Rafael Nadal Parera [rafaˈel naˈðal paˈɾeɾa], 1. Marqués de Llevant de Mallorca (* 3. Juni 1986 in Manacor, Mallorca) ist ein ehemaliger spanischer Tennisspieler. Er beendete fünf Saisons (2008, 2010, 2013, 2017 und 2019) als Weltranglistenerster. Insgesamt stand er 209 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. In seiner Karriere gewann Nadal 92 Titel im Einzel sowie elf im Doppel.
Nadal gewann 22 Grand-Slam-Titel im Einzel und steht damit auf der Rekordliste hinter dem Serben Novak Đoković (24 Grand-Slam-Titel). Kein Spieler konnte in der Tennisgeschichte ein Grand-Slam-Turnier im Einzel öfter gewinnen als Nadal die French Open mit 14 Turniersiegen. Viermal war Nadal bei den US Open erfolgreich, dazu kommen je zwei Siege in Wimbledon und bei den Australian Open. Damit ist er einer von nur vier Spielern, die aus jedem der vier Grand-Slam-Turniere wenigstens zweimal als Sieger hervorgingen. Zudem gewann Nadal bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking die Goldmedaille im Einzel und bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zusammen mit Marc López die Goldmedaille im Doppel. Fünfmal (2004, 2008, 2009, 2011 und 2019) gewann Nadal den Davis Cup mit der spanischen Mannschaft. Anfang 2011 wurde er für seine Leistungen zum Weltsportler des Jahres 2010 gewählt, zehn Jahre später, also 2020, wurde er zum zweiten Mal mit dem Laureus World Sports Award geehrt.
Nadal hält den Rekord der längsten Siegesserie auf Sand. Zwischen April 2005 und Mai 2007 gewann er auf Sand 81 Partien in Folge, ehe er im Endspiel des Hamburger Masters-Turniers gegen Roger Federer verlor. Er gewann das Masters-Turnier in Monte Carlo elfmal, das ATP-500-Turnier in Barcelona sogar zwölfmal. Von vielen wird der erfolgreichste Sandplatzspieler der letzten zwei Jahrzehnte als der beste Spieler auf diesem Belag in der Geschichte des Tennissports angesehen. Aus diesem Grund wird er auch „Sandplatzkönig“ genannt.
Im November 2024 beendete Nadal beim Davis Cup in Málaga seine Karriere.
Rafael Nadal wurde als Sohn von Sebastián Nadal und Ana Maria Parera in Manacor auf der Insel Mallorca geboren. Sein Großvater väterlicherseits war der gleichnamige Musiker und Dirigent Rafael Nadal (1929–2015). Sein vollständiger Name lautet Rafael Nadal Parera, wobei sein erster Nachname Nadal in dem auf Mallorca gesprochenen Katalanisch Weihnachten bedeutet. Er hat eine jüngere Schwester namens María Isabel (Maribel). Vater Sebastián besitzt ein Unternehmen für Glas und Fenster in Manacor, wo die Großfamilie Nadal einschließlich Rafael bis heute wohnt. Nach der 10. Klasse ging Nadal mit 16 Jahren von der Schule ab. Zugunsten seiner Sportlerkarriere verzichtete er auf eine weitere schulische Ausbildung. Seit 2005 ist er mit Maria Francisca Perello liiert, die er am 19. Oktober 2019 in Pollença heiratete. Beide sind bestrebt, ihr Privatleben möglichst von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Im Oktober 2022 wurde sein erstes Kind geboren. Der Sohn heißt wie der Vater Rafael. Am 7. August 2025 kam ihr zweiter gemeinsamer Sohn zur Welt.
Andere Tennisprofis verlegen ihren Wohnsitz aus Steuergründen nach Monte-Carlo, Nadal lebt in der mallorquinischen Stadt Porto Cristo. Eine Verlegung seines Hauptwohnsitzes während seiner Karriere kam für ihn nicht in Frage.
Schon früh in seiner Kindheit interessierte sich Rafael für Sport, nicht zuletzt deswegen, weil drei seiner Onkel Profisportler waren. Seine Onkel Rafael Nadal und Miguel Ángel Nadal waren beide professionelle Fußballspieler, wobei Rafael in der mallorquinischen Fußballliga spielte und Miguel Ángel für RCD Mallorca und den FC Barcelona aktiv war. Mit Barça gewann er während dieser Zeit fünf spanische Meisterschaften sowie einmal den Europapokal der Landesmeister und bestritt mehrere Dutzend Spiele für die spanische Nationalmannschaft. Sein Onkel Toni Nadal war ein auf der Heimatinsel bekannter Tennisspieler, der aber als Profi auf dem spanischen Festland nur mäßigen Erfolg hatte und sich dann dem Training der Jugend verschrieben hat. So kam es, dass er als kleiner Junge beide Sportarten betrieb, wobei Fußball seine große Leidenschaft war. Mit sieben Jahren begann er beim örtlichen Fußballverein Manacor als linker Stürmer, mit seiner Mannschaft holte er als Elfjähriger die Balearenmeisterschaft. Seine Begeisterung für Fußball hat sich bis heute erhalten, er ist immer noch leidenschaftlicher Real-Madrid-Fan.
