An diesem Tag

Quentin Tarantino

US-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor

Anúncio

Quentin Jerome Tarantino [ˌtærənˈtiːnoʊ] (bürgerlich Quentin Zastoupil) (* 27. März 1963 in Knoxville, Tennessee) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Produzent, Drehbuchautor, Kameramann und Schauspieler. Er ist zweifacher Oscar- und dreifacher Golden-Globe-Preisträger sowie Gewinner der Goldenen Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Episodenfilm Pulp Fiction, das zweiteilige Rache-Epos Kill Bill, der kontrafaktische Kriegsfilm Inglourious Basterds, der Western Django Unchained und die Krimi-Komödie Once Upon a Time in Hollywood. Typische Merkmale seiner Filme sind zahlreiche Anspielungen und Querverweise sowie der Einsatz von langen Dialogen und die explizite Darstellung von Gewalt.

Tarantino kam 1963 als Sohn der 16-jährigen Connie McHugh und des 23-jährigen Italo-Amerikaners Tony Tarantino in Knoxville, Tennessee, zur Welt. Seinen Vornamen verdankt er Quint Asper, einer Figur aus der Westernserie Rauchende Colts, die von Burt Reynolds gespielt wurde. Die Figur in der Serie war Halb-Indianer wie Tarantinos Mutter (jeweils zur Hälfte irischer und Cherokee-Abstammung). Noch vor der Geburt ihres Sohnes ließ sich Connie McHugh von Tony Tarantino scheiden. Das Kind wuchs zunächst bei der Großmutter auf.

Als Tarantino zwei Jahre alt war, zog er zu seiner Mutter nach Los Angeles, wo sie ihn zusammen mit ihrem zweiten Mann Curtis Zastoupil großzog. Zastoupil adoptierte Quentin, der seitdem offiziell Quentin Zastoupil heißt. Als Einzelkind verbrachte er seine Freizeit besonders gern in kleinen Vorstadtkinos, die hauptsächlich Martial-Arts- und B-Movies (Grindhousefilme) zeigten.

Mit 15 Jahren brach Tarantino die High School ab und begann eine Schauspielausbildung. Tarantino ist Legastheniker. Fünf Jahre später bekam er wegen seines umfassenden Filmdetailwissens eine Stelle in der Video-Archives-Videothek in Manhattan Beach. Er schrieb zusammen mit seinen Freunden Roger Avary und Jerry Martinez die Drehbücher My Best Friend’s Birthday (zwischen 1985 und 1987 mit einem Micro-Budget von 5000 US-Dollar mit Regisseur Tarantino verfilmt; Film wurde nie vollendet) und The Open Road. Das zuletzt genannte wurde wegen seiner Länge (über 500 Seiten) jedoch von sämtlichen Studios abgelehnt und später in True Romance und Natural Born Killers aufgeteilt. Tarantinos Filmkarriere begann dann mit einer gezielten Lüge: Er behauptete, er habe eine Rolle in Godards Verfilmung von König Lear, „die ohnehin niemals jemand anschauen würde“ (Zitat Tarantino), gespielt.

In Sundance besuchte Tarantino den Regie-Workshop von Robert Redford, bei dem er Terry Gilliam traf. Dieser habe ihn bezüglich der Umsetzung filmischer Ideen ermutigt; denn es gebe genügend Spezialisten. Als Regisseur müsse man, so Tarantino in einem Interview mit der Woche, nur wissen, was man wolle – „so wurde ich Regisseur“.

Von der vergeblichen Suche nach Investoren frustriert, verfasste er Anfang der 1990er das Skript zu Reservoir Dogs – Wilde Hunde, das er ursprünglich mit bescheidenen Mitteln selbst verfilmen wollte. Auf Initiative des Produzenten Lawrence Bender wurde jedoch der Schauspieler Harvey Keitel auf das Projekt aufmerksam, der seine finanzielle Unterstützung zusicherte. Der Film, in dem neben Keitel und Tarantino auch Michael Madsen, Steve Buscemi, Chris Penn, Tim Roth und Lawrence Tierney mitwirkten, wurde ein großer Erfolg und dann auch auf dem Sundance Film Festival gezeigt. Tarantino galt als neuer Hoffnungsträger des unabhängigen Films und fand nun auch Käufer für seine weiteren Drehbücher. 1993 wurde True Romance von Tony Scott verfilmt und Oliver Stone drehte ein Jahr später die kontroverse Mediensatire Natural Born Killers, von der sich Tarantino jedoch distanzierte. Zusammen mit Lawrence Bender gründete er schließlich die Produktionsfirma A Band Apart.

