken. Oberst Villa lässt daraufhin McLane und Jagellovsk in sein Büro bringen, da die Orion als letztes Schiff in den betreffenden Raumsektoren unterwegs war. Doch sie haben nichts beobachtet. McLane und Jagellovsk werden vom GSD über die Lage informiert. In einer emotionalen Krisensitzung der Obersten Raumbehörde wird über eine Evakuierung der Erde diskutiert, denn die Lage scheint aussichtslos.
Da die Orion 7 das schnellste Schiff ist, erhält sie den Auftrag, die Leitstelle der Frogs aufzuspüren und zu eliminieren. Es gelingt der Besatzung, den abgerissenen Lichtspruchkontakt zur havarierten Hydra wieder aufzunehmen, und sie erhalten von General van Dyke die zwischenzeitlich ermittelten Koordinaten der Frog-Leitstelle, die sich auf einem Planetoiden innerhalb der Vesta-Gruppe befindet. McLane will zuerst General van Dyke und die Hydra-Crew retten, sieht nach einem heftigen Streit mit Jagellovsk aber ein, dass es wichtiger ist, die Erde zu retten als den General. Er schafft es, die Leitstelle zu vernichten, aber die Supernova rast weiterhin auf die Erde zu. Dort wird die Diskussion immer heftiger, denn man sieht keine Lösung und es bleiben nur noch vier Tage Zeit bis zur Katastrophe. McLane hat eine weitere, lebensgefährliche Idee: Er will mit der Orion die Sturzbahn der Supernova kreuzen, um sie mit dort abgesetzten Antimateriebomben aus der Bahn zu werfen. Die Ausführung dieses Plans misslingt jedoch.