An diesem Tag

Radio Bremen

Landesrundfunkanstalt für die Freie Hansestadt Bremen

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Radio Bremen ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (Landesrundfunkanstalt) für das deutsche Bundesland der Freien Hansestadt Bremen. Der im Jahre 1945 gegründete Sender ist die kleinste Landesrundfunkanstalt der ARD, deren Mitglied sie seit der ARD-Gründung 1950 ist. Radio Bremen befasst sich jedoch nicht nur mit dem Land Bremen, sondern berichtet auch über die Metropolregion Nordwest, die zum großen Teil im Sendegebiet des Norddeutschen Rundfunks liegt. Intendantin von Radio Bremen ist seit dem 1. August 2019 Yvette Gerner.

Sitz des Senders ist Bremen, Diepenau 10, an der Weser. Zunächst zogen die Bereiche Fernsehen und Online in den neuen Radio-Bremen-Komplex im Stadtteil Bremen-Mitte (Stephaniviertel/Faulenquartier). Hörfunk und Verwaltung folgten Ende 2007. In Bremerhaven besteht ein Regionalstudio. Die nach 1980 neu erbauten Studio- und Betriebsgebäude des Hörfunks in Bremen-Schwachhausen am Standort des früheren Luftwaffen-Lazaretts sind seit 2007 nicht mehr in Betrieb und wurden in eine medizinische Einrichtung umgewandelt. Der akustisch besonders hochwertige Konzertsaal blieb in freier Trägerschaft erhalten. Die nach 1960 erbauten Studio- und Betriebsgebäude des Fernsehens in Bremen-Osterholz an der Hans-Bredow-Straße waren seit Anfang September 2007 nicht mehr in Betrieb und wurden abgerissen. Die seit 1945 in Bremen im Leher Feld betriebenen Sendeanlagen wurden 1999 durch einen Neubau in Bremen-Oberneuland abgelöst oder auf technische Einrichtungen der Deutschen Telekom übergeleitet. Das 2007/08 nach Plänen von Böge Lindner K2 Architekten erbaute Sendezentrum Radio Bremen ist Sitz des Senders. Der Mittelwellensender auf 936 kHz wurde 2010 aus Kostengründen ohne vorherige Ankündigung abgeschaltet.

Die zuvor getrennten Standorte von Hörfunk und Fernsehen wurden aus finanziellen Gründen Ende 2007 in eine neue gemeinsame und deutlich kleinere Repräsentanz zentrumsnah im Stephaniviertel zusammengelegt, wo Radio Bremen nunmehr nach eigenen Angaben das zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme modernste Funkhaus Europas unterhält. Mit dem Umzug wurde die Technik komplett digitalisiert. In einem gemeinsamen Redaktionssystem arbeiten erstmals Hörfunk-, Fernseh- und Onlineredaktionen zusammen. Damit streben Radio Bremen als erste ARD-Anstalt und die Bremedia ein konsequent trimediales Arbeiten an.

Bedingt durch eine massive Kürzung beim ARD-internen Finanzausgleich verlor Radio Bremen seit 1999 einen großen Teil seiner Mittel. In der Folge mussten die Programme Hansawelle und Radio Bremen Melodie zu Bremen Eins zusammengelegt werden, das anspruchsvolle Kulturprogramm Radio Bremen 2, das einen Großteil des ehemaligen Budgets in Anspruch nahm, wurde in eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Norddeutschen Rundfunk, Nordwestradio, überführt. Es wurde in erheblichem Umfang Personal abgebaut auf etwa 300 Mitarbeiter im Jahr 2006; hinzuzurechnen sind operativ allerdings die Mitarbeiter der Bremedia Produktion GmbH.

Der gesamte Bereich Produktion/Technik sowie einige redaktionell tätige Mitarbeiter des Senders wurden trotz Protesten aus der Belegschaft 2006 zur Kostensenkung in die Tochtergesellschaft Bremedia Produktion GmbH ausgelagert, an der Radio Bremen zunächst 51 % hielt, während 49 % die Bavaria Film GmbH besaß. Seit 2018 ist das Unternehmen eine 100%ige Tochter von Radio Bremen. Bereits zum 1. Januar 2006 wurde die Abteilung Ausstattung in die Bremer Bühnenhaus GmbH ausgegliedert, an der Radio Bremen als Minderheitsgesellschafter beteiligt ist. Neu eingestellte Mitarbeiter werden in beiden Tochterunternehmen wesentlich schlechter bezahlt als bei Radio Bremen.

Im Rahmen der ARD-Strukturreform zur Kostenersparnis wurde die Sendeabwicklung (SAW) der linearen Fernsehprogramme von NDR, Radio Bremen und MDR im April 2024 zusammengelegt: Die technische Abwicklung erfolgt fortan zentral über den MDR in Leipzig.

1922 wurde unter Mitwirkung des Bremischen Großkaufmanns Ludwig Roselius die Gesellschaft „Deutsche Stunde für drahtlose Belehrung und Unterhaltung“, als erster Schritt zur Verwirklichung eines allgemeinen Rundfunks mit künstlerischen Darbietungen, gegründet.

