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Quito

Hauptstadt von Ecuador, erstes kulturelles Erbe der Menschheit

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Quito (San Francisco de Quito) [ˈkito] ist die Hauptstadt von Ecuador. Sie liegt 20 Kilometer südlich des Äquators in einem 2850 m hohen Becken der Anden und ist somit noch vor der bolivianischen Hauptstadt Sucre die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Sie ist mit rund 2,7 Millionen Einwohnern neben Guayaquil eine der beiden größten Städte des Landes. Außerdem ist sie Hauptstadt des gleichnamigen Kantons sowie der Provinz Pichincha. Die Altstadt von Quito gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Quito liegt im nördlichen Zentrum Ecuadors in der Andenregion (Sierra), im Osten der Provinz Pichincha. Das Stadtzentrum liegt etwa 22 Kilometer südlich des Äquators, der nördliche Stadtrand etwa 13 Kilometer. Die Stadt befindet sich etwa zwischen 0° 4' und 0° 20' südlicher Breite und zwischen 78° 25' und 78° 33' westlicher Länge.

Die Stadt verläuft in einer Nord-Süd-Achse in einem für die Anden typischen schmalen Längstal, das zum Guayllabamba-Becken (auch Quito-Becken genannt) gehört, einem der acht innerandinen Becken in Ecuador. Das Guayllabamba-Becken erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung etwa 50 Kilometer und ist in West-Ost-Richtung etwa 4 Kilometer breit. Der südliche Abschluss des Beckens findet sich am Berg Atacazo (Süden von Quito), der nördliche am Pululahua (bei San Antonio de Pichincha). Die Stadt liegt direkt am Fuße des aktiven und nicht vergletscherten Vulkans Rucu Pichincha (4.690 m), der sich an der Westseite von Quito erhebt und hier die Grenze des Beckens bildet. Der unmittelbar dahinterliegende Vulkan Guagua Pichincha ist leicht aktiv und etwas höher (4.794 m), kann aber von Quito aus direkt nicht gesehen werden. Auf der Westseite bilden eine Reihe kleinerer Vulkane und Berge die Grenze, an denen der Fluss Guayllabamba verläuft. Die südlich der Altstadt von Quito gelegene Bergkuppe Panecillo wird als mittlere Scheide angesehen, die eine Südebene vom Nordtal trennt. Zur Südebene gehört unter anderem das Valle de los Chillos (mit Chillogallo), im Nordtal liegen die nördlichen, modernen Stadtteile Quitos sowie die höher gelegenen Gebiete um Iñaquito und Cotocollao.

Man hat von Quito eine spektakuläre Aussicht nach Südosten auf den Vulkan Cotopaxi (5897 m). In der weiteren Umgebung befinden sich außerdem die aktiven Vulkane Cayambe (5790 m) und Antisana (5753 m) sowie der erloschene Illiniza (5263 m) und zahlreiche kleinere. Neben dem Río Guayllabamba ist der Río Machángara der wichtigste Fluss. Er fließt in Richtung Osten durch eine durch sein Tal gebildete, aus Steilhängen bestehende Unterbrechung der östlichen Begrenzung des Tals, hinter der Guápulo und das Tal von Tumbaco liegen. Weitere Flüsse sind der Monjas, der Pita und der Río San Pedro, die allesamt zum Flusssystem des Guayllabamba gehören.

Fast ganz Quito befindet sich auf sandigen Böden vulkanischen Ursprungs. Erdbeben und Aschefälle haben Quito in Vergangenheit und Gegenwart häufig heimgesucht. Quito ist von 14 Vulkanen umgeben, und zerstörte Gebäude in der Altstadt wurden nach Erdbeben mindestens viermal wieder aufgebaut.

Der letzte große Vulkanausbruch ereignete sich im September 2002. Damals brach der östlich der Anden gelegene Vulkan Reventador aus, der sich über 20 Jahre lang ruhig verhalten hatte. In Quito musste der Notstand ausgerufen werden, da die ganze Stadt sowie das gesamte Tal östlich von Quito knöcheltief mit feiner Asche bedeckt war.

Die besondere Lage im Tal am Fuß des Pichincha führt dazu, dass das Stadtgebiet insbesondere im Bereich des Zentrums starke Gefälle in Ost-West-Richtung von oftmals mehr als 10 % und damit verbundene steile Straßenverläufe aufweist.

Viele der Böden im Bereich der Stadt sind im Prinzip fruchtbar und wurden früher bewirtschaftet, was über Jahrhunderte den ländlichen Charakter der Stadt prägte. Heute ist dies aufgrund der dichten Besiedlung nicht mehr möglich; in den Stadtrandgebieten ist Landwirtschaft aufgrund der großen Höhen an Vulkanflanken nicht ergiebig, mit Ausnahme der Täler insbesondere westlich und südlich von Quito (u. a. Tumbaco, Pifo, Píntag). Erosion ist insbesondere nördlich der Stadt und in den Flusstälern ein großes Problem. Westlich von Quito ist in Teilen die vulkanische Schicht durch Erosion bereits vollständig abgetragen, eine Duripan-Schicht (durch Kieselsäure verhärtet) kam zum Vorschein.

