An diesem Tag

Raban Graf von Westphalen

Deutscher Politikwissenschaftler, Rechtswissenschaftler und Staatsrechtslehrer

Anúncio

Raban Graf von Westphalen zu Fürstenberg (* 17. Dezember 1945 in Helmern als Raban Josef Reichsgraf von Westphalen zu Fürstenberg; † 23. Januar 2025 in Abu Dhabi) war ein deutscher Politikwissenschaftler und seit 1989 Staatsrechtslehrer und Professor für Politische Wissenschaften und Öffentliches Recht.

Raban Graf von Westphalen gehörte der Adelsfamilien der Grafen von Westphalen an. Er war ein Sohn des Kaufmanns Wilhelm Graf von Westphalen zu Fürstenberg (1907–1982) und seiner Ehefrau, der Kunstmalerin Aloysia „Wisa“ Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg (1910–1993), geb. Freiin von Spiegel zu Peckelsheim.

Nach der örtlichen Volksschule besuchte er das Gymnasium St. Kaspar in Neuenheerse und wechselte später zum Landschulheim am Solling in Holzminden, wo er sein Abitur (altsprachlicher Zweig) ablegte. Von 1964 bis 1967 erfolgte die Ausbildung zum Facharbeiter für PVC-Verarbeitung bei der Firma G. Leschus in (Wuppertal). Für diese Firma war er in späteren Jahren im In- und Ausland eigenverantwortlich tätig, zuletzt 1982 in Bagdad.

Von 1967 bis 1972 absolvierte er ein Studium der Politischen Wissenschaften, Geschichte, Rechtswissenschaften und Geografie in Münster, Bochum und Freiburg im Breisgau. In diesen Fächern legte er 1972 die Magisterprüfung (MA) ab.

Von 1973 bis 1976 war er hauptberuflich wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und zugleich 1974 bis 1976 Lehrbeauftragter für Bildungs- und Hochschulpolitik an der philosophischen Fakultät der Universität Freiburg. Später war er dort von 1976 bis 1981 als Hochschulassistent für wissenschaftliche Politik beschäftigt.

Im Jahre 1978 folgte die Promotion zum Dr. phil. an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in den Fächern Politische Wissenschaften, Geschichte und Geografie (Note: Summa cum laude).

Ab 1981 war von Westphalen freiberuflich für verschiedene Forschungseinrichtungen tätig, u. a. für das Wissenschaftszentrum Berlin, für die Konrad-Adenauer-Stiftung und für das Institut der Deutschen Wirtschaft, sowie als Lehrbeauftragter an der Universität Trier (Politische Philosophie), der Universität zu Köln (Regierungslehre) und der Fachhochschule Köln (Politische Soziologie).

Von 1985 bis 1987 war er Mitarbeiter der Enquete-Kommission „Technikfolgenabschätzung“ des Deutschen Bundestages, aus deren Folge der Bundestagsausschuss für Technikfolgenabschätzung hervorging.

Im Jahr 1989 übernahm er eine Professur für politische Wissenschaften und öffentliches Recht an der Technischen Fachhochschule Berlin. Von 1991 bis 1993 war er zusätzlich Lehrbeauftragter an der Hochschule Köthen. 2011 wurde er altersbedingt emeritiert. Seit 2011 war er Lehrbeauftragter an der staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt. Im Wintersemester 2012/2013 hatte er eine Herder-Stiftungsprofessur an der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty inne. Von 2015 bis 2017 war er zudem Lehrbeauftragter an der Beuth Hochschule für Technik Berlin.

Graf von Westphalen war von 1999 bis 2013 Mitglied im Gemeinderat von Großbodungen sowie von 2009 bis 2014 stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler von Thüringen, für die Partei kandidierte er auch im Wahlkreis Eichsfeld II bei der Landtagswahl in Thüringen 2009. Des Weiteren war er von 2011 bis 2014 Mitglied im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Eichsfeld.

Zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Gerlinde Gräfin von Westphalen (geb. Sommer) veranstaltete er ab 1998 Kunstausstellungen sowie Vortrags- und Leseabende auf Burg Großbodungen bzw. ab 2005 bis 2018 in der zur Burg gehörenden Kemenate Großbodungen.

Raban Graf von Westphalen war der Autor von rund einhundert Publikationen, nicht mitgerechnet sind tagesaktuelle Beiträge v. a. zu bildungs- und hochschulpolitischen Themen. Zudem verfasste er zahlreiche Rezensionen.

Des Weiteren war er unter anderen Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins Helmern – Dorf mit Kunst & Kultur, den er auf vielfältige Weise mit Ausstellungen, Vorträgen und Büchern unterstützte.

Im Januar 2025 ist Raban Graf von Westphalen im Alter von 79 Jahren in Abu Dhabi verstorben. Die Beisetzung erfolgte im Februar auf der Familiengrablege in Helmern.

Graf von Westphalen war u. a. Mitglied in folgenden Institutionen und Vereinen:

Deutsche Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP)

Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern.

Akademisches Privileg und demokratischer Staat: ein Beitrag zur Geschichte und bildungspolitischen Problematik des Laufbahnwesens in Deutschland. Klett-Cotta, Stuttgart 1979, ISBN 3-12-911950-7 (zugleich Dissertation an der Universität Freiburg 1978).

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Raban Graf von Westphalen | World in Stories