Im Alter von vier Jahren begann er mit dem Tennisspielen in einer kleinen Gruppe, die von seinem Onkel Toni trainiert wurde. Dieser erkannte und förderte früh sein Talent. Obwohl Tennis für den kleinen Rafael eher langweilig war und er lieber Fußball spielte, stellten sich früh Erfolge ein. Er nahm bereits im Alter von sieben Jahren an Turnieren teil. Mit acht Jahren gewann er die Balearenmeisterschaft der Unter-Zwölfjährigen und mit dreizehn die U14-Meisterschaft, obwohl er sich damals bei einem Sturz in der ersten Turnierrunde den kleinen Finger der linken Hand gebrochen hatte. Diese Siege zählen für ihn bis heute zu den wichtigsten auf seinem Weg zum Tennisprofi.
Sein Onkel Toni war und ist als sein langjähriger Trainer maßgeblich an seinem Erfolg beteiligt. Die Familienmitglieder waren zwar früher besorgt, dass Toni den Jungen zu hart fordern würde, aber die ruhige und entspannte Art seines Vaters sorgte immer für einen gewissen Ausgleich zu Tonis Erfolgsstreben. Das intensive und strenge Training sowie die mentale Ausbildung durch Toni Nadal, gepaart mit Rafaels Talent, haben ihn aber erst zu einem der größten Tennisspieler der Welt werden lassen.
Mit 14 erhielt Rafael Nadal durch Zufall erstmals die Gelegenheit, in einem Vorbereitungsspiel gegen einen großen Namen im Tennis anzutreten. Als Boris Becker, der als Gegner von Pat Cash vorgesehen war, kurzfristig ausfiel, bekam Nadal seine Chance; er schlug unerwartet den Wimbledonsieger von 1987.
Beginn der Profikarriere (2001–2004)
Nadal suchte früh den Weg auf die Profitour und war 2001 mit 15 Jahren erstmals als Profispieler gemeldet. Er absolvierte in Spanien seine ersten beiden Turniere, die für ihn aber schon in den ersten beiden Runden beendet waren.
2002 gelang ihm der erste Sieg auf der ATP Tour. In seiner Heimat besiegte er in der ersten Runde Ramón Delgado. Im selben Jahr gewann er sechs Titel bei kleineren spanischen Turnieren der Future-Serie. Im Juni erreichte er bei seinem einzigen Start auf der Junioren-Tour das Halbfinale von Wimbledon. Zum Jahresende 2002 hatte sich Nadal in der Weltrangliste um 611 Plätze auf Rang 200 verbessert.
Zum Saisonbeginn 2003 schaffte er einige Finalteilnahmen auf der ATP Challenger Tour, bevor er sich im April erstmals für ein Turnier der Masters Series qualifizieren konnte. In Monte Carlo feierte er Siege über Karol Kučera und Albert Costa, ehe er in der dritten Runde gegen den späteren Finalisten Guillermo Coria ausschied. Mit diesen Ranglistenpunkten konnte er nun regelmäßig an Turnieren der ATP Tour teilnehmen. Eine Verletzung verhinderte seinen ersten Start bei den French Open. Bei seinem ersten Auftritt in Wimbledon erreichte er dort mit 17 Jahren als jüngster Spieler seit Boris Becker die dritte Runde, in der er Paradorn Srichaphan unterlag. Sein bestes Abschneiden auf der Tour folgte dann mit dem Halbfinaleinzug beim Turnier in Umag, wo er seinem Landsmann Carlos Moyá unterlag. Bereits in dieser Saison zeigte sich seine besondere Stärke auf Sand – elf seiner 14 Siege erzielte er auf diesem Belag. Am Jahresende stand Nadal auf Platz 49 der Weltrangliste.
Zum Jahresbeginn 2004 erreichte er in Auckland sein erstes ATP-Turnier-Finale, das er gegen Dominik Hrbatý verlor. Bei seinem Australian-Open-Debüt zog Nadal in die dritte Runde ein, in der er Lleyton Hewitt unterlag. Beim Miami Masters konnte er zum ersten Mal den Weltranglistenersten Roger Federer besiegen und ins Achtelfinale vorstoßen. Beim Turnier von Estoril erreichte er das Viertelfinale, zu dem er wegen einer Stressfraktur im Mittelfußknochen jedoch nicht antreten konnte. Die Verletzung zwang ihn zu einer dreimonatigen Pause. Im August gewann Nadal dann erstmals ein ATP-Turnier, sein Finalgegner in Sopot war José Acasuso. Bei den US Open erreichte er an der Seite von Tommy Robredo zum ersten Mal das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers im Doppel.