Die Stadt Quito hat eine Fläche von etwa 290 Quadratkilometern und 2.735.987 Einwohner (2019). Das Einzugsgebiet der Stadt ist etwa 1000 Quadratkilometer groß.

Das Stadtgebiet ist aufgrund des schmalen Tals nur in wenigen Bereichen breiter als 2 bis 3 Kilometer und zieht sich längs in Nord-Süd-Richtung mehr als 30 Kilometer hin. Es kann im Wesentlichen in drei Teile aufgeteilt werden: ein Zentrum um die koloniale Altstadt und die nördlich davon gelegenen modernen Stadtviertel im Zentrum, den Norden und den Süden.

Die koloniale Altstadt reicht im Wesentlichen vom Panecillo im Süden bis zum Alameda-Park im Norden, an den sich ein Mischviertel anschließt, das bis zum El Ejido-Park reicht und an das sich wiederum nördlich das moderne Stadt- und Finanzzentrum zwischen Ejido- und Carolina-Park anschließt („Mariscal Sucre“-Viertel und Viertel nördlich der Avenida Colón). Sie hat eine Ausdehnung von etwa 8 Kilometern in Nord-Süd-Richtung und 500 bis 2000 Metern in Ost-West-Richtung. Im kolonialen Zentrum befinden sich der Präsidentenpalast, die Kathedrale und die Basilika sowie die Kirchen, Konvente und Profanbauten, die den Status der Stadt als Weltkulturerbe ausmachen. Der nördliche Teil des Zentrums beherbergt das erst in den 1970er und 1980er Jahren gewachsene Finanzzentrum, aus der Altstadt verlegte Regierungsgebäude und die wichtigsten Einkaufszentren sowie Wohnviertel der Mittel- und Oberklasse.

Im daran anschließenden eigentlichen Norden der Stadt befinden sich der alte Flughafen, Wohnviertel der Mittel- und Oberschicht, sowie am Stadtrand Industriegebiete und ärmere Wohnviertel. Der Süden der Stadt ist industrieller geprägt und größtenteils durch Mittel- und Unterschichtenviertel gekennzeichnet. Der neue Flughafen liegt außerhalb der eigentlichen Stadt und ist über Cumbaya zu erreichen.

Nachbargemeinden und Kanton Quito

Die Stadt Quito liegt im südlichen Zentrum des Kantons Quito im Osten der Provinz Pichincha, der durch ein Gesetz vom 27. Dezember 1993 zum Distrito Metropolitano de Quito (deutsch: Metropolbezirk Quito) wurde. Das Stadtgebiet grenzt im Süden an den Kanton Mejía (Machachi), im Westen an die ländlichen Gemeinden Lloa und Nono, im Norden an die Gemeinden Pomasqui und Calderón und im Osten an Calderón, Llano Chico, Zámbiza, Nayón, Cumbayá, Guangopolo, Conocoto und Amaguaña. Sämtliche genannte Gemeinden gehören zum Kanton Quito.

Der Distrito Metropolitano de Quito hat eine Fläche von etwa 4.200 km² und 2.036.260 Einwohner (Schätzung 2007). Er umfasst neben der Stadt Quito die ländlichen Gemeinden Alangasí, Amaguaña, Atahualpa, Calacalí, Calderón, Conocoto, Cumbayá, Chavezpamba, Checa, El Quinche, Gualea, Guangopolo, Guayllabamba, La Merced, Llano Chico, Lloa, Nanegal, Nanegalito, Nayón, Nono, Pacto, Perucho, Pifo, Píntag, Pomasqui, Puéllaro, Puembo, San Antonio de Pichincha, San José de Minas, Tababela, Tumbaco, Yaruquí und Zámbiza. Der Kanton Rumiñahui wird vollständig vom Kanton Quito umschlossen, der außerdem an den Kanton Mejía im Südwesten, an die Provinz Santo Domingo de los Tsáchilas (Santo Domingo de los Colorados) im Westen, die Kantone San Miguel de los Bancos und Pedro Vicente Maldonado im Nordwesten, die Provinz Imbabura (Cotacachi und Otavalo) im Norden, die Kantone Pedro Moncayo und Cayambe im Nordosten und die Provinz Napo (El Chaco, Quijos und Archidona) im Osten grenzt.

Das Stadtgebiet selbst ist in 19 städtische Gemeinden (parroquias urbanas) untergliedert. Diese sind:

Alfaro (benannt nach Eloy Alfaro)

Benalcázar (benannt nach Sebastián de Benalcázar)

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