Rainer Westermann (* 1. Mai 1950 in Wolfenbüttel) war von 1995 bis 2015 Professor für Psychologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Vom 1. Februar 2003 bis zum 31. Januar 2013 war er Rektor der Universität.
Westermann legte 1969 sein Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium in Wolfenbüttel ab. Anschließend studierte er, ab 1970, Psychologie. Sein Vordiplom erhielt er 1972 an der Technischen Universität Braunschweig, sein Diplom 1976 an der Georg-August-Universität Göttingen. Er erhielt ein Promotions-Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und wurde 1979 an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen zum Dr. rer. nat. promoviert. Anschließend wurde er wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Psychologie der Universität Göttingen. 1986 habilitierte er sich dort. Am 3. Juli 1992 wurde er zum Hochschuldozenten (C2) und Beamten auf Lebenszeit in Göttingen berufen. Zuvor hatte er einen Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena erhalten, welchen er später ablehnte. Allerdings war er bis 1993 als Vertretung auch in Jena tätig.
Im Oktober 1994 erhielt er einen Ruf auf die Gründungsprofessur für Allgemeine Psychologie I und Methodenlehre der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Ab dem Sommersemester 1995 war er als Vertretung in Greifswald tätig und ab dem 1. Oktober 1995 als ordentlicher Professor. Von 2000 bis 2003 war er dort Dekan der Philosophischen Fakultät und vom 1. Februar 2003 bis zum 31. Januar 2013 Rektor der Universität. Am 1. Oktober 2015 trat Westermann als Professor in den Ruhestand.
Forschungsgebiete und Schriften
Rainer Westermann forscht und publiziert zu Wissenschaftsphilosophie, Experimental- und Evaluationsmentalmethodik, Handlungsregulation und Studienzufriedenheit. Eine Auswahl seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen:
Methoden psychologischer Forschung und Evaluation: Grundlagen, Gütekriterien und Anwendungen. Kohlhammer-Verlag, 2017.
Studienzufriedenheit. In: D.H. Rost: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. 4. Auflage. Beltz-Verlag, Weinheim, 2010, S. 829–836.
(mit J. Krohn) Gütekriterien. In: H. Holling, B. Schmitz: Handbuch Statistik, Methoden und Evaluation. Hogrefe-Verlag, Göttingen 2010, S. 71–86.
(mit M. Siemer) Aufstellung und Prüfung von Hypothesen. In: H. Holling: Grundlagen und statistische Methoden der Evaluationsforschung. Hogrefe-Verlag, Göttingen 2009, S. 163–206.
Merkmale und Varianten von Evaluationen: Überblick und Klassifikation. In: Zeitschrift für Psychologie, 210, 2002, S. 4–26.
Wissenschaftstheorie und Experimentalmethodik – Ein Lehrbuch zur Psychologischen Methodenlehre. Hogrefe-Verlag, Göttingen 2000.
(mit K. Spies, E. Heise, S. Wollburg-Claar) Bewertung von Lehrveranstaltungen und Studienbedingungen durch Studierende: Theorieorientierte Entwicklung von Fragebögen. In: Empirische Pädagogik, 12, 1998, S. 133–166.
(mit K. Spies, G. Stahl, F.W. Hesse) Relative effectiveness and validity of mood induction procedures: A meta-analysis. In: European Journal of Social Psychology, 26, 1996, S. 557–580.
(mit E. Heise, K. Spies, U. Trautwein) Identifikation und Erfassung von Komponenten der Studienzufriedenheit. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht, 43, 1996, S. 1–22.
(mit E. Heise) Motivations- und Kognitionspsychologie: Einige intertheoretische Verbindungen. In: J. Kuhl, H. Heckhausen: Motivation, Volition und Handlung. Hogrefe-Verlag, Göttingen 1996, S. 275–327.
(mit P. Gerjets) Induktion. In: T. Herrmann, W.H. Tack: Methodologische Grundlagen der Psychologie. Hogrefe-Verlag, Göttingen 1994, S. 428–471.
Strukturalistische Theorienkonzeption und empirische Forschung in der Psychologie. Springer-Verlag, Berlin 1987.
(mit W. Hager) Error probabilities in educational and psychological research. In: Journal of Educational Statistics, 11, 1986, S. 117–146.