Randhir Singh (; * 18. Oktober 1946 in Patiala, Punjab; † 27. Mai 2026 in Neu-Delhi) war ein indischer Sportschütze und Sportfunktionär.
Randhir Singh wurde am 18. Oktober 1946 in Patiala geboren. Sein Vater war der Sportfunktionär Bhalindra Singh, der zwischen 1947 und 1992 IOC-Mitglied war und mehrere Jahre als Präsident der Indian Olympic Association fungierte. Auch sein Onkel Yadavindra Singh war als Präsident des indischen NOKs tätig.
Randhir Singh besuchte die Yadavindra Public School in Patiala und absolvierte anschließend ein Bachelorstudium in Geschichte am St. Stephen’s College der University of Delhi.
Durch seine Tante kam Singh schließlich zum Schießsport. Als 18-Jähriger gab er sein Debüt bei den indischen Meisterschaften, wo er mit der Mannschaft im Trapschießen siegreich war. In den Folgejahren gewann Singh mehrere nationale Meistertitel im Trap- sowie im Skeetschießen.
Bei den Asienspielen 1978 siegte Singh im Trap-Einzel. Mit diesem Sieg war er der erste indische Schütze, der eine Goldmedaille bei den Asienspielen gewinnen konnte. Vier Jahre später bei den Asienspielen in Neu-Delhi gewann er die Bronzemedaille im Einzel und Silber mit der Mannschaft.
Zwischen 1968 und 1984 nahm Singh an allen fünf Olympischen Spielen jeweils im Trap-Einzelwettkampf teil. Sein bestes olympisches Resultat war der 17. Rang bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt.
Sein letzter internationaler Wettkampf waren die Asienspiele 1994 in Hiroshima. Zu dieser Zeit war Singh, Generalsekretär des Olympic Council of Asia (OCA). Er war damit der erste Teilnehmer an den Asienspielen, der zugleich in einer kontinentalen Sportorganisation tätig war. Zudem wurde er 1984 wurde er zum stellvertretenden Generalsekretär der Indian Olympic Association gewählt. 1987 übernahm er dann das Amt des Generalsekretärs der Indian Olympic Association, welches er bis 2012 innehatte. Zudem war er von 1987 bis 2010 Mitglied des Verwaltungsrats der Sports Authority of India. 2001 wurde Singh dann IOC-Mitglied und war bis 2014 dort tätig. Anschließend wurde er zum Ehrenmitglied des IOC ernannt.
Darüber hinaus war Singh als stellvertretender Vorsitzender des Organisationskomitees maßgeblich an der Bewerbung Neu-Delhis für die Commonwealth Games 2010 beteiligt.
Von 1991 bis 2015 war Singh Generalsekretär des OCA. Im Anschluss übernahm er das Amt des Vizepräsidenten und übte dieses Amt bis September 2021 aus, ehe er zum Präsidenten des Sportverbandes gewählt wurde. Der Posten wurde frei, da sein Vorgänger Scheich Ahmad Fahd al-Ahmad as-Sabah in Genf wegen Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden war.
Nachdem aufgrund des Russisch-Ukrainischen Krieges Athleten aus Russland und Belarus von internationalen Sportwettkämpfen ausgeschlossen wurden, setzte sich Singh beim Olympic Summit, einem Treffen von Vertretern des IOC und einigen Weltverbänden, für die Wiedereingliederung der Athleten ein. Dieser Vorschlag wurde vom IOC angenommen.
Singh war zunächst mit Uma Kumari und später mit Vinita Singh verheiratet. Er hatte 3 Töchter: Mahima, Sunaina und Rajeshwari. Sunaina wurde Vizepräsidentin der Indian Olympic Association. Rajeshwari wurde ebenfalls Sportschützin und Olympionikin.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
Maharaja Ranjit Singh Award: 1979
Olympischer Orden in Silber: 2014
Randhir Singh in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
Olympic.org: Randhir Singh (englisch)