Am 2. Mai 1924 nahm die Nordische Rundfunk AG (NORAG) in Hamburg mit einem Gesellschaftskapital von 300.000 RM ihren Betrieb auf. Am 30. November 1924 wurde der „Zwischensender“ Bremen, der der NORAG eigene Sendungen lieferte, von Staatssekretär Hans Bredow in Betrieb genommen und an Bürgermeister Martin Donandt übergeben. Die Geschäftsstelle der NORAG Bremen wurde zunächst in dem Gebäude Am Markt 14 untergebracht. Ernst Pündter (1884–1929) war ab 1925 erster künstlerischer Leiter und ab Januar 1926 Leiter des Bremer Senders.

Mit der Gründung des Bremer Senders wurde das Gesellschaftskapital verdoppelt; zehn Anteile von je 500 RM befanden sich in Händen der Stadt Bremen. Aufgrund dieser Beteiligung erhielt Bremen einen Sitz im Aufsichtsrat der NORAG, den Senator Carl Thalenhorst einnahm. Vertreter Bremens im Kulturbeirat waren nacheinander F. Noltenius (1927–1929) und Konsul C. Menke (1930–1932).

Der Mittelwellensender mit einer Leistung von 250 Watt wurde im Postgebäude an der Domsheide eingerichtet. Von einem Nebenraum wurde er „besprochen“. Die Sendeantenne wurde zunächst zwischen dem Telegrafenamt und dem Ostturm des Bremer Domes gespannt.

Am Eröffnungstag gab es neben Nachrichten und Sportberichten den Landfunk und das Reich der Frau. Um 17.00 Uhr wurde die Eröffnungsfeier mit einer Ansprache des Staatssekretärs Bredow und Werken von Haydn, Beethoven, Mozart, Wagner und Rachmaninoff, live gespielt vom Philharmonischen Quartett Bremen, übertragen.

Als erstes eigenes Heim bekam der Sender im März 1925 im Stadttheater Am Wall einen „Funksaal“. Aus dem ehemaligen Ballsaal, der zur Verbesserung der Akustik mit dicken Wolkengardinen an Decken und Wänden und einem schweren Teppich auf dem Fußboden ausgestattet war, wurden Hörspiele und Konzerte übertragen. Später erfolgte ein Umzug in das ehemalige Gewerbemuseum in der Kaiserstraße.

In den folgenden Jahren steuerte der Bremer Sender täglich drei bis vier Stunden zum gemeinsamen Programm der NORAG bei. Hierzu gehörten die sonntäglichen Konzerte aus der oberen Rathaushalle, das Hafenkonzert, die Übertragung von Sportveranstaltungen, Direktübertragungen aus dem Theater, dem Astoria oder etwa der Empfang nach dem Transatlantikflug von Hermann Köhl, Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld und James Fitzmaurice.

Die Programmauswahl wurde von einem Rundfunkausschuss unterstützt, der aus Vertretern der bremischen Wirtschaft, der Literatur, der bildenden Künste und der Musik zusammengesetzt war und dem unter anderem der Oldenburger Dichter August Hinrichs angehörte.

1927 stellte der Bremer Staat dem Sender das historische Gebäude der alten Stadtwaage in der Langenstraße zur Verfügung. Die Einweihung erfolgte am 24. September 1927.

Im Jahr 1931 wurde dem Bremer Sender die eigene Welle entzogen. Fortan konnte nur noch von jeweils einem Studio der Norddeutschen Gleichwelle gesendet werden. Die Bremer Sendezeit ging auf wöchentlich etwa zehn Stunden zurück, aktuelle Sendungen konnten nicht mehr ausgestrahlt werden, wichtige Meldungen wurden telefonisch nach Hamburg gemeldet und an die Nachrichten der NORAG angehängt.

1932 wurde der Rundfunk im Deutschen Reich durch die Regierung von Papen verstaatlicht. Die einzelnen Sendegesellschaften erhielten einen Staatskommissar. Ein Jahr später wurde unter den Nationalsozialisten die NORAG als „Reichssender Hamburg“ Teil der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (ab 1939 Großdeutscher Rundfunk). 1933 entstand in Utbremen ein 90 Meter hoher Sendeturm aus Holz. Dieser wurde nach Zerstörung durch Blitzschlag durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Er sendete bis 1945.

Bremen stand nach dem Zweiten Weltkrieg unter US-amerikanischer Verwaltung. Im September 1945 holten die Amerikaner eine ihrer beweglichen Rundfunksendestationen aus der Normandie nach Bremen. Die erste Anstellung, nämlich die eines technischen Leiters, bekam am 29. September Kurt Kraus. Am 5. Oktober wurde der Name „Radio Bremen“ erstmals offiziell gesetzt, nämlich in einem Schreiben des Leiters des Bremer Verkehrsvereins an den Bürgermeister:„Schon in den nächsten Tagen wird in Bremen unter dem Namen ‚Radio Bremen‘ ein Sender seine Arbeit aufnehmen, der in deutscher Sprache für die deutsche Bevölkerung arbeitet.“Die Besatzungsmacht unter Leitung von Sergeant Edward E. Harriman suchte mit dem Präsidenten des Bremer Senats, Bürgermeister Wilhelm Kaisen, ein Gebäude für den Sender. In einer Villa in der Schwachhauser Heerstraße 363 startete am 11. Oktober der Testbetrieb. Als Sendesaal wurde die St.-Pauli-Gaststätte an der Horner Heerstraße genutzt.

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