Nach dem kommerziellen Erfolg des Films Reservoir Dogs begann Quentin Tarantino eine mehrmonatige Weltreise, die ihn in die niederländische Hauptstadt Amsterdam führte. Dort mietete sich der Filmemacher für einen längeren Zeitraum in ein Hotelzimmer ein, um das Drehbuch zu seinem nächsten Filmprojekt Pulp Fiction zu schreiben. Die in Holland gesammelten Eindrücke ließ er in das Drehbuch einfließen, deshalb unterhalten sich in dem Thriller Pulp Fiction die beiden kriminellen Hauptfiguren Vincent Vega und Jules Winnfield während einer Autofahrt über holländische Coffeeshops, in denen man legal Marihuana kaufen kann, sowie über die Ess- und Trinkgewohnheiten in Holland und Frankreich in Bezug auf dortige Hamburgerläden. Mit den Dreharbeiten an seinem zweiten Spielfilm Pulp Fiction begann Tarantino schließlich 1993. Auch dieser entstand mit relativ bescheidenen Mitteln, wurde jedoch ein sensationeller Erfolg an den Kinokassen. Viele Kritiker lobten die Erzählstruktur und die clevere Handlung, auch wenn einzelne die extreme und übertriebene Darstellung von Gewalt kritisierten. Der Film verhalf Schauspielern wie John Travolta, Samuel L. Jackson und Uma Thurman zu einem Karriereschub und erhielt zahlreiche Preise (unter anderem die Goldene Palme von Cannes, den Oscar für das beste Drehbuch sowie sechs weitere Nominierungen).

Nach dem kommerziellen Durchbruch legte Tarantino als Regisseur eine dreijährige Pause ein. 1995 schrieb er Teile der Drehbücher zu dem Episodenfilm Four Rooms und zu From Dusk Till Dawn, das von seinem Freund Robert Rodriguez verfilmt wurde. Für seine nächste Regiearbeit Jackie Brown (1997) besetzte Tarantino unter anderem Pam Grier, Robert Forster (zwei seiner Jugendidole), Robert De Niro, Samuel L. Jackson, Bridget Fonda und Michael Keaton. Der Film war für einen Oscar nominiert, erhielt einen Golden Globe Award und eine weitere Golden-Globe-Nominierung.

Kill Bill, Death Proof – Todsicher, Inglourious Basterds

Nach einer weiteren Pause von fünf Jahren kündigte Tarantino sein nächstes Projekt an – das Racheepos Kill Bill. Während der Dreharbeiten entschied er, den Film in zwei Teilen zu veröffentlichen, die im Oktober 2003 und im April 2004 ins Kino kamen. Im Jahr 2005 unterstützte er seinen Freund Robert Rodriguez bei den Dreharbeiten zu Sin City und führte Gast-Regie für die symbolische Gage von einem Dollar, da Rodriguez, ebenfalls für einen Dollar, den Soundtrack von Kill Bill – Volume 2 zusammengestellt hatte.

Das nächste Projekt, das im April 2007 in die amerikanischen Kinos kam, war Grindhouse, ein Double Feature, bei dem Tarantino erneut zusammen mit Robert Rodriguez Regie führte. Tarantinos Teil war Death Proof – Todsicher, eine Art Slasher-Film mit einem Auto als Waffe. 2007 lief Death Proof im Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Cannes.

Tarantino drehte 2009 Inglourious Basterds; die Dreharbeiten fanden unter anderem in den Babelsberger Filmstudios, in Potsdam und in Görlitz statt. Mit diesem Film war Tarantino erneut im Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele von Cannes vertreten; Christoph Waltz wurde für seine Darstellung des Antagonisten Hans Landa mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet. Auch bei der Oscarverleihung 2010 wurde Waltz als „Bester Nebendarsteller“ ausgezeichnet; in weiteren sieben Kategorien kam Inglourious Basterds zudem auf eine Nominierung.

Django Unchained und The Hateful Eight

Anfang Mai 2011 wurde bekannt, dass Tarantinos nächstes Projekt ein Western mit dem Titel Django Unchained sein würde. Christoph Waltz, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington und Samuel L. Jackson übernahmen Rollen. Christoph Waltz wurde als „Bester Nebendarsteller“ mit einem Golden Globe ausgezeichnet und bekam zum zweiten Mal nach 2010 den Academy Award (Oscar).

Ende November 2013 kündigte Tarantino in der The Tonight Show einen weiteren Western, The Hateful Eight, an. Nachdem sein Drehbuch, das er seinen Angaben zufolge nur sechs Personen ausgehändigt hatte, im Januar 2014 vermutlich von einer Schauspieleragentur an Dritte weitergereicht worden war, kündigte er einen Stopp der Planungen für den Film an. Am 21. April 2014 veranstaltete er in Los Angeles mit den ursprünglich angedachten Schauspielern eine Lesung des Drehbuchs. The Hateful Eight spielt während eines Schneesturms in einem Kurzwarenladen und wird von zwei Kopfgeldjägern dominiert. Die festsitzende Notgemeinschaft wird, Stück für Stück, von einem geheimnisvollen Mörder dezimiert. Tarantino verkündete nach der Lesung, dass es sich noch nicht um eine finale Fassung handle und dass er das Drehbuch noch mehrmals umschreiben wolle. Am 25. Dezember 2015 kam der Film in die Kinos.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Quentin Tarantino | World in Stories