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Ralf Richter

Deutscher Schauspieler (1957–2026)

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Ralf Richter (* 17. August 1957 in Essen; † vor oder am 15. September 2026 in Köln) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- sowie Synchronsprecher und Musiker. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler hatte er 1981 als Zentralemaat Frenssen in Wolfgang Petersens Das Boot. Weitere Bekanntheit erlangte er 1999 als Karlheinz „Kalle“ Grabowski in der Filmkomödie Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding. Sein Repertoire reichte von harten, düsteren Charakteren bis hin zum klassischen Ruhrpott-Proleten.

Ralf Richter wuchs als zweitältestes von acht Kindern des Architekten Otto Richter und seiner Frau Hannelore in einer katholisch geprägten Familie in einem Bochumer Arbeiterviertel auf. Sein Vater realisierte als Architekt große Wohnbauprojekte und malte und zeichnete in seiner Freizeit. Richters jüngerer Bruder Frank-Martin Strauß ist der Künstler und Musiker FM Einheit.

Nach dem Besuch verschiedener Grundschulen absolvierte Richter von 1973 bis 1975 eine Schreinerlehre, ab 1977 besuchte er zwei Jahre die Westfälische Schauspielschule Bochum. Daneben arbeitete er für das Bauunternehmen seines Vaters. Nach eigenen Angaben startete Richter seine schauspielerische Laufbahn eher ungeplant, da er zum Termin der Aufnahmeprüfungen an der Schauspielschule gerade zufällig in Bochum war. Nach zwei Jahren wurde Richter als „nicht ausbildungsfähig“ von der Bochumer Schauspielschule verwiesen. Trotzdem war er zu Beginn an verschiedenen Theaterbühnen zu sehen, wie an der Freien Volksbühne in Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Theater Bonn.

Erste Kurzauftritte übernahm Richter in den Tatort-Folgen Herzjagd (1980) und Duisburg-Ruhrort (1981), 1981 folgte eine feste Serienrolle als Wölfchen in sechsteiligen Fernsehserie Tour de Ruhr. Sein Filmdebüt gab er unter Wolfgang Petersen in der Rolle des Zentralemaats Frenssen in dem Spielfilm Das Boot, durch den er erstmals einem breiten Publikum bekannt wurde.

Richter wirkte in über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit einer Vielzahl an renommierten Regisseuren des deutschen Films, darunter Dominik Graf (Die Katze), Oskar Roehler (Suck My Dick) oder Til Schweiger (Der Eisbär), zusammen.

Oftmals spielte er die harten oder „bösen“ Charaktere oder auch einen Ruhrpott-Proleten. In der TV-Bergarbeiter-Saga Rote Erde von Klaus Emmerich verkörperte er den Bergmann „Otto Schablowski“. Im Film Superstau von 1991 spielte er einen gestressten Gelsenkirchener Bergmann, der in seinem Audi 100 mit Frau und Sohn auf dem Weg in den Urlaub nach Korsika ist. Richter gab an, dass er eine Vorliebe für die Rolle des Proleten habe, seit er in der Kindheit eine Familie in seiner Siedlung erlebt habe, die er als „extrem asi“ empfunden habe. Kultstatus erreichte er vor allem 1999 als „Kalle Grabowski“ im Film Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding.

Neben seinen zahlreichen Filmrollen übernimmt er wiederholt Gastrollen in verschiedenen Fernsehserien- und reihen, unter anderem in Auf Achse, Ein Fall für zwei, Der Alte, Bella Block, Alarm für Cobra 11, Großstadtrevier und Notruf Hafenkante.

Richter spielte zudem in einigen Kinder- und Jugendproduktionen, wie 2009 als Polizist in Christian Ditters Buchverfilmung Vorstadtkrokodile nach Max von der Grün und zwischen 2006 und 2012 wiederholt in der ProSieben-Märchenstunde.

2014 initiierte er das Projekt Grabowski – Alles für die Familie. Aufgrund des Kultstatus seiner Rollenfiguren Karl-Heinz (Kalle) und Harry Grabowski in der Unna-Trilogie von Peter Thorwarth initiierte sein Sohn Maxwell dieses Projekt, in dem Richter in einer Dreifachrolle noch einmal seine Kultfiguren spielen sollte. Das Drehbuch schrieben Vater und Sohn gemeinsam. Um den Film produzieren zu können, starteten die beiden eine Crowdfunding-Kampagne, die mit mehr als 1200 Unterstützern eine Summe von 127.000 € einbrachte. Das Projekt wurde mehrfach verschoben und nicht mehr umgesetzt.

In den letzten Jahren wirkte Ralf Richter regelmäßig in den Einspielclips der RTL-Sendung Die ultimative Chartshow“ mit und gab den miesepetrigen Kommentatoren, dem kaum ein Lied im Ranking zusagte. 2024 übernahm er die Rolle des Häftlings Barabbas in der Live-Show Die Passion.

Ralf Richter betätigt sich zudem als Hörspiel- und Synchronsprecher. So lieh er unter anderem Danny Trejo und Steve Coogan seine Stimme. 2015 übernahm er eine der Hauptrollen im Hörspiel Abwärts, nachdem er bereits 1984 eine Nebenrolle in dem gleichnamigen Thriller gespielt hatte.

Im Februar 2006 veröffentlichte Richter als Musiker das Pop-Rock-Album One Heart. Er wirkte zudem in zahlreichen Musikvideos mit, wie von den Rappern Eko Fresh, Sinan-G und Pillath sowie den Bands Tanzwut und Sondaschule.

Richter engagierte sich für die Alphabetisierung. Er wirkte bei dem Hörspiel Mit einem blauen Auge! des Projektes „iCHANCE“ vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung mit. Mehrere Jahre setzte sich Richter für ein Obdachlosenhotel in Köln ein.

Richter war zweifacher Vater und hatte sechs Enkelkinder. Sein Sohn Maxwell ergriff ebenfalls den Schauspielberuf. Seine Tochter Aline hatte einen Kurzauftritt in Was nicht passt, wird passend gemacht als Tochter seiner Filmfigur Kalle Grabowski. In Abspannen erscheint sein Vorname gelegentlich auch in der Schreibweise Ralph. Er lebte im Pantaleonsviertel der Kölner Innenstadt und betrieb neben der Schauspielerei mehrere Restaurants.

Richter litt vor seinem Tod an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung und an einer Herzunterfunktion. Er starb in der Nacht zum 15. September 2026 im Alter von 69 Jahren in Köln.

2011: Eko Fresh – Köln Kalk Ehrenmord

2012: Sebel - Rock ’n’ Roll – Leben

2016: Betontod – Ich nehme dich mit

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